Verbandstoffwerk Trusetal und Landwirt Kipshagen lassen es blühen
Bienen lieben dieses Paradies

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Das ist der Trend der Zeit – und das ist gut so. Die Leute wollen umweltbewusst handeln und verlangen nach umweltfreundlichen Produkten.“ Das sagt der Geschäftsführer des Verbandstoffwerks Trusetal, Hartmut Otto. Er hat gemeinsam mit den Landwirten Wolfgang, Eva und Achim Kipshagen eine 2,7 Hektar große Blühwiese an der Bokelfenner Straße angelegt. Die macht den Insekten, Vögeln und Menschen Spaß – vor allem den Kindern.

Mittwoch, 01.07.2020, 05:00 Uhr aktualisiert: 01.07.2020, 12:44 Uhr
Hartmut Otto (links), Geschäftsführer des Verbandstoffwerks Trusetal, und Landwirt Achim Kipshagen haben eine 2,7 Hektar große Blühwiese an der Bokelfenner Straße angelegt. Nächstes Jahr soll es hier Aktionen mit Kindern geben. Foto: Monika Schönfeld

Das Unternehmen an der Konrad-Zuse-Straße stellt seit einem Jahr die für die Verbandstoffe verwendeten Materialien um. Statt Baumwolle, die viel Wasser und Dünger während des Wachstums verbraucht, werden vermehrt schnell wachsende Bambusfasern verwendet.

Trusetal stellt vorwiegend Augenpflaster her. Mit der Augenklappe wird das gesunde Auge abgedeckt, um das schielende Auge zu trainieren. Das medizinisch Augenokklusionspflaster genannte Pflaster war früher hautfarben, dann weiß, Hartmut Otto hat es bunt gemacht. Und jetzt ist es bei Kindern zum Statussymbol geworden wie bei den älteren die Zahnspange.

Jetzt können die Kinder mit ihren Augenklappen noch etwas über die Natur lernen. Trusetal hat Wiesenposter drucken lassen, auf die die Kinder ihre gebrauchten Augenklappen kleben können.

Die Zeit ist reif, die Leute verstehen, warum man die Natur bewahren muss.

Trusetal-Geschäftsführer Hartmut Otto

„Die Zeit ist reif, die Leute verstehen, warum man die Natur bewahren muss. Fridays for Future ist anerkannt, man sieht, dass die Bäume absterben. Mit einer Blühwiese tun wir der Natur etwas Gutes“, sagt Hartmut Otto. Die Familie Kipshagen, überwiegend in der Bullenmast und in der Weihnachtsbaumplantage tätig, hat das Gelände gepachtet. Für die laufenden Kosten kommt das Unternehmen Trusetal auf.

Die Wiese steht zurzeit in voller Blüte und wird nicht bewirtschaftet. „Das merkt man am Summen der Bienen und anderen Insekten. Von den Insekten leben die Vögel. Und in der Wiese finden andere Tiere Deckung“, sagt Achim Kipshagen.

Kindern die Natur nahe bringen

Trusetal will die Wiese aber auch dazu nutzen, Kindern die Natur nahe zu bringen. „Die Motivationsposter sind schon fertig, wir wollen mit Kindern an der Wiese arbeiten, Pflanzen bestimmen, Insektenhotels und Nistkästen bauen. Leider hat die Corona-Pandemie unsere Pläne durchkreuzt. Wir haben die Aktionen auf nächstes Jahr verschoben.“ Allerdings verschenkt Trusetal kleine Tütchen mit Saatgut an die Augenärzte, die sie ihren kleinen Patienten weitergeben. Die können ihre Miniwiese im Blumentopf oder Balkonkasten heranziehen. Bücher mit der Anleitung zum Bau eines Hochbeets sind schon bestellt. „Wir wollen Aktionen das ganze Jahr über mit Schulen und Kindergärten fortführen“, sagt Hartmut Otto.

Die Blühwiese ist weniger bunt als die Blühstreifen in der Stadt. Die Mischung von Farmsaat in Everswinkel enthält Phacelia, Alexandrinerklee, Perserklee, Ölrettich, Seradella, Sommerwicke, Buchweizen esculentum, Weißen Senf, Blaue Lupine, Sonnenblume, Borretsch und Futtererbse. Ein Imker wird demnächst ein Bienenvolk hier stationieren, das Sommertracht-Honig ernten wird. Die Saatmischung ist nach den Wünschen der Imker ausgewählt worden.

Aktuelle Neuigkeiten rund um das Treiben auf der Blühwiese gibt es im Internet .

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