„Plant for the Planet“: Stadtwerke bieten einen praktischen „Saturday for Future“
Pioniere pflanzen CO2-Schlucker

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Erst die Theorie, dann die Praxis. Doch bevor es für die 46 Kids nach den Workshops in den Räumen des Rathauses an die frische Luft geht, um Bäume zu pflanzen, wird erst mal gefuttert. Vegetarisch natürlich. Es gibt Nudeln bei der ersten Klima-Akademie in Schloß Holte-Stukenbrock.

Sonntag, 01.03.2020, 14:14 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 14:20 Uhr
Förster Christoph Wiegang erklärt den jungen Klima-Botschaftern, wie tief das Pflanzloch sein muss. Foto: Uwe Caspar

Kinder aus der Klima-Akademie pflanzen Bäume in Schloß Holte-Stukenbrock

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Foto: Uwe Caspar
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Den „Saturday for Future“ haben die Stadtwerke gemeinsam mit der Kinder- und Jugendinitiative Plant-for-the-planet durchgeführt. „Die Beteiligung ist sehr gut“, freut sich die aus Köln angereiste Moderatorin Judith Geilen, die an diesem Aktionstag von mehreren Kollegen unterstützt wird, über das Interesse der heimischen Jugendlichen am Klimaschutz.

Los geht es am Samstagvormittag in Arbeitsgruppen. Die jungen Teilnehmer beschäftigen sich mit umweltrelevanten Themen wie CO 2 -Ausstoß, Erderwärmung, energetische Stromgewinnung und Klima-Gerechtigkeit. Danach sollen sie in kurzen Referaten ihre zuvor angeeigneten Informationen möglichst verständlich rüberbringen, wobei es Judith Geilen vor allem auf das Feedback der Zuhörer ankommt. Spickzettel sind dabei erlaubt.

Überzeugend reden

Es gibt überwiegend Lob für die Vorträge und kleine Verbesserungsvorschläge für die zukünftigen Plant-Botschafter. Auch die Haltung sei nicht ganz unwichtig. „Wenn du beim Reden die Beine überkreuzt, sieht das so aus, als ob du Schiss hättest“, sorgt dieser Einwand an die Adresse einer Referentin für Schmunzeln. Moderatorin Geilen spricht auch den denjenigen Mut zu, die Lampenfieber haben, sagt beruhigend: „Es gibt keinen perfekten Vortrag.“ So verliert eines der Mädchen bei seiner Präsentation völlig den Faden und muss abbrechen. Doch die Zwölfjährige gibt nicht auf, meldet sich später noch einmal und rattert dann ihr Referat nur so runter. Geht doch!

Den Worten folgen schließlich Taten: Die Rasselbande darf auf einer Grünfläche, die pikanterweise dicht an der CO 2 -trächtigen Autobahn liegt, 200 von insgesamt 500 Stieleichen pflanzen. Die Schüler werden bereits von zwei Angestellten des Landschaftsverbandes Wald und Forst erwartet – der für Schloß Holte-Stukenbrock zuständige Förster Christoph Wiegand und der Mindener Umwelt-Referent Andreas Roefs helfen den Baum-Pionieren mit vielen Tipps.

In zehn Jahren acht Meter hoch

„Wir wollen die Kinder nicht mit langweiligen Vorträgen beschäftigen. Sie sollen raus in die Natur und Bäume erschnüffeln. Wie riecht zum Beispiel eine Tanne?“, plädiert Roefs für praxisnahe Pädagogik. Christoph Wiegand, der nach zwölf Jahren nun in das Paderborner Revier wechselt, erklärt den mit Spaten und Gießkannen ausgerüsteten Kindern geduldig die Vorgehensweise beim Einpflanzen. „Das Wichtigste: Wenn die Eiche in der Erde ist, dann mit der Hacke den Boden fest antreten“, lautet eine seiner Empfehlungen. Wenn die Kids erwachsen sind und nach zehn Jahren an diesen Ort zurückkehren, dürften „ihre“ Eichen schon zwischen sechs und acht Metern hoch sein, immer vorausgesetzt, sie entwickeln sie normal. „Sollte aber bis Juni nur wenig Regen fallen, gehen die meisten kaputt“, bangt Andreas Roefs.

Am Ende setzten sich nur die mächtigsten der Riesen durch. Von den 500 gepflanzten werden in 200 Jahren nur 10 bis 15 Eichen stehen – gepflanzt von den ersten zertifizierten Klima-Botschaftern in Schloß Holte-Stukenbrock.

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