Auch der Campingplatz am Furlbach leidet unter dem Coronavirus und seinen Folgen
Nur die Blumen dürfen blühen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Osterferien haben begonnen. An den Ästen der Bäume sprießt das zarte Grün der jungen Blätter. Schon vor Wochen hat Annette Auster-Müller, Besitzerin vom Campingplatz am Furlbach in Stukenbrock Senne in großer Vorfreude auf die bevorstehende Campingsaison viele bunte Frühlingsblumen in die Beete und in Blumenkästen gepflanzt. Jetzt blühen sie in voller Pracht. Doch auf Grund des Coronavirus und dessen Folgen musste auch sie als Campingplatzinhaberin allen interessierten Touristen bis auf Weiteres absagen.

Montag, 06.04.2020, 06:00 Uhr
Mit Uwe Schnitte und Margarete Loftus sind es weniger als zehn Dauergäste, die sich auf dem Campingplatz am Furlbach aufhalten dürfen, da Touristikgästen derzeit der Zutritt und der Aufenthalt auf dem Platz untersagt ist. Da lässt es sich Inhaberin Annette Auster-Müller (rechts) nicht nehmen, aus sicherer Entfernung freundlich zu winken und einen schönen Tag zu wünschen. Foto: Manuela Fortmeier

Da, wo sich zum Saisonbeginn je nach Wetterlage zwischen 100 und 150 Camper mit ihren Wohnwagen, Wohnmobilen, Zelten oder manchmal auch in den Schlaftonnen niederlassen, um ein paar schöne Tage fernab vom Alltag zu verbringen und die nahe Umgebung zu erkunden und wo sonst Kinder spielen, wo gegrillt und viel gelacht wird, herrscht gähnende Leere. Bis auf nur ganz wenige, haben auch die vielen Dauercamper, für die der Platz noch geöffnet ist, den idyllischen Platz in der Senne verlassen. Nur ganz vereinzelt sind Camper auf ihren Standplätzen zu finden. Der Platz ist verwaist und rot-weiße Absperrbänder signalisieren: Betreten verboten. Der Spielplatz ist gesperrt, Warn- und Verhaltenshinweise aufgehängt, öffentliche Treffpunkte sind nicht in Betrieb und auch das sonst so beliebte Lädchen ist geschlossen.

Ich komme seit sechs Jahren hierher und wo bin ich derzeit besser und geschützter aufgehoben als hier?

Margareta Loftus

Zu denen, die die Idylle, die Ruhe und vor allen Dingen die wunderbare Betreuung der Campingplatzinhaberin genießen, gehört Margareta Loftus aus dem Kreis Soest. „Ich komme seit sechs Jahren hierher und wo bin ich derzeit besser und geschützter aufgehoben als hier?“ Ähnlich sieht das auch Uwe Schnitte aus Beckum, der momentan im Homeoffice arbeitet. „Dieser Platz vereint das Schöne mit der Natur und macht ihn zu etwas ganz Besonderem“.

Auster-Müller hat ein Schild („Sorry, we are closed“) an die weiße Holztür des Büros aufgehängt. Wie lange dieser Zustand andauern wird? „Wir wissen es nicht und sind verunsichert. Dabei freuen wir uns alle immer so sehr auf die Saisoneröffnung,“ merkt man der Frohnatur die Enttäuschung an. Generell ist sie aber eine optimistische Person. „Unsere Blumenkästen geben uns jeden Tag ein Stück Hoffnung und Trost. Dennoch übermannt mich nach dem vergangenen, so wunderbaren Jahr eine Lethargie“.

Zeit für Renovierungsarbeiten

Die Zeit, bis der Platz wieder für alle offiziell seine Türen öffnen darf, nutzt Auster-Müller, um anstehende Reparaturarbeiten an Handwerker zu vergeben, damit sie das ausführen, was bei laufendem Betrieb nur schwer zu erledigen wäre. Dazu zählt auch die Renovierung des Aufenthaltsraumes. „Alle achten jedoch streng auf die Einhaltung der Abstandsregeln und arbeiten zeitversetzt oder an verschiedenen Tagen“, weißt Auster-Müller darauf hin, dass sich auch hier strikt an die vorgegebenen Maßnahmen gehalten wird. Strengstens kontrolliert werden von ihr auch die Einhaltung der Hygienebestimmungen, die sie noch weiter verschärft hat. „Hier auf dem Platz und besonders in den Sanitärbereichen wird alles mehrmals täglich desinfiziert. Selbst die Griffe der Mülltonne, jede Türklinke und eben alles, was die Menschen mit den Händen berühren. Die Auflagen sind sehr hoch. Das ist gut so und wir nehmen das sehr ernst“, fügt sie hinzu.

Es liegt eine seltsame Ruhe über dem Platz und der Impuls, tätig zu sein, wird von Tag zu Tag immer kleiner.

Annette Auster-Müller

Gerade in diesen besonderen Zeiten ist sie täglich vor Ort und schaut nach dem Rechten. Ansonsten wird die wenige Arbeit, die noch bleibt, unter dem gut eingespielten Kollegenteam gerecht aufgeteilt. Zusammen kümmern sie sich im Wechsel um die Belange der Gäste und die Einhaltung der Corona-Sonderregelungen. „Wir sind weiterhin für Anfragen sowie Stornierungen per Mail oder telefonisch für unsere Gäste erreichbar. Aber es wird von Tag zu Tag stiller. Es liegt eine seltsame Ruhe über dem Platz und der Impuls, tätig zu sein, wird von Tag zu Tag immer kleiner“, sagt Auster-Müller.

Kinderlachen und die fröhlichen Menschen fehlen

Schon jetzt würden ihr und ihrem Team das pulsierende Leben, das Kinderlachen und die fröhlichen Menschen auf dem Campingplatz „sehr fehlen“. Die gespenstische Ruhe sei beklemmend und schlage schon auf das Gemüt. Dennoch ist die Vorfreude auf die Zeit, in der die Sperrmaßnahmen aufgehoben sein werden, groß. „Ich gehe davon aus, dass unsere Saison 2020 zwar erheblich verspätet beginnt, aber sicherlich erneut schön wird, weil sich die Menschen nach dieser langen Zeit der Stille freuen werden, sich wieder mit anderen zu treffen und Geselligkeit erleben. Da wird es auch hier eine große Wiedersehensfreude geben“, so Annette Auster-Müller, die bereits voller Vorfreude ist.

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