Teile des Holter Waldes werden sich selbst überlassen – Besuch mit den Stadtführern Wie man in den Wald hineinruft…

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Wir sind mittendrin im Holter Wald und stehen vor einem Stück Urwald, das eher unbekannt ist. Es ist kalt und feucht, ein Geruch von Waldboden liegt in der Luft. Es ist ruhig, nur das leise Rauschen des Windes ist zu hören. Hier wird kein Baum gefällt und nichts angepflanzt. Auch Totholz räumt der Förster nicht weg, sondern überlässt es der Natur.

Von Jonathan Drewes
Stadtführer Otmar Lüke (zweiter von links) leitet die Wanderung und gibt einen Überblick über die Pflanzen- und Tierwelt im Schutzgebiet.
Stadtführer Otmar Lüke (zweiter von links) leitet die Wanderung und gibt einen Überblick über die Pflanzen- und Tierwelt im Schutzgebiet. Foto: Jonathan Drewes

Die Gruppe der Wanderer hört Stadtführer Otmar Lüke interessiert zu. Wir sind in der Naturwaldzelle 71 im Holter Wald. Das Naturwaldzellen-Programm besteht in Nordrhein-Westfalen seit 1970. In dem abgesonderten Bereich wird fast alles der Natur überlassen, das heißt, dass er vollständig aus der Nutzung herausgenommen wurde. Nur noch gejagt wird in dem Gebiet.

Wissenschaftliche Forschungen

Alle fünf bis sieben Jahre führen Forscher hier wissenschaftliche Untersuchungen durch und studieren die Entwicklung der Pflanzenwelt. Wir können das Gebiet allerdings nicht betreten, da die Gefahr von herabfallenden Ästen zu groß ist. Otmar Lüke bezeichnet die Naturwaldzelle als „Auszeichnung für Schloß Holte-Stukenbrock, auf die man stolz sein kann“. Auf dem Weg hierher ist der Gruppe ein Mann mit nicht angeleintem Hund begegnet, was Otmar Lüke nicht gerne sieht. Es sei im Winter aber immer noch weniger schlimm als im Frühjahr, da hier die Rehe ihre Kitze aufziehen, die von freilaufenden Hunden getötet werden.

Spechte lieben das Totholz

Die Wanderung zur Naturwaldzelle begann am Bahnhof, von wo aus wir uns auf den Weg in Richtung Holter Wald machten. Otmar Lüke erklärt, dass es hier wie in vielen Wäldern Wildschweine und Rehe gibt, dass aber auch Damwild hier lebt. Hervorzuheben ist auch die große Vielfalt an Spechtarten, die hier nisten. So sind hier laut Lüke Schwarz-, Bunt-, Mittel-, und Grünspechte gesehen worden. Wie aufs Stichwort wird das von einem Spechtklopfen aus Richtung der Naturwaldzelle bestätigt. Auch andere gefährdete Vogelarten sind hier wieder stärker geworden. Das Land NRW hat 500 Bäume aufgekauft und das Gebiet vom Besitzer gepachtet, um die Artenvielfalt zu erhalten und weiter auszubauen.

Auf dem Rückweg kommen wir an einer Kuhle für Wildschweine vorbei, wo die Tiere sich austoben und suhlen können. Auch mit Futter werden die Tiere angelockt. Darüber freut sich vor allem der Jäger, da er die Tiere so direkt vor die Flinte bekommt. Die Wildschweine kommen erst in der Dämmerung aus ihren Verstecken.

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