Corona sei Dank: Bahnhofstraße wird zur Strandpromenade
Biergärten an historischen Standorten

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Sommer, Sonne, Strand – dafür braucht man nicht mehr wegzufahren. An der Bahnhofstraße gibt es das alles. Die Biergartenmeile ist der neue Strand in Schloß Holte.

Freitag, 03.07.2020, 07:00 Uhr
Der Biergarten am Bahnhof von Chaplin und La Cuccina: Ingrid Penkert und Tochter Jessica Alberts genießen ihr Feierabend-Bier. Udo Völkel (Chaplin) serviert die Getränke, Rüdiger Paul (La Cuccina) die Speisen. Foto: Monika Schönfeld

 

Am Bahnhof

An die Tradition der alten Bahnhofsgaststätte knüpft der Biergarten am Bahnhof an. Udo Völkel, Wirt des Chaplin auf der gegenüber liegenden Straßenseite, und Rüdiger Paul, Chef des La Cuccina im Bahnhof, haben sich zusammengetan und den Biergarten am Gleis der Sennebahn eröffnet. Die 15 Festzeltgarnituren und Stehtische im Schatten der alten Kastanienbäume waren zur Eröffnung bei hohen Temperaturen sehr beliebt.

Hier fühlt man sich wie „der liebe Gott“. Das ist nicht nur so ein Spruch. Als „lieber Gott“ wurde Gerhard Oberteicher tituliert, der von 1963 bis 1987 die Bahnhofsgaststätte mit seiner Frau Ursula geführt hat. Die Gaststätte war seit 1928 in Familienbesitz und hat als „das grüne Häuschen“ begonnen. Der Wirt der Bahnhofsgaststätte, bei dem die Bahnarbeiter und Reisende ein und aus gingen, wusste alles. „Wie der liebe Gott. Daher kam der Spitzname“, erzählt Christel Pähler vor der Holte, die zu den ersten Gästen gehört.

Danach hat Josef Pollmüller die Bahnhofsgaststätte übernommen und als „Bayrischer Bahnhof“ bis 2001 Bier aus dem Süden der Republik ausgeschenkt.

Nach langer Abstinenz wird der Biergarten sehr gut angenommen. „Es ist schön, dass sich an dieser Ecke etwas tut. Bietet sich ja auch an, unter diesen schönen Bäumen“, sagen Ingrid Penkert und Tochter Jessica Alberts, die hier ihr Feierabend-Bier genießen. Geöffnet ist bei gutem Wetter täglich ab 16 Uhr, Montag ist Ruhetag.

Der Biergarten der Sky-Bar Balla-Balla am Ölbachstrand: Für Jürgen und Nicole Gutknecht und Tochter Alexa (3) ist der Biergarten von Hartwig Stenglein das zweite Wohnzimmer.

Der Biergarten der Sky-Bar Balla-Balla am Ölbachstrand: Für Jürgen und Nicole Gutknecht und Tochter Alexa (3) ist der Biergarten von Hartwig Stenglein das zweite Wohnzimmer. Foto: Monika Schönfeld

Am Ölbachstrand

„Bei diesem Wetter wollen alle raus“, sagt der Wirt der Sky-Sportbar Balla-Balla , Hartwig Stenglein, der den ersten Biergarten an der Bahnhofstraße eröffnet und inzwischen zum Biergarten am Ölbachstrand ausgebaut hat. Nach dem zweiten Lockdown durften nur zwei Leute oder eine Familie am Tisch sitzen. „Ich habe schon 50 Leute wegschicken müssen“, sagt er am Freitagabend, als die Temperaturen auch abends noch bei 30 Grad liegen.

An der Grenze des Biergartens plätschert der Ölbach, der Strand ist durch Rindenmulch angedeutet, auf dem es sich angenehm laufen lässt. Jürgen und Nicole Gutknecht und ihre Tochter Alexa (3) gehören zum Stammpublikum. „Das ist unser zweites Wohnzimmer“, sagen sie, weil sie gerade mal 300 Meter entfernt wohnen. „Schön wäre es, wenn der Biergarten auch nach Corona weiter betrieben wird. Es ist richtig gemütlich hier“, sagt Jürgen Gutknecht. Dieser Biergarten ist bei schönem Wetter täglich ab 17 Uhr geöffnet, samstags und sonntags ab 13 Uhr.

Ein echter Strand mit Sand im Foodgarden: Manfred und Doris Pieper genießen die Abendsonne bei Musik im stilvollen Ambiente im Liegestuhl. Jens Dresselhaus serviert die Getränke.

Ein echter Strand mit Sand im Foodgarden: Manfred und Doris Pieper genießen die Abendsonne bei Musik im stilvollen Ambiente im Liegestuhl. Jens Dresselhaus serviert die Getränke. Foto: Monika Schönfeld

Pollhans-Beach

Hinter dem Bahnübergang an der Bahnhofstraße ist ebenfalls ein historischer Gaststätten-Standort. 2013 wurde die Gaststätte Pollhans Brey’s abgerissen, nachdem sie sechs Jahre leer stand. Das Gelände gehört Hubert Kerstingjohänner, der sich gut mit dem Konzept des „ Foodgarden “ anfreunden konnte, den Jens Dresselhaus und Vahid Sanatjou betreiben.

Zum Streetfood-Stand und Bierwagen ist Sarah Wurms mit ihrem Crêpes gestoßen. Sie serviert aber nicht nur Crêpes, sondern auch Erdbeerbecher, Zitronen-Mascarpone und andere erfrischende Leckereien.

Seit vergangenem Wochenende sind 20 Tonnen Sand aufgeschüttet worden, auf dem 50 extra angefertigte Liegestühle als Beach-Plätze für das Urlaubsgefühl sorgen. „Wir wollen den Gästen jede Woche etwas Neues bieten“, sagt Jens Dresselhaus. Das Toilettenhäuschen ist behindertengerecht, bekommt noch eine Auffahrrampe und ist witzig aufgemacht als „Getränke-Rückgabe“. Lounge-Musik macht das sommerliche Flair perfekt.

„Den ersten Samstag nach dem Lockdown werden wir ein großes Beef-Grillen machen. 100 Kilogramm US-Beef sind geordert. Dann gibt es 300-Gramm-Steaks vom Grill“, sagt Jens Dresselhaus. „Jockel“ (Josef Kriener), Frontsänger der Emsperlen, wird dann live zu Gast sein. Um noch mehr Urlaubsatmosphäre zu schaffen, sollen ein Springbrunnen oder Wasserspiele unter den von Thorsten Gees aufgestellten Palmen plätschern. „Wir können den Foodgarden auch noch ausbauen“, sagt Jens Dresselhaus. Geöffnet ist mittwochs bis sonntags 12 bis 20 Uhr, am Wochenende bis 22 Uhr.

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