„Im Fluss des Lebens“ geht es um eine kleine Reise zu sich selbst
Musik ist das Tor zum Herzen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Hingebungsvoll, leidenschaftlich und mit glockenklarer Stimme hat die Diplomsängerin, Sopranistin und Chorleiterin Susan Kuhlen das Konzert des Chores „The Kuhlen Singers“ emotional eröffnet. Sie sang das Lied „Ubi Caritas“ (Maurice Duruflé), das übersetzt so viel heißt wie: „Wo Güte und Liebe ist, ist Gott“.

Mittwoch, 04.03.2020, 06:00 Uhr
Die Kuhlen-Singers haben von der Orgelempore mit eher ruhigem, besinnlichem Liedgut geglänzt und im Altarraum die Texte von Wiebke-Lena Laufer begleitet. Hier wurde die Harmonie der Stimmen in der voll besetzten Kirche deutlich. Foto: Manuela Fortmeier

In immer wieder wechselnden Gesangsformationen, in denen sich die Stimmen harmonisch ergänzten, brillierten die Gesangsschüler Susan Kuhlens mit einem sehr anspruchsvollen Programm.

Kantor Andreas Ohle begleitet am Klavier

Fast zwei Stunden lauschten die Zuhörer in der voll besetzten St.-Joseph-Kirche in Liemke dem Konzert unter dem Titel „Im Fluss des Lebens“. Der einfühlsame und starke A-Cappella-Gesang wurde zeitweise durch Andreas Ohle (Kantor am Altenburger Dom in Bergisch Gladbach) am Klavier oder auf der Orgel begleitet.

„Aufgrund der herausragenden Akustik der Kirche, die nicht überhallt ist und so viel zurückgibt, empfinde ich hier ein Gefühl von Heimat und Zuhause“, sagt Kuhlen, die gebürtig aus Bergisch Gladbach kommt.

„The Kuhlen Singers“ vor fünf Jahren gegründet

Vor fünf Jahren hat Susan Kuhlen den Chor „The Kuhlen Singers“ nach einem Konzert aus ihren Schülern gegründet. Seit Anfang Januar hatten die Chormitglieder für dieses außergewöhnliche Konzert geprobt und reichlich Zusatzproben eingelegt.

Im ersten Konzertteil begeisterte der Chor als Einheit von der Orgelempore mit eher ruhigem, besinnlichem Liedgut. Hier wurde die besondere Harmonie der Stimmen und die stimmliche Herausforderung in der Messe Basse für Frauenstimmen von Gabriel Fauré und dem Ave Verum von Francis Poulenc, die beide dem Lieblingsgenre der Chorleiterin entsprechen, sehr deutlich. Trotz des Canon-ähnlichen Stücks gelang es den Chormitgliedern, immer in der eigenen Melodie zu bleiben und die anderen Sängerinnen und Sänger im Blick zu haben.

Theologin Dr. Wiebke-Lena Laufer trägt Texte vor

Im zweiten Konzertteil erklang der teils sphärische Chorgesang im sich perfekt ergänzenden Wechsel mit den vorgetragenen Texten von Dr. Wiebke-Lena Laufer im Altarraum der Kirche. Dabei spannte der Chor musikalisch einen Bogen mit Werken zwischen dem 15. Jahrhundert und der heutigen Zeit. Thematisch passend begeisterten Liedbeiträge wie „Wer kann segeln ohne Wind“, einem Arrangement von C. B. Agnestig, „Deep River“ (Negro spiritual), „Flow Water“ (Damien Kehoe oder „The water is wilde“. Besungen wurde auch der Fluss „Shenandoah“ in West Virginia.

Sehr emphatisch und gleich drei Mal gelang es der Theologin Laufer, aus den Geschichten aus ihrem Buch „Wege zum Ich“ die Konzertbesucher mit auf eine Reise zu sich selbst zu nehmen und gedanklich zu inspirieren. Dabei regte sie dazu an, nicht nur in der Fastenzeit innezuhalten und „sich für das zu öffnen, was das Leben bereithält“. Es sei gut, sich insbesondere auch dann, wenn der Fluss des Lebens einmal anstrengend, aufbrausend und stürmisch sei, die Frage zu stellen: „Bin ich im Lebensfluss“? Dabei sei es lohnenswert, sich gedanklich auch einmal in die Tiefe zu begeben und alles genau anzuschauen. Jedoch merkte sie an: „Ich sage nicht, dass das einfach ist, aber es lohnt sich.“

Langer Applaus und zwei Zugaben

Dass es dem Publikum gefallen hatte, zeigte sich in nicht enden wollendem Applaus und zwei Zugaben. „Aber nur weil ihr es seid“, bedankte sich Kuhlen.

Susan Kuhlen lädt ein zum Solistenkonzert am 17. Mai ab 17 Uhr in der Thomas-Morus-Kirche in Sennestadt statt.

Am 19. Juni um 19.30 Uhr laden die Kuhlen Singers gemeinsam mit dem Schloss-Akkord zu einem Konzert in die St.-Ursula-Kirche in Schloß Holte ein.

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