Klaus und Manuela Fulland finden Dokumente auf dem Dachboden
Karte bezeugt Staurechte

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Klaus und Manuela Fulland haben auf dem Dachboden eine Schatzkarte gefunden. 90 mal 176 Zentimeter ist sie groß. Die Eintragungen weisen zwar nicht auf einen vergrabenen Schatz hin, wohl aber auf den Schatz, der in den Gräben fließt: Wasser.

Mittwoch, 08.01.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 06:02 Uhr
Manuela und Klaus Fulland haben beim Aufräumen des Dachbodens eine Karte gefunden, auf der die Staurechte des Hofes Fulland und der Nachbarn am Menkebach eingezeichnet und beglaubigt sind. Die Karte stammt aus dem Jahr 1928. Foto: Monika Schönfeld
Klaus Fulland zeigt, wo hinter der Werkstatt das Wasserrad war, das dem Haus als einem der ersten elektrischen Strom einbrachte

Klaus Fulland zeigt, wo hinter der Werkstatt das Wasserrad war, das dem Haus als einem der ersten elektrischen Strom einbrachte Foto: Monika Schönfeld

Auf der Karte von 1928, die von allen Grundeigentümern im Umfeld des Menkebaches in Sende 1929 unterschrieben worden ist, ist festgelegt, wer den Menkebach und seine Umleitung wann und wie lange stauen durfte. Die Wiesen zu fluten, war damals wirtschaftlich notwendig, um die Erträge zu steigern. In Sende zeugen die vielen Gräben noch von dieser Art der Bewirtschaftung – sie waren und sind wichtig für die Be- und Entwässerung der Wiesen. Klaus und Manuela Fulland wollen die Karte aufarbeiten lassen und ins Wohnzimmer hängen.

Elektrisches Licht

„Mein Opa war erfinderisch“, sagt Klaus Fulland. Er sei in der Umgebung der einzige gewesen, der an der Fahrrad-Werkstatt ein Wasserrad installiert hatte. „Das Wasserrad war an einer Welle wie an einem Riesen-Dynamo angeschlossen und hat Batterien geladen. Mein Großvater war einer der ersten, die hier elektrisches Licht hatten“, sagt Klaus Fulland.

Die Unterschriften auf der Staurechtskarte.

Die Unterschriften auf der Staurechtskarte. Foto: Monika Schönfeld

Der Menkebach war früher offizieller Regenwasserableiter für das Gebiet am Hellweg. Gewerbebetriebe dort und am Stadtrand in Dalbke hätten früher auch schon mal Abwasser eingeleitet. „Der Menkebach war mal blau, mal grün, mal rot.“ Auch komme es heute vor, dass das Land in Sende zwischen Holter Wald und Kamermühle überflutet werde. „Als ein Regenwasserkanal letztes Jahr verstopft war, floss das Wasser knöchelhoch über unseren Hof.“

Als er Kind gewesen sei, seien die gefluteten Wiesen im Winter eine Freude gewesen. „Wir konnten auf den Wiesen Schlittschuh laufen.“

Auf der Karte im Maßstab 1:2000 sind detailliert alle Gräben und Stauwerke eingezeichnet. An der rechten oberen Ecke sind auch alle Formen der erlaubten Stauwerke gezeichnet. Wie wichtig die Gräben sind, hat Klaus Fulland noch im Ohr. „Mein Vater sagte immer, wir müssen die Gräben sauber halten.“

Der Menkebach im Vordergrund und noch erkennbar ein zugeschütteter Graben Richtung Horiziont.

Der Menkebach im Vordergrund und noch erkennbar ein zugeschütteter Graben Richtung Horiziont. Foto: Monika Schönfeld

Dokumente in Sütterlin

Die Staurechtskarte ist eins von vielen Dokumenten, die die Fullands beim Aufräumen auf dem Dachboden gefunden haben. „Man räumt nicht auf, man verliert sich in den Dokumenten“, sagt Manuela Fulland. Da gibt es Aktenordner voller handschriftlicher Prozessunterlagen. Heinrich Fulland lag 1902 im Rechtsstreit mit Tenge, dem Besitzer des Holter Waldes. Worum es ging und wer gewonnen hat, weiß in der Familie so recht niemand. „Die Unterlagen sind von Hand in Sütterlin-Schrift geschrieben und damit sehr schwer zu entziffern.“

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