Somali-Schwarzkopf-Schafe bringen Leben ins Nashorngehege
Der alte „Snoopy“ genießt die Gesellschaft zweier Damen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Snoopy“ hat offenbar seinen Lebenswillen wiedergefunden. Der mit 50 Jahren zweitälteste Nashornbulle in Gefangenschaft lag nach dem Tod seiner Gefährtin Buffy vor drei Jahren nur faul in seinem Gehege im Safariland Stukenbrock. Jetzt hat er Gesellschaft. Und wenn „Michaela“ und „Claudia“ mit ihrem dicken Hintern wackeln, rafft Snoopy seine 2,5 Tonnen Gewicht auf und trottet den Damen hinterher.

Donnerstag, 09.07.2020, 15:06 Uhr aktualisiert: 09.07.2020, 15:16 Uhr
Die beiden jungen Damen sind gut fürs Lebensgefühl des alten Nashornbullen im Safariland Stukenbrock. Wenn die Somali-Schwarzkopfschafe „Claudia“ und „Michaela“ mit dem Popo wackeln, trottet ihnen „Snoopy“ hinterher. Foto: Monika Schönfeld

Claudia und Michaela sind Somali-Schwarzkopf-Schafe, so genannte Fettsteiß-Schafe, die nicht wegen ihrer Wolle, sondern wegen des Fleisches in Afrika gezüchtet werden. Die beiden Animierdamen stammen aus dem Tierpark Straubing. Und da Michaela mit der Hand aufgezogen wurde, ist sie sehr zutraulich. Sie kommt gerne an den Zaun und lässt sich von den Besuchern streicheln. Und die haben jetzt richtig was zu gucken, denn Snoopy kommt garantiert hinterher.

Corona-Krise führt zu noch mehr Wilderei

„Es ist normal, dass Nashornbullen im Alter als Einzelgänger allein leben – auch in der Wildnis“, sagt der zoologische Leiter des Safarilandes, Markus Köchling. Allerdings haben Besucher die Parkleitung darauf angesprochen, dass der Bulle so einsam wirke. „Wir haben es mit afrikanischen Ziegen versucht. Die sind aber immer über den Zaun gesprungen.“ Deshalb habe er den Somali-Schafen eine Chance gegeben. „Es ist eine innige Wohngemeinschaft entstanden. Sie haben getrennte Schlafzimmer, aber ein gemeinsames Wohnzimmer.“

Zum 50. Geburtstag von „Snoopy“ ist Safariland-Chefin Elisabeth Wurms dem Verein „Go for Rhino“ beigetreten. Zoos sind für die Erhaltungszucht und den Artenschutz wichtig. Und gerade Nashörner haben Hilfe bitter nötig. Die Corona-Krise hat zu noch mehr Wilderei geführt. „Die Touristen fehlen“, berichtet Markus Köchling, der jährlich Artenschutzprojekte in Afrika besucht. Wenn keine Touristen kommen, haben die Nationalparks keine Einnahmen. Keine Einnahmen bedeuten, dass keine Ranger zum Schutz der Tiere bezahlt werden können. Das erleichtere die Wilderei. „Wilderei bedeutet den sicheren Tod der Nashörner. Das Horn der Tiere gilt als Heilmittel und als Partydroge.“

Corona-Helfer haben freien Eintritt

Weiteren Artenschutz betreibt das Safariland auf der Fläche, auf der das Lemuren-Reservat entstehen soll. Dessen Bau ist verschoben worden. Jetzt ist die 2500 Quadratmeter große Blumenwiese die Heimat von Sabine. Die hat Werkstudent Nils Brambrink erfunden. Sie erklärt Kindern und Eltern die Welt der Schwarz-Gelben – der Erdhummel, der Honigbiene und der Feldwespe.

Bis zum Ende der Sommerferien in NRW am 11. August haben alle Corona-Helfer (Krankenschwestern, Altenpfleger, Ärzte, Soldaten, Feuerwehrleute und Polizisten) gegen Vorlage des Berufsausweises freien Eintritt ins Safariland Stukenbrock.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7487203?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Nach Reitstallbrand: 15.000-Euro-Belohnung ausgelobt
Vor einer Pferdebox erinnert ein Strauß mit weißen Rosen an die verstorbenen Pferde. Foto: Louis Ruthe
Nachrichten-Ticker