Heideverein Sende beantragt Dorfplatz und Dorfbüro
Kosten und Konzept fehlen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Dorfbüro für den Stadtteil Sende halten alle Mitglieder des Kulturausschusses für eine gute Idee. „Wir sind absolut für das Projekt“, sagte Britta Rusch (CSB) im Ausschuss am Montag. Jetzt kommt das große Aber: Völlig ungeklärt ist noch, welche Arbeiten notwendig sind, was das Ganze kostet und wer den Hut aufhat.

Mittwoch, 10.06.2020, 05:00 Uhr
Nach Wunsch des Heidevereins Sende könnte die Fläche vor der Elbrachtschule zum Dorfplatz werden. Für ein Dorfbüro könnte sich das nicht genutzte Obergeschoss des alten Schulgebäudes eignen, das einen separaten Eingang hat. Foto: Monika Schönfeld

Das ist überparteilicher Konsens. Der Antrag des Heidevereins Sende ist deshalb zurück an die Fraktionen verwiesen worden. Bis zum 30. September soll der Rat einen Grundsatzbeschluss fällen, um noch in den Genuss finanzieller Förderung aus dem IKEK (Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept) zu kommen.

Zuschussanträge bis 30. September

Wir mehrfach berichtet, möchte der Heideverein Sende den Platz vor der Elbrachtschule zu einem Dorfplatz entwickeln. Das Obergeschoss des alten Gebäudes der Schule steht leer – nach Ansicht des Heidevereins ein idealer Platz für ein Dorfbüro als Treffpunkt der Generationen. Für die Nutzung als Dorfbüro müssten aber sanitäre Einrichtungen, eine Küchenzeile und ein Treppenlift installiert werden. Wie in der Verwaltungsvorlage zu lesen ist, sind diese Maßnahmen wie auch die Umgestaltung des Platzes förderfähig im Rahmen des IKEK. Die Anträge auf Zuschüsse müssen bis zum 30. September gestellt werden. Offenbar hat es schon einen Termin der Verwaltung mit der Schulleiterin der Elbrachtschule gegeben. Sie steht einem Dorfbüro positiv gegenüber. Das Obergeschoss hat einen gesonderten Eingang, der nicht auf dem Schulgelände liegt, so dass es keinerlei Konflikte mit der schulischen Nutzung gebe.

Schaffen wir einen Präzedenzfall für die anderen Ortsgemeinschaften in Stukenbrock-Senne und Liemke?

Britta Rusch (CSB)

„Wir haben überhaupt keine Hintergrundinformationen. Geht das Geld an den Verein? Schaffen wir einen Präzedenzfall für die anderen Ortsgemeinschaften in Stukenbrock-Senne und Liemke? Uns wäre lieber, die Stadt hätte den Hut auf und gewinnt den Heideverein als Kooperationspartner“, sagte Britta Rusch. Sie meint, mit dem Umbau und dem Einbau eines Fahrstuhls könne es sich um ein Fass ohne Boden handeln. Ohne Informationen über den Zustand des Gebäudes und den Kosten sei kein Beschluss möglich. „Ich bin bereit, einem Dorfbüro und einem Dorfplatz zuzustimmen. Die Kostenaufstellung fehlt aber. Und wo das entsteht, sollte offen bleiben.“

Schön, dass in Sende etwas passiert.

Lars Pankoke (CDU)

„Schön, dass in Sende etwas passiert“, sagte CDU-Fraktionschef Lars Pankoke. Stukenbrock-Senne und Liemke hätten es vorgemacht. „Toll, dass sich der Heideverein als Ortsgemeinschaft fühlt.“ Aber auch er will keinen Freibrief ohne Zahlen ausstellen. „Was wird gefördert, wie hoch ist die Summe? Wo fangen wir an? Ich könnte mir ein Modell vorstellen wie beim Sportheim Sende. Der Verein nimmt den Umbau selbst in die Hand und bekommt dafür einen Zuschuss von der Stadt. Wir geben das Signal, dass wir die Idee toll finden, aber wir brauchen mehr Fleisch an den Knochen.“

 

Da steckt noch viel Arbeit drin.

Philipp Ashton (Bündnis 90/Die Grünen)

Philipp Ashton (Bündnis 90/Die Grünen) gab zu bedenken, dass es sich um ein 118 Jahre altes Gebäude handele, das Überraschungen bergen könne. „Was der Heideverein macht, ist toll. Die Malnachmittage sind gut angekommen. Bedarf ist da, das zeigen auch die Seniorennachmittage.“ Er finde es gut, was der Heideverein noch alles machen will. „Da steckt noch viel Arbeit drin.“

SPD und FDP schlossen sich an, erst eine Kostenschätzung und Pläne sehen zu wollen. Deshalb ist der Antrag einstimmig zurück an die Fraktionen verwiesen worden. Einen politischen Grundsatzbeschluss bis zum 30. September hält der Ausschuss für möglich.

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