Bau- und Liegenschaftsbetrieb will 2021 den zehn Mietern der ehemaligen Dienstwohnungen kündigen
„Nicht mehr sanierungsfähig“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW in Bielefeld will den Mietern der Häuser am Lippstädter Weg an der Polizeischule (Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW) im Frühjahr 2021 kündigen. Das ist den zehn Mietern jetzt schon schriftlich angekündigt worden.

Donnerstag, 11.06.2020, 05:00 Uhr
Die Mieter der Häuser am Lippstädter Weg auf dem Gelände der Polizeischule sollen 2021 gekündigt werden. Foto: Monika Schönfeld

Carsten Pilz, Sprecher des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Bielefeld, bestätigt, dass es sich bei den ehemaligen Dienstwohnungen um zwölf Gebäude handelt, von denen zehn bewohnt sind. Sie wurden im Jahr 1962 (24er-Hausnummern) beziehungsweise 1959 (Hausnummern 28 und 30) erbaut und seien unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht mehr sanierungsfähig. „Der BLB NRW hat die Gebäude in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder so gut wie möglich instand setzen lassen, um den Bewohnern den Verbleib in ihren Wohnungen bis auf Weiteres zu ermöglichen. Aufgrund der aktuellen baulichen Situation der Wohnungen hat sich der BLB NRW nun jedoch dazu entschlossen, die Wohnungen aufzugeben und die Mietverhältnisse im Frühjahr 2021 zu kündigen.“

Durch die Vorankündigung wird die individuelle Kündigungsfrist um rund ein Jahr verlängert. Der BLB NRW wird diese Phase nutzen, um die Mieter bei der Wohnungssuche zu begleiten.

Carsten Pilz, Sprecher des BLB

Um den Bewohnern für einen Umzug jedoch eine möglichst große Zeitspanne zur Wohnungssuche zu gewähren, seien die Mieter bereits im Februar 2020 mit einem Schreiben über die Kündigungsabsicht des BLB NRW informiert worden. Der BLB NRW sei seitdem mit den Mietern im Gespräch, um eine einvernehmliche und individuelle Lösung zu erreichen. „Durch die Vorankündigung wird die individuelle Kündigungsfrist um rund ein Jahr verlängert. Der BLB NRW wird diese Phase nutzen, um die Mieter bei der Wohnungssuche zu begleiten. Auch die Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hat hierbei Unterstützungsmöglichkeiten angeboten“, sagt Pilz.

Wir weisen darauf hin, dass der Vorschlag, die Häuser abzureißen, nicht von uns kommt. Deshalb wehren wir uns dagegen, uns die Schuld zuzuweisen.

Oliver Nickel, Geschäftsführer des Fördervereins Gedenkstätet Stalag 326

In Stukenbrock-Senne schießen allerdings die Gerüchte ins Kraut. So wird gemunkelt, der Geschäftsführer des Fördervereins Gedenkstätte Stalag , Oliver Nickel, schmeiße seinen eigenen Vater aus dem Haus, damit die Gedenkstätte Stalag 326 ausgebaut werden kann. Diese Gerüchte waren am Mittwoch Thema einer Vorstandssitzung des Fördervereins Stalag. „Wir weisen darauf hin, dass der Vorschlag, die Häuser abzureißen, nicht von uns kommt. Deshalb wehren wir uns dagegen, uns die Schuld zuzuweisen.“

Oliver Nickel sagt auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES, dass in den bisher bekannten Plänen für das Gelände der Abriss der Häuser nicht vorgesehen sei und der Förderverein davon überrascht worden sei.

„Wir erklären uns natürlich solidarisch mit den Bewohnern. Ich bin da groß geworden und kenne die Senner gut. Wir haben gegenüber den Leuten eine Verpflichtung und soziale Verantwortung und wollen nicht, dass man ihnen kündigt“, sagt Oliver Nickel. Er persönlich sehe auch keine Notwendigkeit dafür. Sein 83-jähriger Vater wohne seit 47 Jahren dort. „Man kann die Menschen, die dort verwurzelt sind, nicht verpflanzen. Sie leben in einer engen Gemeinschaft in Stukenbrock-Senne.“

Bis Ende August erwartet der Lenkungskreis für den Ausbau zu einer nationalen Gedenkstätte unter der Leitung von Landtagspräsident André Kuper die Machbarkeitsstudie. Bis zur Verwirklichung werden allerdings noch einige Jahre ins Land ziehen.

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