Günter Potthoff übergibt ein „Wehrschach“-Spiel an die Gedenkstätte Stalag
Mit Jagdfliegern und Infanterie

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Im Internet werden für solch ein Spiel hohe Preise aufgerufen, Sammler von Stücken aus dem Dritten Reich legen viel Geld dafür auf den Tisch. Das soll mit diesem „Wehrschachspiel“ nicht passieren. Ortsheimatpfleger Günter Potthoff hat es von einer Frau aus Schloß Holte-Stukenbrock bekommen. Und der will das Spiel weiterleiten an Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag 326 . „Dort werden fürs Museum viele Exponate gebraucht“, sagt Potthoff.

Dienstag, 07.07.2020, 19:25 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 19:30 Uhr
Mit Panzern, Fliegern und Infanterie rückt man im „Wehrschach“ vor: Ein Spiel fürs Museum. Foto: Monika Schönfeld

Das Spiel sieht in etwa aus wie ein Dame-Spiel, ist aber unter dem Namen Wehrschach oder Tak-Tik bekannt. Es war in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges eine bei Soldaten verbreitete Schachvariante für zwei Spieler. Erstmals vorgestellt wurde es im April 1938 in der Illustrierten Deutschen Schülerzeitung und 1939 von Bernhard Lehnert in Berlin herausgegeben, der auch die Wehrschach-Sportleitung gründete.

Eine Grundidee des Wehrschach wurde schon 1779 in der Zeitschrift Der Teutsche Merkur veröffentlicht. Aus dem Kriegsschachspiel des 18. Jahrhunderts hatten sich nach einigen Jahrzehnten Vorläufer der modernen militärischen Planspiele entwickelt. Obwohl Wehrschach in einer Auflage von 25.000 Spielen erschien, wurden Zweifel geäußert, ob das Spiel derart weit verbreitet war, wie vom Herausgeber behauptet wurde, oder ob es sich um reine Propaganda handelt.

Das Wehrschach bezog militärische Bezeichnungen ein, wandelte aber letztlich nur die Schachregeln ab. Es wurde auf einem Brett mit 11 mal 11 Feldern gespielt, die durch zwei Diagonalen und zwei weitere Linien in mehrere Gebiete unterteilt waren. Hinzu kommen zwei Seengebiete, die durch Wellenlinien gekennzeichnet sind. Die Spielfiguren symbolisieren Truppen und Waffen. Die Hauptfigur hat die Form des Wehrmachtsadlers, es gibt Jagdflieger, die Panzerkampfwagen, die Artillerie und die Infanteristen.

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