Günter Potthoff bezeichnet den Waldfriedhof St. Ursula als Kleinod Seit 100 Jahren ein Ort des Trostes

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Ich liebe diesen Friedhof“, sagt Pfarrer Karl-Josef Auris. Der Waldfriedhof St. Ursula wird seinem Namen gerecht. Die Toten liegen gebettet in der Sennelandschaft – mit ihren typischen Eichen, Kiefern und Birken. Der Friedhof ist dieses Jahr 100 Jahre alt. „Wie wir das begehen, entscheiden wir demnächst in den Gremien.“

Von Monika Schönfeld
In der Priestergruft auf dem Waldfriedhof St. Ursula liegen begraben die Pfarrer Wolfgang Braun, Wilhelm Strothteicher, Josef Brill und Paul Rüsing.
In der Priestergruft auf dem Waldfriedhof St. Ursula liegen begraben die Pfarrer Wolfgang Braun, Wilhelm Strothteicher, Josef Brill und Paul Rüsing. Foto: Monika Schönfeld

„Der Friedhof ein Ort, wo ich hingehen kann, um den Menschen, die ich geliebt habe, näher zu sein“, sagt Auris. „Hier kann ich geheilt werden – gerade, wenn es sich um den Partner, um Familienangehörige oder Freude handelt, die gestorben sind.“ Und für Christen sei der Friedhof ein Trost, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist.

Ortsheimatpfleger Günter Potthoff hat alte Bilder gesammelt, die die alten Grabsteine und das ursprüngliche Tor zeigen. Er hat recherchiert, dass bis zum Jahr 1920 die Bewohner der damals Liemke genannten Gemeinde auf dem Friedhof in Kaunitz beerdigt werden mussten. „Mein Vater Josef Potthoff, geboren 1902, erzählte mir öfter, dass er beim Heimgang seiner Mutter, Maria Christine geborene Lienen, hinter dem Leichenwagen, einem Leiterwagen, bis nach Kaunitz zum dortigen Friedhof her gelaufen sei. Er erinnerte sich genau, dass der Totengräber den Sarg mit Steinen beschweren musste, weil die Grube mit Wasser voll gelaufen war.“

Wege für Fußgänger und Fuhrwerke

Die Geschichte des Friedhofes St. Ursula beginnt mit dem Verkauf eines mehr als 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks durch den Liemker Bauern Holländer genannt Knoke, der nahe der Fläche am Ölbach wohnte. „Viele sagen, das Gelände sei gestiftet worden. Das stimmt nicht. Gestiftet wurde das Gelände, auf dem die St.-Ursula-Kirche erbaut wurde“, sagt Potthoff.

Da die Verbindungswege auf dem Grundstück von Elisabeth Tenge lagen, wurde am 14. Mai 1919 eine Vereinbarung geschlossen zwischen Elisabeth Tenge geborene Scheidt, Pfarrer Fröhling zu Kaunitz, Landwirt Joseph Otto zu Liemke und Landwirt Martin Wittenborg zu Liemke. Die drei Letztgenannten gehörten dem Kirchenvorstand an. Der Verbindungsweg durfte von Fußgängern benutzt und mit Fuhrwerken befahren werden.

Die Flächen wurden bis zum Frühjahr 1920 zur Begräbnisstätte hergerichtet. Die erste Tote, die dort bestattet wurde, war die am 30. März 1920 im Franziskus-Hospital in Bielefeld verstorbene Anne Stölting geborene Hambrinker. Sie war drei Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes im Alter von 28 Jahren gestorben – im Kindbett, wie viele Frauen damals.

Priestergruft in der Mitte des Friedhofes

1982 wurde der Friedhof erweitert und mit einer neuen Zufahrt versehen. Wie in der Festschrift „75 Jahre St. Ursula“ nachzulesen ist, wurde für das Erweiterungsgelände ein sieben Meter hohes Eichenkreuz gestiftet.

Am 1959 vom Steinbildhauer Alois Klösener geschaffenen Kreuz befindet sich die Priestergruft. Hier sind die Pfarrer begraben, die in St. Ursula gewirkt haben: Wilhelm Strothteicher (1890 bis 1975), Paul Rüsing (1919 bis 1978), Josef Brill (1888 bis 1957) und Wolfgang Braun (1935 bis 2020).

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