Enkel von Hans Clarin zeichnet Konzert in Schloß Holte auf
Klassik-Abend mit Lin und Kim

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Flink und geschmeidig gleiten ihre Finger über die schwarz-weißen Tasten. Ihre facettenreichen Melodien, unter anderem die Fantasie in D-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart, begleitet sie mit ausdrucksstarker Mimik. Mal lächelt Marn Lin, mal vertieft sie sich mit ernster Miene und geschlossenen Augen in ihren Vortrag.

Dienstag, 03.03.2020, 16:26 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 14:00 Uhr
Die in Taiwan geborene Marn Lin und ihr kongenialer Tasten-Kollege Joonghyun „Jinny“ Kim begeistern im Kulturforum am Altenkamp. Die 23-Jährige bereitet sich auf ihre Masterprüfung an der Musik-Hochschule Detmold vor. Foto: Uwe Caspar

Bei nationalen und internationalen Musikfesten hat die Power-Pianistin schon einige Preise eingeheimst. Kostproben ihres außergewöhnliche Könnens hat die in Taiwan geborene junge Frau nun auch im Kulturforum am Altenkamp in Schloß Holte abgeliefert. Derzeit bereitet sich die 23-Jährige auf ihre Masterprüfung an der Musik-Hochschule Detmold vor. Im Kulturforum leistet ihr ein ebenso großes Talent Gesellschaft: Nach der Konzertpause spielt Marn Lin mit ihrem Partner Joonghyun, genannt „Jinny“, Kim vierhändig. Beide starten mit der beschwingten Ouvertüre aus Figaros Hochzeit. Ein Mozart-Klassiker.

Jedes Klavier-Modell ist anders, das gilt auch für die Räumlichkeiten.

Marn Lin

Erst seit einem halben Jahr sitzen Marn und der in Südkorea aufgewachsene Jinny Kim gemeinsam am Flügel, im April stehen sie vor ihrer ersten großen Herausforderung – bei einem Wettbewerb in Italien. Beide überlassen nichts dem Zufall. So treffen sie schon eine Stunde vor Beginn des Events zum Warm-up ein, um sich an das Piano im Kulturforum, ein edler Steinway, zu gewöhnen. „Jedes Klavier-Modell ist anders, das gilt auch für die Räumlichkeiten“, erklärt Lin die frühe Anreise. Eigentlich war das schon gut aufeinander abgestimmte Duo für die diesjährige Veranstaltungsreihe des SHS-Kulturkreises gar nicht vorgesehen. „Doch als Gisela Springensguth die beiden bei einem Auftritt gesehen hatte, war sie derart begeistert, dass sie beschloss, Marn und Jinny nachträglich in unser Programm einzubauen“, erzählt Erna Dransfeld bei der Begrüßung der Gäste.

Niklas Clarin ist auch ein Künstler

Unter ihnen befindet sich auch ein junger Mann, der den Klavierabend mit seiner Videokamera aufzeichnet. Es ist Marn Lins Freund, der einen prominenten Nachnamen trägt: Clarin. „Ja, der Hans Clarin ist mein Großvater“, bestätigt Enkel Niklas die Verwandtschaft zu dem früheren beliebten Schauspieler und der Stimme von „Pumuckl“. Der Opa spielte übrigens auch Klavier: In dem Edgar-Wallace-Krimi „Das indische Halstuch“, wo sich Clarin als mörderischer Psychopath entpuppt. An seinen Großvater hat Niklas nur blasse Erinnerungen: Als Hans Clarin im Alter von 75 Jahren starb, war sein Enkel erst elf. Seine Mutter Manuela ist eines von fünf Kindern des Fernsehstars der 60er-Jahre. Auch Niklas ist Künstler: Der Münchner hat an der Musikhochschule Detmold Gesang studiert und wird bei Auftritten gelegentlich von seiner Freundin am Klavier begleitet.

Marn Lin und ihr kongenialer Tasten-Kollege Jinny Kim verabschieden sich am Ende des kleinen Konzerts im Kulturforum mit tiefen Verbeugungen von den nicht mehr ganz jungen Zuhörern – asiatische Höflichkeit eben, ihre starke Piano-Performance wird abschließend mit viel Beifall belohnt.

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