Sternsinger aus St. Heinrich Sende im Rathaus und in Altenheimen
Segen auf Plattdeutsch

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Die Sender sind im Sternsinger-Fieber.“ Pfarrer Karl-Josef Auris ist der Stolz anzusehen, als er am Montagmorgen die sechs Plattdeutschen Sternsinger aussendet. Die Kinder hatten am Freitag und Samstag bereits 7900 Euro gesammelt. Am Montag waren die Plattdeutschen dran: Fridolin Balsliemke, Wilhelm Klusenberg, Robert Jacobebbinghaus, Anni Pieper, Josef Pollmeier und Antonius Großerüschkamp.

Montag, 06.01.2020, 17:44 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 17:46 Uhr
Eine Spende steckt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr in Merle Braukmanns Büchse. Statt Süßigkeiten erhalten die Sternsinger aus St. Heinrich Sende jeder eine Tasse, einen Kugelschreiber und einen Karabinerhaken mit Stadtlogo. Foto: Monika Schönfeld
Plattdeutsche Sternsinger: (von links) Robert Jacobebbinghaus, Fridolin Balsliemke, Wilhelm Klusenberg, Antonius Großerüschkamp, Josef Pollmeier, Anni Pieper und Pfarrer Karl-Josef Auris.

Plattdeutsche Sternsinger: (von links) Robert Jacobebbinghaus, Fridolin Balsliemke, Wilhelm Klusenberg, Antonius Großerüschkamp, Josef Pollmeier, Anni Pieper und Pfarrer Karl-Josef Auris. Foto: Monika Schönfeld

Ihr erster Weg führt sie von der St.-Heinrich-Kirche auf die andere Straßenseite zu Gisela Kleimann. Sie wird am Donnerstag 95 Jahre alt. Zum elften Mal hat sie die Plattdeutschen Sternsinger zu Gast. „Ich habe nach dem Krieg in Wiedenbrück plattdeutsches Theater gespielt. Uns war der Streuselkuchen wichtig, den wir anschließend bekamen“, erzählt sie. Plattdeutsch versteht sie gut.

Die Senioren überbringen zum elften Mal in plattdeutscher Mundart den Neujahrssegen. Begonnen hat die Tradition 2009 in der Amtszeit von Pastor Dietmar Walter. Etwa 35 Sender haben sich dieses Jahr gemeldet, um den Segen auf Plattdeutsch zu erhalten. Die Plattdeutschen gehen auch in die Altenheime. So besuchen sie das Altenzentrum Wiepeldoorn, die Seniorenresidenz am Polle, die Tagespflege im Alten Backhaus und in Verl das Haus am Stein. „Ich hoffe, die Leute verstehen mich“, scherzt Anni Pieper. Denn sie spricht nicht das Sender Platt, sondern das Espelner. „In Hövelhof und Avenwedde sprechen sie schon wieder ein ganz anderes Plattdeutsch“, sagt Anni Pieper.

„Wi heiligen Drei met usen Stern, wi goat ürwert Land und säuket den Herrn. Et schnigget un näiselt, dat deut us nix, wi holt us wiälig un laupet fix. Wi wit auk use Namens nennen, denn us mot eigentlik jeder kennen“, so lautet eine der Textpassagen, die der Verler Pfarrer Alois Hermwille und der Sender Sternsinger Antonius Großerüschkamp vom sauerländischen in das heimische Platt übersetzt haben. Für die Spenden bedanken diese sich mit dem ganz besonderen Segensvers: „Ton heiligen Lanne, dat is na wäit, do giwt na manchen Appetäit. Dat Cheld kann man nich van Toune briäken, drüm möt wi mildtätige Löie anspriäken. Mildtätige Löie in Stadt un Land, de wilt us giben nen Daler inne Hand. Wi singet ton Danke un dräget den Stern, un gröißet auk olle den laiven Herrn.“

 

Segen fürs Rathaus

Seit etwa zehn Jahren ist es Brauch, dass auch das Rathaus und die Menschen, die dort arbeiten und Kunden sind, den Segen erhalten. Dieses Jahr waren am Montag 26 der 39 Sternsinger aus Sende und ihre erwachsenen Begleiter gekommen, um vom Stern über Bethlehem zu singen und den Segen an die Rathaustür zu kleben. Jannik Steinmann kletterte auf die Leiter, um den Segensspruch anzubringen. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr steckte einige Geldscheine in die Büchse, die ihm Merle Braukmann als König Caspar entgegen hielt. „Ich hatte damals die Idee, dass die Sternsinger auch den Segen ins Rathaus bringen könnten und Pfarrer Karl-Josef Auris angerufen. Der war sofort einverstanden. Am Anfang kamen die Kinder aus St. Johannes Baptist, jetzt geht es reihum, denn das Rathaus ist ja für die Bürger aller Stadtteile da.“

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