Elisabeth Wurms hofft auf einen Saisonstart im Safariland Stukenbrock am 20. April
„Dann können wir die Kurve kriegen“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wenn Elisabeth Wurms die Augen schließt, spürt sie die Sonne im Gesicht. Sie kann die kreischenden Kinder beinahe hören, die die Wildwasserbahn hinunterschießen, die Musik des Nostalgiekarussells und das Rattern der Marienkäfer-Achterbahn. Seit Beginn der Osterferien ist das Safariland Stukenbrock startklar. Öffnet die Geschäftsführerin allerdings die Augen, sieht sie die geschlossenen Kassen. „Ich hoffe auf den 20. April“, sagt sie. Das ist der bisher anvisierte Zeitpunkt, an dem sie öffnen darf.

Freitag, 10.04.2020, 06:00 Uhr
Die weißen Tiger Todd und Zorro genießen schon die Frühlingssonne im Freigehege. Safariland-Geschäftsführerin Elisabeth Wurms hofft, dass sie am 20. April endlich die Kassen für die Besucher des Freizeitparks öffnen kann. Foto: Monika Schönfeld

600 Mäuler und Schnäbel wollen gefüttert werden, bisher sind 60 Mitarbeiter da, bis zur Hochsaison werden es 170. Kurzarbeit ist angemeldet. „Ich habe 90.000 Euro Futter- und Personalkosten im Monat“, sagt Elisabeth Wurms. Die Futterkosten sind durch Rücklagen gedeckt. Westfleisch aus Lübbecke und Brinkmann aus Borgholzhausen liefern das Fleisch für die Raubtiere, die umliegenden Landwirte Heu und Stroh. Sollte die Schließung der Freizeitparks wegen der Gefahr, die durch das Coronavirus ausgeht, länger dauern – wie das Unternehmen das überstehen soll, kann sie noch nicht sagen.

Im vergangenen Jahr 4,5 Millionen Euro investiert

Dazu kommt, dass der Park vergangenes Jahr zum 50-jährigen Bestehen kräftig investiert hat. 4,5 Millionen Euro, sagt Elisabeth Wurms, sind in die Indoor-Spielplatzanlage, in das neue Restaurant und in die Übernachtungsmöglichkeiten geflossen. Zelt-Lodges und Mobile-Homes sind direkt im Park entstanden. „Die Mobil-Homes sind geleast. Die Raten werden jeden Monat fällig.“

Beliebt sind die Saisonkarten im Vorverkauf. „Ich bekomme täglich E-Mails. Die Leute wollen ihr Geld für die Saisonkarte zurück, weil sie ja schon in den ersten zwei Wochen den Park nicht besuchen können.“ Ihr Angebot, die verlorene Zeit nächstes Jahr dranzuhängen, werde nur zögerlich angenommen. Das Safariland Stukenbrock ist ein Saisongeschäft. Fünf Monate ist über den Winter geschlossen. Das Unternehmen muss sich aus dem Geschäft von sieben Monaten tragen. „Wenn wir am 20. April öffnen können, können wir die Kurve noch kriegen. Ich habe immer noch ein bisschen Hoffnung.“

Ich habe schon an den Bürgermeister und an den Landrat geschrieben, um wenigstens eine Teilöffnung für die Safari zu erreichen.

Elisabeth Wurms

„Ich habe schon an den Bürgermeister und an den Landrat geschrieben, um wenigstens eine Teilöffnung für die Safari zu erreichen. Die Besucher könnten mit dem Auto durch die Safari fahren, nicht aber den Freizeitpark mit den Fahrgeschäften nutzen. Für die Hygiene und Toilettenbenutzung wäre gesorgt. Ich habe noch keine Antwort. Aber auf diese Weise blieben wir zumindest im Gespräch.“

Saisonarbeiter sind schon da

Bisher sind 60 Mitarbeiter im Safariland. Das sind Tierpfleger, Mitarbeiter der Verwaltung und der Werkstatt. Die Fahrgeschäfte werden zu Beginn der Saison alle vom TÜV abgenommen. „Wir müssen jetzt so weiterarbeiten, dass wir morgen öffnen könnten.“ In der Hochsaison arbeiten 170 Menschen im Park, allein im Restaurant 30, da mit den Übernachtungsmöglichkeiten auch Frühstück angeboten wird. Saisonarbeiter sind schon einige aus Rumänien und Polen da. Sie waren schon vor der Corona-Krise gekommen. Beliebt ist das Safariland auch bei jungen Leuten, die hier Ferien- und Wochenendjobs finden.

Stornierung automatisch und kostenfrei

„Laufend habe ich Anfragen nach VIP-Safaris und Buchungen für Übernachtungen, auch über unseren Partner Schauinsland“, sagt Elisabeth Wurms. Die VIP-Safaris macht Tierpfleger Karl-Heinz Lesker (73), der lange im Zirkus Althoff gearbeitet hat und auf dem Gelände des Safarilands wohnt. Es gibt nichts über „seine“ Tiere, was er nicht weiß. Ob Zebras, Elen-Antilopen oder weiße Tiger – mit Leidenschaft erklärt er, wie sich die Tiere verhalten, wie sie ihre Kinder aufziehen oder sich in der Herde verhalten. Wer die VIP-Safari oder Übernachtung gebucht hat, braucht nicht zu stornieren. „Wir wissen ja noch nicht, wie es weitergeht. Wenn wir im gebuchten Zeitraum noch nicht geöffnet haben, stornieren wir automatisch kostenfrei“, sagt Elisabeth Wurms.

Winterkinder haben freien Eintritt

Die einzigen, die den Park als riesigen Spielplatz nutzen, sind zurzeit die vier Parkkinder ihrer Neffen und Nichten, die hier leben. „Aber die dürfen ja auch niemanden zum Spielen einladen“, bedauert Elisabeth Wurms. Allerdings wird die verschobene Eröffnung des Parks nicht zum Nachteil der Winterkinder sein. Das sind die Kinder, die in der Schließzeit ab November Geburtstag hatten. Jedes Kind (unter 12 Jahren), das bis zur Eröffnung Geburtstag hatte, hat den Eintritt frei. Bis dahin bleibt nur, sich auf der Internetseite über die Tiere schlau zu machen oder auf Facebook ein bisschen Vorfreude zu genießen.

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