Immerhin darf die Evangelische Kirchengemeinde Schloß Holte-Stukenbrock wieder zum Gottesdienst einladen Singen verboten

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es ist ein schmaler Grat. Auf der einen Seite freuen sich Dr. Carsten Glatt und Reinhard E. Bogdan darauf, am kommenden Sonntag (10. Mai) zur gewohnten Zeit um 10.30 Uhr erstmals seit acht Wochen wieder zu Gottesdiensten in die Friedens- und in die Versöhnungskirche einladen zu dürfen. Auf der anderen Seite sagen die Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde SHS aber auch ganz klar: „Es entspricht nur in Ansätzen dem, wie wir uns einen Gottesdienst vorstellen.“

Von Dirk Heidemann
Pfarrer Reinhard E. Bogdan (von links), Küster Viktor Schauer und Pfarrer Dr. Carsten Glatt sind gespannt, wieviele Gemeindemitglieder am Sonntag in die Kirchen kommen.
Pfarrer Reinhard E. Bogdan (von links), Küster Viktor Schauer und Pfarrer Dr. Carsten Glatt sind gespannt, wieviele Gemeindemitglieder am Sonntag in die Kirchen kommen. Foto: Dirk Heidemann

Das größte Problem für beide: die Gemeinde darf nicht singen. „Ich hätte lieber 36 Menschen in der Kirche, die singen, als 72“, sagt Reinhard Bogdan, dem es wie Carsten Glatt um die Interaktion mit den Gläubigen geht. Immerhin wird Orgelmusik ertönen und ein Sänger/eine Sängerin die Lieder vortragen. Die Texte werden per Beamer an die Wand geworfen.

Die Stadt erlaubt das Singen

Ginge es nach der Stadt, dann könnte gesungen werden. „Doch wir halten uns zurück und halten uns an die Vorschläge, die von der Landeskirche erarbeitet wurden“, sagt Glatt. Die hatte auch darum gebeten, im Gegensatz zur katholischen Kirche, die bereits am vergangenen Wochenende wieder Gottesdienste durchführte, noch bis zum 10. Mai zu warten.

„Es sollte alles in Ruhe besprochen werden, mit dem Presbyterium und der Stadt. Das haben wir gemacht. Herr Lüke vom Ordnungsamt war am Dienstag hier und wir sind gemeinsam alles durchgegangen: Wie die Stühle gestellt werden, wo die Markierungen hinkommen und wo die Desinfektionsmittelspender stehen“, so Carsten Glatt.

Maximal 85 statt sonst 250 Besucher

Normalerweise fasst die Friedenskirche plus Empore 250 Besucher, jetzt sind maximal 85 zugelassen (Versöhnungskirche 180, jetzt 70). „Die Abstände zwischen den Stühlen von mindestens 1,5 Metern habe ich mit dem Zollstock vermessen“, sagt Küster Viktor Schauer. Im Eingangsbereich müssen die Hände desinfiziert werden und jeder Gottesdienstbesucher muss seine Kontaktdaten in eine Liste eintragen, damit mögliche Infektionsketten nachvollzogen werden können. Diese Listen werden von den Pfarrern vier Wochen lang unter Verschluss gehalten und anschließend vernichtet. Das Betreten der Kirche ist nur mit einem Mund-Nasen-Schutz gestattet. Bogdan und Glatt werden während des Gottesdienstes keine Gesichtsmasken tragen. Die Ausnahme bildet die Taufe, von der Reinhard E. Bogdan an diesem Sonntag gleich eine „im Angebot“ hat. Dafür werden die Stuhlreihen passend gestellt: Für Familienmitglieder, dann die Paten, dann Gäste.

Keine „Specials“

Andere „Specials“ wie das Abendmahl oder ein gemeinsames Kaffeetrinken mit den Gemeindemitgliedern im Anschluss an den Gottesdienst wird es vorerst nicht geben. Es wird also noch eine ganze Weile dauern, bis Dr. Carsten Glatt und Reinhard E. Bogdan den Gottesdienst wieder so feiern können, wie sie ihn sich vorstellen. Aber immerhin wird am Sonntag ein Anfang gemacht.

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