In den ersten Friseursalons in Schloß Holte-Stukenbrock ging es den Haaren an den Kragen Unter erschwerten Bedingungen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Neustart nach sieben Wochen Zwangspause beginnt für Susanne Dresselhaus am Montagmorgen mit einer Überraschung. Einer ihrer ersten Kunden im Salon „Krehaartion“ am Lönsweg in Schloß Holte zahlt für seine frisch gestutzte Mähne nicht nur den doppelten Preis von eigentlich 23 Euro, sondern rundet den Betrag auf 50 Euro auf. „Schließlich musste ich ja einmal aussetzen“, begründet der generöse Stammkunde sein spendables Verhalten nach der Corona-Auszeit.

Von Dirk Heidemann
Blumen gab es zum elfjährigen Bestehen am vergangenen Sonntag, jetzt sind Ayla Sanatjou (von links), Bärbel Dresselhaus-Humpert und Susanne Dresselhaus nach Renovierungsarbeiten im Friseursalon „Krehaartion“ wieder für ihre Kunden da.
Blumen gab es zum elfjährigen Bestehen am vergangenen Sonntag, jetzt sind Ayla Sanatjou (von links), Bärbel Dresselhaus-Humpert und Susanne Dresselhaus nach Renovierungsarbeiten im Friseursalon „Krehaartion“ wieder für ihre Kunden da. Foto: Dirk Heidemann

Die hat Susanne Dresselhaus auch genutzt, um ihren Räumlichkeiten ein neues Gesicht zu verpassen. Pünktlich zum elfjährigen Bestehen des Friseursalons am vergangenen Sonntag wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Jetzt geht es mit Volldampf wieder an die Arbeit. „In den nächsten drei Wochen haben wir keinen freien Termin“, sagt die 41-Jährige, die mit ihren Kolleginnen Bärbel Dresselhaus-Humpert (61), Ayla Sanatjou (34) und Helen Köhring (50) jetzt im Schichtdienst arbeitet. Die Öffnungszeiten wurden wochentags (8 bis 20 Uhr) und auch am Samstag (8 bis 16 Uhr) ausgedehnt, um dem Kundenansturm Herr zu werden.

Kunden müssen Kontaktdaten abgeben

Um den Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten zu können, wurden die Frisierplätze von sechs auf vier reduziert. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist mit Betreten des Salons Pflicht. Zudem muss jeder Kunde eine Einverständniserklärung ausfüllen, dass seine Kontaktdaten zum Zweck der Nachverfolgbarkeit der Infektionskette gespeichert werden. Name, Anschrift sowie die Zeitpunkte der Ankunft und des Verlassens des Salons werden schriftlich festgehalten. Anschließend muss der Kunde seine Hände desinfizieren, dann werden die Haare gewaschen. Erst danach wird geschnitten. Kamm, Bürste und Schere müssen nach jedem Kunden desinfiziert werden. Der Wartebereich im Salon Krehaartion ist geschlossen, Serviceleistungen wie eine Tasse Kaffee oder Zeitschriften gibt es nicht.

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Das Arbeiten mit einer Gesichtsmaske ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und dürfte vor allem in Stresssituationen schwierig werden.

Susanne Dresselhaus

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„Gerade das Arbeiten mit einer Gesichtsmaske ist doch sehr gewöhnungsbedürftig und dürfte vor allem in Stresssituationen schwierig werden“, befürchtet Susanne Dresselhaus, die der Empfehlung der Friseur-Innung, die Preise aufgrund des gestiegenen Aufwands um 15 bis 30 Prozent zu erhöhen, gefolgt ist: „Wir nehmen jetzt 15 Prozent mehr.“

Bei „Carizma“ und im „Joker“ ist Geduld gefragt

Besonders voll ist es am Montagmorgen vor den Salons, die keine Termine vergeben, wie die Herrenfriseure „Carizma“ an der Oerlinghauser Straße oder „Joker“ an der Hauptstraße in Stukenbrock. „Über Arbeit können wir uns nicht beklagen“, sagt Ayuob Dmhat (27), der im Joker gemeinsam mit einem Kollegen Hand an die Haare der Kunden legt. Rob Tiemann (14) ist froh, dass die Frisur wieder sitzt, während sich draußen noch einige in Geduld üben müssen und ganz neugierig durch die Glasscheibe schauen.

Drei Euro extra pro Kunde

Bei anderen Dienstleistern, die erst heute wieder eröffnen, laufen derweil die Vorbereitungen auf Hochtouren. „Es ist extrem. Unter solch schwierigen Bedingungen haben wir noch nie gearbeitet“, klagt eine Salon-Inhaberin, die namentlich nicht genannt werden möchte. Sie steht mit den Vorschriften und Anordnungen offenbar auf Kriegsfuß. „Haare sollen vor dem Färben ganz eindeutig nicht gewaschen werden. Jetzt müssen wir es trotzdem tun, obwohl es nachweislich der Kopfhaut schadet“, sagt sie. Bestens vorbereitet geht Jacqueline Nolte in der Style Factory am Holter Kirchplatz in den heutigen Tag. Bereits am Montag war die neue Optik im Salon klar erkennbar und alle Maßnahmen umgesetzt. Pro Kunden berechnet sie drei Euro extra für den Hygieneaufwand. Wer einen längeren Aufenthalt plant, darf seine eigene Verpflegung und beispielsweise ein Buch für die Einwirkzeit mitbringen.

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