Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder: Jungen verwandeln Steine in Skulpturen
Vom Klotz zum Pokal

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Eifriges Hämmern, Klopfen, Sägen und Bohren dringt aus der Scheune des Liemker Urhofes Obermeier/Peitzmeier . Sechs Jungen geflüchteter Familien arbeiten in der Kunstwerkstatt mit Hingabe und Ausdauer. Es handelt sich dabei um ein Ferien-Angebot der Flüchtlingshilfe St.-Johannes Baptist Stukenbrock. Unter der Leitung des Papenburger Künstlers Alexej Janzen haben die Jungs sichtlich Spaß daran, Steinklötze in Skulpturen zu verwandeln. Dabei sind sie in ihrem kreativen Tatendrang kaum zu bremsen. Und das sieht richtig nach Arbeit aus. Immer wieder wird Staub aufgewühlt.

Montag, 03.08.2020, 06:00 Uhr
Präzision und Geduld ist bei der Kunstwerkstatt „Skulpturen aus Stein“ gefragt. Teilnehmer und Organisatoren sind stolz auf das Ergebnis. Es freuen sich: Mohammed (vorne von links), Rezan, Aldy und Yahya sowie (stehend von links) Helis, Ali, Alexej Janzen, Christa Peitzmeier mit Hündin Ruby, Giesela Hörster, Paula van der Woude und Margarete Mastalirsch. Foto: Uschi Mickley

Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder

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Foto: Uschi Mickley
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„Geht mit etwas mehr Gefühl zur Sache, dann erreicht ihr mehr“, muntert der Werkstatt-Leiter (46) seine Schützlinge auf, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Gesagt, getan. Mit gezielten Schlägen wird ein grauer Rohling von Helis mit Hammer und Meißel bearbeitet. Der 13-Jährige ist mit seiner Familie aus Albanien geflüchtet und lebt seit beinahe zwei Jahren in der Stadt. Für den Schüler ist schnell klar, dass er ein Boot in Angriff nehmen möchte, was ihm Geschick und Geduld abverlangt.

Berufswunsch: Architekt oder Ingenieur

Doch mit seinem technischen Interesse kommt er gut voran. „Das Skizzieren war echt cool, vielleicht bringt mich das später weiter“, sagt der Schüler und strahlt. Sein Berufswunsch: Architekt oder Ingenieur. Wenig später lässt er sogar einen kreischenden Bohrer in den Klotz fahren. Als begeisterte Hobbykicker sind seine Mitstreiter im Alter von acht bis 13 Jahren unterdessen überwiegend damit beschäftigt, „Pokale“ aus den weichen Ytong-Steinen zu hauen. Doch auch Enten, Herzen, Schmetterlinge und andere fantasievoll gestaltete Objekte können am Ende mit nach Hause genommen werden.

Kleine Fortschritte sind viel wichtiger als Perfektion.

Alexej Janzen

„Kleine Fortschritte sind viel wichtiger als Perfektion. Es ist erstaunlich, dass sich die Jungen so lange konzentrieren können. Sie haben auch gelernt, sich gegenseitig zu helfen“, lobt Alexej Janzen die Gruppe. Von der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung und Kultur Bochum wurde die Projektwoche finanziell unterstützt. „Ziel ist es, die Kreativität und zugleich die Integration zu fördern“, erläutert Hofbesitzerin Christa Peitzmeier. Die Mitorganisatorin ist auf tiergestützte Pädagogik spezialisiert. Ganz begeistert waren die Kinder auch, als sie vor dem praktischen Teil auf der Weide einige Ziegen streicheln durften.

Fußball in den Pausen

Geprägt von Dynamik war auch das übrige Programm, das in der vorletzten Ferienwoche stattgefunden hat. In den Pausen standen Fußball und Konzentrationstraining mit Paula van der Woude auf dem Plan. Giesela Hörster, ehrenamtliche Leiterin der Flüchtlingshilfe, sorgte für das leibliche Wohl. Von ihrer Mitstreiterin Margarethe Mastalirsch wurden die Teilnehmer chauffiert. Ein Bulli wurde vom Pastoralverbund Bielefeld-Süd bereit gestellt. Aufwendig sei die Einhaltung von Hygienevorschriften gewesen, erklärt das Team.

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