19 Ehrenamtliche des DRK aus der Stadt helfen während des zweiwöchigen Lockdowns
In der schnellen Eingreiftruppe

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Seinen bislang größten Einsatz in der Corona-Krise hatte der Kreisverband Gütersloh des Deutschen Roten Kreuzes Kreis Gütersloh als schnelle Eingreiftruppe in der Fleischindustrie. Unter den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes waren 19 aus Schloß Holte-Stukenbrock. 600 ehrenamtliche Stunden haben allein sie investiert. Zwei von ihnen sind die Rotkreuzleiter Janet Müssig und Patrick Chatzigeorgiou.

Samstag, 11.07.2020, 05:00 Uhr
Die Rotkreuzleiter Janet Müssig und Patrick Chatzigeorgiou waren zwei der 19 Helfer aus dem DRK-Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock, die beim Testen im Tönnieswerk und bei der Versorgung der Menschen in Quarantäne dabei waren. Foto: Monika Schönfeld

Erster Einsatz in Halle

Patrick Chatzigeorgious erster Corona-Einsatz war am 23. März, als am Wochenende im Haller Dialyse-Zentrum zwei Dialyse-Patienten sowie drei Mitarbeiter des Zentrums positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren. Dialyse-Patienten durften nicht länger mit normalen Taxis transportiert werden. Die Krankentransporte wurden durch Mitarbeiter und Fahrzeuge des Deutschen Roten Kreuzes mit Unterstützung des Kreises durchgeführt.

Im alten Bauhof in Verl wurden die Lebensmittel-Tüten gepackt, die an die Menschen in Quarantäne in Sürenheide verteilt wurden.

Im alten Bauhof in Verl wurden die Lebensmittel-Tüten gepackt, die an die Menschen in Quarantäne in Sürenheide verteilt wurden. Foto: Janet Müssig

„Wir haben einen von 25 in NRW stationierten Betreuungs-Kombis 2.0. In normalen Zeiten können wir damit vier Rollstuhlfahrer transportieren. Gedacht sind sie für den Katastrophenschutz. Es könnte ja sein, dass man einmal ein ganzes Altenheim evakuieren muss“, sagt Patrick Chatzigeorgiou, der mit Jonas Klasfauseweh die Patienten zur Dialyse gefahren hat.

Im Mai war er dann bei den Testungen im Tönnies-Werk dabei. Teams von vier bis sechs Leuten arbeiteten dort immer zusammen. Außerdem hat er als Funker im Einsatzleitwagen des Technischen Hilfswerks (THW) gearbeitet. „Aus ganz NRW sind Teams angerückt“, sagt Patrick Chatzigeorgiou (26), der als Gärtner bei der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock arbeitet. „In der Registrierung hatten wir nicht viel Zeit, uns mit den Menschen zu unterhalten. Mal ein paar Wortbrocken. Aber bei 1600 Menschen, die am Tag getestet worden sind, musste es schnell gehen“, sagt der Rotkreuzleiter. Die Helfer des Ortsvereins seien über Melder angefordert worden. „Ein Problem ist, dass viele Arbeitgeber Bedenken haben, die Helfer könnten sich anstecken.“

600 Lebensmittelpakete wurden am ersten Abend der Quarantäne bis 1 Uhr nachts an die Menschen verteilt.

600 Lebensmittelpakete wurden am ersten Abend der Quarantäne bis 1 Uhr nachts an die Menschen verteilt. Foto: Janet Müssig

Während die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock Patrick Chatzigeorgiou freigestellt hat, um seiner Arbeit im DRK nachzukommen, kann Janet Müssig nur dann ehrenamtlich arbeiten, wenn sie Freischicht oder frei hat. Die 37-Jährige arbeitet als Krankenschwester in der Kardiologie des Klinikums Bielefeld-Mitte.

In der Einsatzleitstelle

Die Rotkreuzleiterin im Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock hatte drei Einsatzbereiche in der Soforthilfe des zweiten Lockdowns der vergangenen zwei Wochen. In der Einsatzleitstelle, die in der Kreisfeuerwehrschule in St. Vit eingerichtet worden war, hat sie administrative Aufgaben erledigt, zum Beispiel Einsätze eingetragen und Tabellen erstellt. Dann hat sie in der Verpflegung für die 40 Teams gearbeitet. Jedes Team besteht aus vier Leuten plus Einsatzführung und Bundeswehrsoldaten, die die Daten händisch erfassen mussten. Die Verpflegungseinheit wird noch bis diesen Sonntag aufrecht erhalten.

Zeit für ein Selfie: Janet Müssig und Raphael Klasfauseweh vor dem Betreuungs-Kombi 2.0.

Zeit für ein Selfie: Janet Müssig und Raphael Klasfauseweh vor dem Betreuungs-Kombi 2.0. Foto: Janet Müssig

Janet Müssig war aber auch in Verl eingesetzt, erst als Funker in der THW-Führungsstelle, dann aber auch beim Packen der Hilfsgüter und Lebensmitteltüten im alten Bauhof in Verl für die Menschen, die in Verl-Sürenheide unter Quarantäne standen. „Am Samstag, 20. Juni, haben wir mit drei Fahrzeugen und zwölf Leuten und Zugführer aus Schloß Holte-Stukenbrock bis nach 1 Uhr nachts am Sonntagmorgen Pakete ausgegeben“, sagt Janet Müssig. „Erst haben wir nur Milch, Nudeln, Kekse und Getränke eingepackt, später kam frisches Brot dazu. 600 Tüten haben wir am Bauzaun übergeben, geschützt vom Sicherheitsdienst aus Hövelhof.“

„Ich hatte den Eindruck, dass es gut organisiert war und deshalb gut geklappt hat. Allerdings hatte ich ein seltsames Gefühl dabei, dass man die Leute einsperren muss. Das ist Freiheitsberaubung, wenn man es recht bedenkt. Und aufgrund der Sprachbarrieren haben viele nicht verstanden, was mit ihnen passiert“, sagt die Rettungssanitäterin und Rotkreuzleiterin.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7489227?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Nach Reitstallbrand: 15.000-Euro-Belohnung ausgelobt
Vor einer Pferdebox erinnert ein Strauß mit weißen Rosen an die verstorbenen Pferde. Foto: Louis Ruthe
Nachrichten-Ticker