Neue Kita in Schloß Holte-Stukenbrock: Konzepte gehen zurück in die Fraktionen
Noch keine Entscheidung

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wer wird Träger der neu zu errichtenden Kindertagesstätte in Schloß Holte-Stukenbrock? Auf diese Frage gab es am Dienstagabend in der Sitzung des Familien-, Demografie- und Integrationsausschusses keine Antwort. Nachdem die fünf Bewerber ihre Konzepte vorgestellt hatten, wurde einstimmig beschlossen, diese in die Fraktionen zurückzugeben. Eine Entscheidung soll nun der Stadtrat treffen.

Mittwoch, 04.03.2020, 16:08 Uhr aktualisiert: 04.03.2020, 16:20 Uhr
Das Rennen, wer denn nun in Schloß Holte-Stukenbrock Träger einer neuen Kita wird, ist weiter offen. Am Dienstagabend hatten die fünf Bewerber in der Sitzung des Familien-, Demografie- und Integrationsausschusses ihre Konzepte vorgestellt. Foto: dpa

20 Minuten wurden jedem Bewerber in der Sitzung eingeräumt, um sich vorzustellen. Den Anfang machte die AWO Bezirk OWL (Bielefeld), es folgten das DRK (Soziale Dienste und Einrichtungen Gütersloh), die bundesweit vertretene Kinderzentren Kunterbunt gGmbH aus Nürnberg, die Kolping Akademie für Gesundheits- und Sozialwesen (Gütersloh) sowie „Waldorf vor Ort“ (Bielefeld).

Pädagogische Ausrichtungen mit Parallelen

Die pädagogischen Ausrichtungen der Bewerber wiesen zahlreiche Parallelen auf. Viel Wert wird bei der Kinderbetreuung auf die Komponenten Individualität, Eigenverantwortung, soziale Kompetenz, Integration und Inklusion gelegt. Mobiliar wird, so weit es geht, aus den Gruppen herausgelassen. Das Spielen steht im Vordergrund und im Außenbereich soll es möglichst naturnah zugehen, oftmals wird aus dem eigenen Garten geerntet.

Kolping wählt Caterer – die anderen kochen frisch

Unterschiede gibt es bei den Öffnungszeiten, die aber meist an die individuellen Bedürfnisse vor Ort angepasst werden können. Als einziger Bewerber sieht Kolping eine Schließung der Einrichtung für zwei bis drei Wochen im Jahr vor, während alle anderen ganzjährig geöffnet sind. „Es tut allen ganz gut, wenn man sich mal eine Weile nicht sieht. Außerdem können in dieser Zeit Arbeiten erledigt werden, die während des laufenden Betriebs nicht durchgeführt werden können“, sagte Hannu Peters, bei der Kolping Akademie für die Projektentwicklung zuständig, der sich aus dem Plenum kritische Fragen bezüglich der Verpflegung stellen musste. Denn während die anderen Mitbewerber auf Frischküchen setzen und die Kinder in die Zubereitung der Mahlzeiten mit einbeziehen, setzt Kolping auf einen externen regionalen Caterer. „Gleichwohl werden wir in Projekten auch selbst kochen“, führte Hannu Peters aus.

In Harsewinkel haben wir die Kita Bullerbü in fünf Monaten errichtet.

Norman Kuhn (Kinderzentren Kunterbunt gGmbH)

Alle Bewerber führen bereits Gespräche mit möglichen Investoren, aufgrund des noch nicht geklärten Standortes können diese allerdings bislang nicht konkretisiert werden. Kein Träger verfügt über ein eigenes Grundstück, das er der Stadt zur Verfügung stellen kann. Barbara Strobender (Leiterin der AWO-Kita Laubfrosch an der Rathausstraße) brachte ein Gebäude ins Spiel, das im Obergeschoss Wohnungen für alleinerziehende Mütter beherbergen könnte. Norman Kuhn (Kunterbunt) erklärte, seine Einrichtung könne auch selbst als Bauträger oder Investor auftreten. „In Harsewinkel haben wir die Kita Bullerbü in fünf Monaten errichtet“, so Kuhn. Ein generationenübergreifendes Gebäude könnte sich Hannu Peters vorstellen, in dem Jung und Alt miteinander leben. „In Borchen kooperieren wir sogar mit einer Tagespflege“, sagte er.

Heike Metz (Waldorf) kommt mit dem Nudelholz

Den erfrischendsten Auftritt legte am Ende der Veranstaltung Heike Metz hin. Ausgestattet mit Löffel, Nudelholz, Spaten, einem rußschwarzen Topf („Wir backen unser Brot in einem Lehmofen selbst“) sowie einer Handpuppe verdeutlichte das Vorstandsmitglied von „Waldorf vor Ort“ anschaulich, wie ein Kita-Tag aussehen kann. Als einzige legte sie den Mitgliedern des Ausschusses eine Planskizze des möglichen Gebäudes vor und erklärte überraschend: „Nach Pfingsten können wir loslegen.“ Dann allerdings erst als Übergangslösung mit einer Naturgruppe, die in einer Bauwagenunterkunft oder in einem bereits vorhandenen Mannschaftszelt untergebracht werden würde. Der geringfügige Elternbeitrag, der pro Monat erhoben wird, solle nicht abschrecken. „Das wird nicht mehr sein, als ein Raucher am Tag für eine Schachtel Zigaretten ausgibt“, sagte Heike Metz.

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