Pferde begeisterten Dr. Traute Prinzessin zur Lippe schon als kleines Mädchen „Oft kam ich zu spät nach Hause“

Schloß Holte-Stukenbrock/Detmold (WB). Seit dem Tod ihres Mannes Armin Prinz zur Lippe ist Prinzessin Traute Schirmherrin des im Jahr 2000 ins Leben gerufenen Landschaftspflege-Projektes „Senner Pferde“. Es geht dabei um eine sehr alte Pferderasse, die bereits 1080 nach Christi zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird und lange Zeit halbwild in der Senne und im Teutoburger Wald lebte.

Adeliger Besuch in der Senne: Bei Sonnenschein lässt es sich im vergangenen Frühjahr die Schirmherrin des Projektes, Prinzessin Dr. Traute zur Lippe, nicht nehmen, beim Auftrieb der Senner Pferde dabei zu sein. Zur Begrüßung gab es Äpfel und Möhren. Mitkommen durften auch Nele und Viktoria. Sie kommen den Senner Pferden im Naturschutzgebiet Moosheide ganz nahe.
Adeliger Besuch in der Senne: Bei Sonnenschein lässt es sich im vergangenen Frühjahr die Schirmherrin des Projektes, Prinzessin Dr. Traute zur Lippe, nicht nehmen, beim Auftrieb der Senner Pferde dabei zu sein. Zur Begrüßung gab es Äpfel und Möhren. Mitkommen durften auch Nele und Viktoria. Sie kommen den Senner Pferden im Naturschutzgebiet Moosheide ganz nahe. Foto: Manuela Fortmeier

Als sich im Zusammenhang mit der Landschaftspflege die Frage stellte, wie der Wald und freie Grasflächen sich verändern, wenn sie beweidet werden, schienen die Senner besonders geeignet, bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen. Schließlich hatten sie sich über Jahrhunderte in der Natur selbst versorgt. Jetzt, wenige Tage bevor einige Senner wieder in der Moosheide zu Selbstversorgern werden, hat WB-Mitarbeiterin Manuela Fortmeier mit Prinzessin Traute zur Lippe gesprochen.

Prinzessin zur Lippe, wann oder wodurch wurde Ihre Liebe zu Pferden entfacht?

Dr. Traute Prinzessin zur Lippe: Als ich ein kleines Mädchen war, führte mich mein Schulweg täglich am Landgestüt in Celle vorbei. Auf dem Heimweg blieb ich gern am Zaun des Gestüts stehen und schaute zu, wie die schönen Hannoveraner von ihren Bereitern trainiert wurden. Oft kam ich dann zu spät nach Hause, weil ich so fasziniert gewesen war, dass ich die Zeit völlig vergaß. Obwohl ich es mir immer gewünscht habe, hatte ich leider niemals Reitunterricht.

Können Sie die Merkmale und Besonderheiten zusammenfassen, weshalb Sie ausgerechnet von den Sennern so begeistert sind?

Prinzessin zur Lippe: Ich muss zugeben, dass ein gewisser Lokalpatriotismus dabei eine Rolle spielt. Für mich gehören die Pferde einfach zur Senne und zum Teutoburger Wald. Ihr freies Leben in dieser Landschaft haben Sie geprägt. Sie gelten als zäh und ausdauernd. Im Laufe der Jahrhunderte ist immer wieder auch Araberblut eingekreuzt worden, so dass ich ihre Gestalt als harmonisch empfinde. Die Proportionen stimmen einfach.

Was können Sie uns über das alte lippische Jagdschloss Lopshorn und die auf dem Schlossareal gelegenen Gestütsgebäude erzählen, die im Zusammenhang mit den Sennern immer wieder Erwähnung finden?

Prinzessin zur Lippe: Jedenfalls sind die Senner sehr viel älter, als das Jagdschloss gewesen ist, und zum Glück gibt es sie heute noch, während das Jagdschloss ganz kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges durch Brandstiftung zerstört wurde. Früher bildeten das Schloss und die links und rechts davon gelegenen Gestütsgebäude aus dem Jahr 1685 ein reizvolles architektonisches Ensemble. Die lange dort beheimateten Senner waren bereits im Verlauf der Revolution von 1918 dem Fürstenhaus zur Lippe enteignet worden. Aus Erzählungen meines Mannes weiß ich, dass es während seiner Kindheit und Jugend noch einen Senner-Schimmel mit Namen Thor im Eigentum der Familie gab. Alle nannten ihn zärtlich „Thörchen“. Er hatte unter anderem die Aufgabe, den Wagen zu ziehen, der regelmäßig Lebensmittel nach Lopshorn brachte, wo die Familie bis zum 2. Weltkrieg im Herbst stets einige Wochen verbrachte. Thörchen kannte den Weg genau. An einer steilen Stelle im Teutoburger Wald blieb er immer stehen und ging keinen Schritt weiter, ehe er nicht eine Möhre bekommen hatte.

Welchen Stellenwert hat der jährliche Auftrieb der Senner Pferde in das Naturschutzgebiet Moosheide für Sie als Schirmherrin des Projektes der Biologischen Station Kreis Paderborn?

Prinzessin zur Lippe: Ich freue mich immer wieder darauf, die Pferde wiederzusehen, die ich schon lange kenne, und natürlich ist es ebenso schön, die anderen Freunde der Senner zu treffen, die sich genauso wie ich freuen, die Pferde in ihre Sommer-Freiheit galoppieren zu sehen.

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