Pro Wirtschaft GT: TEKAWE erhält Publikumspreis des Wettbewerbs Firma gewinnt die Familien

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Was sie selbst als Jugendliche im elterlichen Unternehmen machen konnte, ermöglicht Anja Kruse, Geschäftsführerin des Unternehmens TEKAWE, jetzt den Kindern ihrer Mitarbeiter: Ferienjob, Girls’ Day, Praktikum. Die familienfreundliche Ausrichtung des Unternehmens ist mit dem Publikumspreis des Wettbewerbs „Familie gewinnt“ der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Pro Wirtschaft GT ausgezeichnet worden.

Von Monika Schönfeld
Zum Jubiläum vergangenes Jahr hat die Firma TEKAWE ein Familienfest ausgerichtet. Das soll jetzt zur Tradition werden. Die Bilder, die die Kinder mit Fingerfarben gemacht haben, hat Anja Kruse gerahmt und in der Firma aufgehängt.
Zum Jubiläum vergangenes Jahr hat die Firma TEKAWE ein Familienfest ausgerichtet. Das soll jetzt zur Tradition werden. Die Bilder, die die Kinder mit Fingerfarben gemacht haben, hat Anja Kruse gerahmt und in der Firma aufgehängt. Foto: TEKAWE

Anja Kruse, Geschäftsführerin der Firma TEKAWE, mit dem Publikumspreis des Wettbewerbs „Familie gewinnt“. Foto: Monika Schönfeld

TEKAWE ist ein Maschinenbauunternehmen mit 27 Mitarbeitern, mehr als die Hälfte davon Frauen. „Ich bin bei den Wirtschaftsjunioren der IHK Bielefeld und mache Workshops bei GT aktiv. Ich habe mir einfach mal die Unterlagen für den Wettbewerb zuschicken lassen und festgestellt, dass wir schon viel machen“, sagt Anja Kruse. In ihrem Unternehmen arbeiten 90 Prozent der Frauen in Teilzeit. In der Produktion sei das schwieriger, aber auch Männer nehmen Erziehungszeit wahr. „Das ist eine Herausforderung für ein kleines Unternehmen. Das ist nicht ohne. Manchmal war ich kurz davor zu sagen, das machen wir nicht mehr.“

Regelmäßiger Familientag

Anja Kruse meint, dass diese Ehrlichkeit dazu geführt hat, dass sie den Publikumspreis erhalten hat. Denn inzwischen organisieren sich die Mitarbeiter in Teilzeit selbst so, dass die Arbeit geleistet wird. „Vor drei Jahren habe ich selbst eine Tochter bekommen. Dann sieht man vieles anders. Ich habe angeboten, dass Kinder mitgebracht werden können, wenn die Betreuung mal ausfällt. Da kann man auch gemeinsam eine Tagesmutterbetreuung organisieren.“ Dieser Umgang mit Familie binde Mitarbeiter an das Unternehmen und mache die Arbeit leichter. „Ich muss mir nicht ständig neue Mitarbeiter suchen.“

Zum 30-jährigen Bestehen gab es einen Familientag, Kinder und Partner konnten eine Rallye durchs Unternehmen machen, für Kinder gab es Spiele und kleine Geschenke. „Das wollen wir jetzt regelmäßig machen“, sagt Anja Kruse. Der Preis „Familie gewinnt“ stehe allen Mitarbeitern zu, weil sie selbst dafür sorgen, dass es funktioniert.

Gesundheitsprogramm für die Mitarbeiter

Inzwischen hat Anja Kruse ein Gesundheitsprogramm für ihre Mitarbeiter entwickelt. „Anfangs war das Interesse verhalten. Vielleicht waren die Leute auch skeptisch und dachten, jetzt will das Unternehmen wissen, welche Krankheiten ich habe.“ Darum gehe es aber nicht. „Ich habe die Mitarbeiter mit Aktionen bombardiert. Es gab Nüsse und Schokolade als Nervennahrung gegen Stress, Obst und Gemüse für die gesunde Ernährung. Zwei Mitarbeiterinnen aus der Buchhaltung kümmern sich jetzt darum.“ Faszientraining in einer Frauen- und einer Männergruppe sei von der Krankenkasse angeboten worden. „Wir machen als Firma mit beim Stadtradeln, spielen gemeinsam Minigolf, haben uns auf dem Schießstand getroffen und machen ein bis zwei Ausflüge pro Jahr.“

Für ein kleines Unternehmen sei das viel. „Rede mal davon, was du tust“, haben ihr Kollegen geraten. „Unsere Mitarbeiter sagen, wir haben den Preis verdient. Das macht mich besonders stolz. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie so empfinden.“ Vorher hätte sie so etwas nie an die große Glocke gehängt. Jetzt werde sie aber in einer Mitarbeiterbroschüre einmal im Jahr zusammenfassen, was das Unternehmen gemacht hat. Feierlichkeiten, Gesundheitsthemen, Altersvorsorge und der Bericht über Auszeichnungen sollen sich darin wiederfinden – „alles, was im Tagesgeschäft gar nicht bemerkt wird.“

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