Schokohasen und Ampelsystem: So gehen die vier Grundschulen in Schloß Holte-Stukenbrock in den Tag Türen auf für die Viertklässler

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Irmgard Heimbrodt ist entspannt. So entspannt, wie man als Leiterin einer Grundschule sein kann, wenn mit dem Kollegium die Vorbereitungen zum Neustart nach bestem Wissen und Gewissen abgeschlossen worden sind. Die Nagelprobe steht heute ab 7.40 Uhr an. Dann kehren die ersten Viertklässler an die Pollhansschule zurück.

Von Dirk Heidemann
Tanja Edzards, Leiterin der Grauthoff-Elbracht-Schule, freut sich auf die Rückkehr der Viertklässler. Jedes Kind bekommt einen eigenen Schreibtisch, der mit einem Namensschild beklebt ist und auf dem zur Begrüßung ein Schokohase steht.
Tanja Edzards, Leiterin der Grauthoff-Elbracht-Schule, freut sich auf die Rückkehr der Viertklässler. Jedes Kind bekommt einen eigenen Schreibtisch, der mit einem Namensschild beklebt ist und auf dem zur Begrüßung ein Schokohase steht. Foto: Dirk Heidemann

Insgesamt 65 Schülerinnen und Schüler werden erwartet, die in Lerngruppen eingeteilt wurden und zu drei unterschiedlichen Zeiten mit dem Unterricht beginnen: um 7.40 (Klasse 4a), 7.50 (4b) und 8 Uhr (4c). „Die Kinder werden von jeweils einem Lehrer vom Schultor und den Fahrradständern abgeholt, dann geht es über separate Treppenhäuser in die Klassenräume“, schildert Irmgard Heimbrodt das Prozedere. Die drei Klassen werden halbiert, so dass sich etwa zehn Schüler in einem Raum aufhalten, der Kontakt zu Mitschülern ist auch während der Pausen untersagt. Zwischen den Tischen, an denen jeweils nur ein Schüler sitzt, ist der Mindestabstand von 1,5 Metern gewährleistet.

Hoffen auf Zeitplan bis zu den Sommerferien

„Wir wollen so viel Sicherheit wie möglich schaffen und sind in der glücklichen Situation, dass unser Anbau fertig ist. Das hilft natürlich ungemein“, sagt Irmgard Heimbrodt, die sich parallel schon mit der Frage beschäftigt, wie es an ihrer Schule weitergehen soll, wenn auch die Klassen 1 bis 3 zurückkehren. „Dann werden wir pro Tag wohl einen Jahrgang unterrichten und die Integrationsklassen dritteln. Klar ist, dass es weiter eine Mischung aus Präsenz- und Distanzlernen geben wird.“ Die Schulleiterin hofft, dass so ein Zeitplan bis zu den Sommerferien erstellt werden kann. 14 Lehrkräfte in Voll- und Teilzeit stehen ihr dafür zur Verfügung, vier Lehrer zählen zur Risikogruppe und können nicht eingesetzt werden.

In der Katholischen Grundschule Stukenbrock werden heute 72 Viertklässler erwartet, die in neun Gruppen aufgeteilt werden. „Die dafür benötigten neun Räume sind genau vermessen worden, um die Mindestabstände einzuhalten. Wir sind bestens vorbereitet“, berichtet Konrektor Benjamin Dreier. Er und seine Kollegen haben sich intensiv Gedanken im Hinblick auf den Re-Start gemacht. Wer kommt mit dem Bus? Wer benötigt Förderbedarf? Wer nutzt das OGS-Angebot? Auf alle diese Fragen gibt es ab 8 Uhr die passenden Antworten. „Wir werden den Unterricht langsam wieder hochfahren. Uns interessiert zunächst einmal, wie die Schüler die Corona-Zeit erleben und wie es sich für sie anfühlt“, so Dreier.

Wandkalender zeigt 17. März als Datum

Am Hauptstandort der Grauthoff-Elbracht-Schule in der Falkenstraße 29 macht Leiterin Tanja Edzards in einem der sechs präparierten Räume eine Sitzprobe. Auf jeden Tisch ist ein Namensschild geklebt, daneben steht zur Begrüßung ein kleiner Schokoladen-Osterhase. Der Wandkalender zeigt den 17. März als Datum an – der bislang letzte Schultag. „Hier werden wir die Viertklässler in sechs Gruppen unterrichten, am Teilstandort Elbracht sind es drei kleine Gruppen mit sechs bis neun Kindern“, teilt Tanja Edzards mit.

Aufsteller wie bei einer Einschulung weisen auf die drei verschiedenen Eingänge hin, über die die Grauthofschule erreichbar ist, damit die Schüler möglichst keinen Kontakt haben. Das gilt auch für den Schulhof, der in Sektoren unterteilt worden ist. Ein Ampelsystem regelt den Zugang zu den Toiletten, auf denen sich maximal zwei Kinder gleichzeitig aufhalten dürfen. 16 Lehrkräfte sind heute ab 8 Uhr einsatzfähig, auf fünf Kollegen muss Tanja Edzards verzichten. Intern laufen bereits Überlegungen, wie die Hygienepläne umgesetzt werden können, wenn die Jahrgänge 1 bis 3 an die Schule zurückkehren werden.

Klassen werden halbiert

Etwas beschaulicher wird es an der Michaelschule im Stadtteil Liemke zugehen, da es dort nur zwei vierte Klassen gibt. „Fast alle werden kommen“, freut sich Lehrerin Sylvia Habig. Jede der beiden Klassen wird halbiert, so dass von den gut 40 Schülern immer zehn in einem Raum unterrichtet werden. Die erste Gruppe in den Schulstunden eins bis drei, die zweite Gruppe in den Stunden vier bis sechs. Sechs Lehrkräfte stehen zur Verfügung. „Wir haben in der Schule die Wege markiert und sorgen für den nötigen Abstand. Von den Fahrradständern ist nur jeder zweite benutzbar“, so Sylvia Habig.

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