Christoph Hartmann aus Schloß Holte-Stukenbrock verliert Einrad-Bestmarke aus 2014 an 20-Jährige Der Weltrekord ist futsch

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Seit 2014 stand sein Name in Verbindung mit einem Weltrekord. Jetzt ist die Bestmarke von Christoph Hartmann geknackt worden. Von einer Frau. „Das wurmt mich schon ein bisschen“, sagt der 31-Jährige, der einst in Montreal (Kanada) auf dem Einrad in einer Stunde 32,230 Kilometer abgerissen hatte. Jana Tenambergen aus dem südbadischen Wittnau schaffte nun noch mehr. Auf dem 4,8 Kilometer langen Rundkurs eines Opel-Testzentrums in Rodgau bei Frankfurt legte die 20-Jährige innerhalb einer Stunde 33,293 Kilometer zurück.

Von Dirk Heidemann
Christoph Hartmann ist auf seinem Einrad richtig schnell. Sein Weltrekord im Stundenfahren ist jetzt aber futsch. Eine 20-Jährige hat den 31-Jährigen überrundet. Hartmann gönnt ihr den Erfolg. Darauf ausruhen dürfe sie sich aber nicht, meint er.
Christoph Hartmann ist auf seinem Einrad richtig schnell. Sein Weltrekord im Stundenfahren ist jetzt aber futsch. Eine 20-Jährige hat den 31-Jährigen überrundet. Hartmann gönnt ihr den Erfolg. Darauf ausruhen dürfe sie sich aber nicht, meint er. Foto: Privatarchiv

Jana Tenambergen ist keine Unbekannte

Für Christoph Hartmann, der bis zum Frühjahr 2018 in Schloß Holte-Stukenbrock gelebt hat und nun in Detmold-Heidenoldendorf wohnt, ist Jana Tenambergen keine Unbekannte. Er lernte die damals 14-Jährige bei der Weltmeisterschaft in Montreal kennen, wo er quasi „nebenbei“ den bis vor kurzem gültigen Weltrekord aufstellte. „Sie war damals mit ihrem Vater da, wir waren in der gleichen Unterkunft untergebracht. Es hatte sich schon damals abgezeichnet, dass Jana über großes Potential verfügt. Sie hat es offensichtlich ausgebaut und nach meinen Informationen zuletzt viel auf dem Rennrad trainiert. Auch wenn ich den Rekord jetzt los bin: ich gönne es ihr“, sagt Christoph Hartmann, der weiterhin dem RSV Schwalbe Augustdorf angehört und dort Einradhockey spielt.

Seine großen Erfolge als Einzelsportler liegen schon ein wenig zurück. Von 2008 bis 2014 war er ununterbrochen Deutscher Meister im Einrad-Marathon. 2012 holte sich Christoph Hartmann bei der WM 2012 in Italien die Titel über 10 und 100 Kilometer. 2014 gelang bei der WM in Montreal die Titelverteidigung über 10 Kilometer – mit über 180 Drehungen pro Minute in Weltrekordzeit. Und eben der jetzt überbotene Stunden-Weltrekord, den Christoph Hartmann damals auf der Formel 1-Strecke aufstellte. „Ich bin die Sache vor Ort ganz spontan angegangen. So fit und austrainiert wie 2014 war ich nie wieder“, sagt der 31-Jährige.

Coronavirus stoppt alle Aktiven

2017 wurde er im niederländischen Sittard-Geleen noch einmal Europameister über die Marathon-Distanz, dann begann der Körper zu streiken. Schmerzen im Rücken verhinderten eine Teilnahme an der WM 2018 in Südkorea („Ich habe auch den Reiseaufwand gescheut“), 2019 wurde es nicht viel besser. Für 2020 hatte Christoph Hartmann sein Comeback bei der WM in Frankreich geplant und war bereits angemeldet, doch das Coronavirus machte allen Aktiven einen Strich durch die Rechnung. Die Welt-Titelkämpfe sollen aber 2021 nachgeholt werden, dann natürlich mit Christoph Hartmann. Gibt es Überlegungen, sich den Stunden-Weltrekord zurückzuholen? „Wie gesagt, ich gönne Jana erst mal den Erfolg. Aber sie soll sich mal nicht darauf ausruhen“, meint der Ex-Rekordhalter mit einem Augenzwinkern.

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