Unternehmer im Unruhestand: Hans Hano fordert auf zum Ehrenamt
„Von nichts kommt nichts“

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wenn Hans Hano beginnt, von seiner Kindheit zu erzählen, erinnert sich der gelernte Schriftsetzer, Schriftsetzermeister und Firmenchef im Ruhestand daran, dass er als Kind täglich zu Fuß rund drei Kilometer vom Grauthoffgebiet zur Ursulaschule in den Ort gegangen ist.

Dienstag, 04.02.2020, 06:00 Uhr
Mehr Zeit für die Familie und fürs Ehrenamt, außerdem für Urlaubsreisen und für Spaziergänge mit Familienhund Johann – das genießt Hans Hano im Ruhestand. Foto: Manuela Fortmeier

„Zuerst habe ich Elisabeth abgeholt. Nach der Schule ging es mit einem kleinen Umweg bei Elmar Brok, der gegenüber dem Sägewerk aufgewachsen ist, vorbei oder auch über die ‚Ukraine‘, wo Heinz Bökamp wohnte, zur Falkenstraße.“ Erst nach der Kommunion habe er sein erstes Fahrrad bekommen, mit dem er zur Schule fahren konnte. „Es war das Gebrauchte meines Bruders Gerd.“ Früher sei es absolut üblich gewesen, dass Geschwisterkinder von den größeren geerbt hätten. „Das war damals so, weil das Geld nach dem Krieg knapp war.“

Seit Anfang Juli 2016 ist der Mitinhaber der Hanodruck GmbH im Ruhestand. Zusammen mit seinem älteren Bruder Gerd Hano ist Hans Hano (geboren 1946) an der Falkenstraße aufgewachsen. „Unser Vater Anton war Tischler, unsere Mutter Theresia gelernte Schneiderin“, sagt Hano.

Klein angefangen

Im Anschluss an seine achtjährige Schulzeit absolvierte Hano ab April 1960 eine dreijährige Ausbildung zum Schriftsetzer beim Westfalen-Blatt in Bielefeld. „Damals gab es noch keine Satzcomputer, sondern es musste alles im Bleisatz gesetzt werden. Gedruckt wurde auf der Rotation von halbrunden Bleiplatten. Manchmal mussten wir auch mithelfen, Beilagen von Hand in die Zeitungen einzulegen. Arbeiten, die heute von Maschinen in rasanter Geschwindigkeit ausgeführt werden“, erinnert sich Hans Hano.

Nur drei Jahre nach seiner Ausbildung, am 23. Juli 1967, hat Hans Hano die Hanodruck GmbH zusammen mit seinem Bruder Gerd, der ursprünglich das Tischlerhandwerk erlernt hatte, gegründet. „Zuerst ganz klein, in einem Werkstattraum unserer Eltern. Der Umzug an den heutigen Standort in die Falkenstraße 89 erfolgte über das Pollhansfest im Oktober 1976. „Eigentlich für einen Holter unvorstellbar“, sagt Hano.

In den Anfängen der Selbstständigkeit habe er einen Meister einstellen müssen, da er selbst noch zu jung war, um das Unternehmen zu führen und sein Bruder zunächst auch nur nebenberuflich in der Druckerei tätig gewesen sei. Seinen Meisterbrief im Schriftsetzerhandwerk erwarb Hano am 13. November 1970. Inzwischen führen sein Sohn Marcus Hano und sein Neffe Thorsten Hano das Familienunternehmen an der Falkenstraße 89.

Seine Frau Regina, die er bereits seit seiner Kindheit kennt, hat er 1970 geheiratet. Die Kinder Liane und Marcus wurden 1971 und 1973 geboren. Später wurde die Familie größer, zwei Enkelkinder kamen dazu, die dem Paar viel Freude bereiten.

Trotz seiner stetig besser florierenden Druckerei stand für Hans Hano bis heute immer die Familie im Vordergrund. Oft und gerne nutzt er die Gelegenheit zu verreisen. Erst mit den Kindern, später oft Studienreisen mit Ehefrau Regina. Manchmal sei es schon anstrengend gewesen, aber er sei mehrmals in den USA und Kanada gewesen, habe das Nordkap, Zypern, Israel, Ägypten, Süd-Afrika, Namibia, Kuba, Italien, Spanien, Kroatien, Griechenland und viele andere Länder bereist. Erlebnisse, auf die er und seine Frau gerne zurückblicken. Sehr gerne hat er auch Reisen mit den Enkelkindern unternommen.

Reisen und Fußball

Neben dem Reisen und seiner Frau war es der Fußball, der sein Herz früh erobert hat. Bis heute ist er dem VfB Schloß Holte treu geblieben. Früher habe er leidenschaftlich gerne und viel Fußball gespielt. In der Schule, als auch in der Betriebsmannschaft des Westfalen-Blattes. In der Selbstständigkeit reichte die Zeit nicht, um aktiv in einer Fußballmannschaft des VfB zu spielen. Dafür hat Hano jahrzehntelang im Vereinsvorstand ehrenamtlich mitgewirkt.

Für Hans Hano ist das Engagement im Ehrenamt wichtig. So bringt er sich in der neu gegründeten Schloß Holter Ortsgemeinschaft aktiv ein. „Nur wenn Menschen bereit sind, selbst aktiv zu werden und etwas ihrer freien Zeit für die Belange der Gesellschaft zur Verfügung stellen, kann Gutes gelingen“, inspiriert Hans Hano andere Menschen, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Von nichts kommt nichts“.

Zur Serie

Die Serie „Unternehmer im Unruhestand“ beschäftigt sich mit Persönlichkeiten aus Schloß Holte-Stukenbrock. Bisher erschienen:

 

Heinrich Fromme

Wolfgang Zindler

Manfred Oekenpöhler

Klaus Niebel

Sonja Hassenewert

Annegret Köster

Dieter Horstmann

Inge Mersch

Dietmar Gertz

Heinrich Sander

Wolfgang und Marlies Koch

Werner Klöpper

 

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