Einen Nachtbus gibt’s nicht, aber eine ÖPNV-Planung aus dem Topf des Klimaschutzes Politiker machen Busverkehr zum Thema

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Wie man von einem völlig kontroversen Thema fast in Einigkeit rutscht, hat der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag gezeigt. Es ging um Haushaltsberatungen und deshalb beantragen Bündnis 90/Die Grünen – wie jedes Jahr –, den vor zehn Jahren abgeschafften Nachtbus wieder einzusetzen. Der war unwirtschaftlich und wurde damals von Taxi-Gutscheinen für junge Leute ersetzt. Aber auch die hat kaum jemand genutzt.

Politiker wollen den öffentlichen Personennahverkehr verbessern. Das „Wie“ steht aber noch nicht fest.
Politiker wollen den öffentlichen Personennahverkehr verbessern. Das „Wie“ steht aber noch nicht fest. Foto: Monika Schönfeld

Bruno Reinke (Grüne) sagte, dass 5000 Fahrten im Jahr 2008 mit dem Nachtbus nach und von Bielefeld gemacht worden seien. Thorsten Baumgart (FDP) rechnete und kam auf sechs Personen pro Fahrt. Viel zu wenig für einen Bus, in den mindestens 30 Leute passen. Marion Herzog (SPD) unterstützt die Grünen. „Ich habe den Eindruck, die Nachfrage ist mehr geworden.“ Dem widerspricht Lars Pankoke (CDU). „Ich habe viel mit jungen Leuten zu tun, bin gut vernetzt im Jugendbereich und habe noch von niemandem gehört, dass er nach einem Nachtbus verlangt.“

Martin Wildemann (CSB) griff das Grünen-Thema Klima auf: „Wenn ein leerer Bus hin und her fährt, kann das nicht gut fürs Klima sein.“

„Wenn wir jetzt ein Konzept machen, dann ein vernünftiges für den gesamten öffentlichen Personennahverkehr. Die CDU will den gesamten ÖPNV überprüfen lassen“, sagt Lars Pankoke. Marion Herzog will für die ÖPNV-Planung schon mal 50.000 Euro in den Haushalt nehmen. Das wurde von Martin Wildemann unterstützt. „Geld im Haushalt ist eine Aussage, nicht Symbolpolitik.“ Bruno Reinke stimmte zu. „Mobilität kostet Geld. Ein Mobilitätsmanager würde uns gut zu Gesicht stehen.“ Klaus Dirks (CDU) wies darauf hin, dass es einen Mobilitätsmanager bei Kreis gebe, den man „anzapfen“ könne.

Zuletzt wurde der Antrag auf den Einsatz eines Nachtbusses abgelehnt wie auch die 50.000 Euro für eine ÖPNV-Planung. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr: „Wir sind uns aber einig, dass wir über den ÖPNV sprechen müssen. Wir können für eine ÖPNV-Planung etwas von den 250.000 Euro für den Klimaschutz nehmen. Den Betrag hatten die Grünen durchgesetzt“, sagte Erichlandwehr.

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Fahrplan

Was schon helfen würde, wäre ein Busfahrplan der mit den anderen Bussen zusammen passen würde. Zum Beispiel ich komme aus Gütersloh verpasse am Bahnhof mein Bus nach Stukenbrock um 5 Minuten und das nicht nur einmal sondern immer. Weil der innerortsbus 5 Minuten früher fährt als mein Bus aus Gütersloh ankommt. Also um warte Zeiten zu verkürzen fahre ich mit dem Auto zum Bahnhof. Obwohl ich hundert Meter von der Bushaltestelle im Dorf wohne. Wartezeit am Bahnhof bis zu einer Stunde.

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