Flüchtlingshilfe erhält Räume im Erdgeschoss des Buschkrugs
Helfer ziehen mietfrei ein

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist wird von der Stadt finanziell unterstützt und kann zum 1. April in Räume des Erdgeschosses des ehemaligen Gasthauses Buschkrug an der Kaunitzer Straße einziehen. Das hat der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig beschlossen. Das Gebäude gehört der Stadt, in den Wohnungen im Obergeschoss leben Flüchtlinge.

Donnerstag, 05.12.2019, 06:00 Uhr
Sprachkurse für alle, die noch keinen Anspruch auf einen VHS-Kurs haben, Seminare, Workshops, Sprachcafé, Kunstwerkstatt, Schularbeitenbetreuung und Integrationsarbeiten bietet die Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist unter Leitung von Giesela Hörster (rechts) an. Foto: Monika Schönfeld

Das Erzbistum Paderborn stellt zum Jahresende die Zuschüsse für die Flüchtlingshilfe ein, die an der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist angegliedert ist. Zum 31. März sind die Räume gekündigt, die die Flüchtlingshilfe im Sozialkaufhaus La Mina gemietete hat. Das Sozialkaufhaus schließt dann.

Bisher hat die Stadt die Flüchtlingshilfe mit 4800 Euro jährlich unterstützt. Der Betrag wird auf 24.900 Euro aufgestockt, wobei die Miete 12.000 Euro einnimmt. Wenn die Flüchtlingshilfe in ein städtisches Gebäude mietfrei einzieht, entfällt der Mietzuschuss.

Ringtausch überlegt

Und danach sieht es jetzt aus. Nach einigem Hin und Her werden der Flüchtlingshilfe Räume im Erdgeschoss des Buschkrugs zur Verfügung gestellt. Allerdings nicht das komplette Erdgeschoss. Ein Raum bleibt wechselnder Nutzung vorbehalten, sei es als Probenraum für Chöre oder anderes. Die Vergabe erfolgt ähnlich wie bei der Sportstättenvergabe.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr erklärte, warum die Entscheidung noch einmal verzögert worden sei. „Wir haben im nicht-öffentlichen Teil die Idee eines Ringtausches diskutiert. Bekannt ist, dass wir im Rathaus nicht genug Platz haben, vor allem nicht, wenn die bewilligten Stellen besetzt sind. Deshalb haben wir nachgedacht, ob die fünf Fraktionen ihre Zimmer räumen und ins Hausmeisterhaus des Gymnasiums ziehen könnten, das vom Kreisfamilienzentrum genutzt wird. Das Kreisfamilienzentrum hat auch zu wenig Platz und hätte in den Buschkrug umziehen können.“ Diese Idee sei dann aber nicht weiterverfolgt worden, weil das Kreisfamilienzentrum lieber in der Nähe des Rathauses bleiben wolle. „Das Sozialamt schickt Leute zum Kreisfamilienzentrum und umgekehrt. Die Nähe ist bürgerfreundlich“, so Erichlandwehr. In den Buschkrug müsste auch viel investiert werden, um einen Bürostandard zu erhalten.

Einstimmig beschlossen

Investiert werden sollen jetzt 60.000 Euro, um der Flüchtlingshilfe Raum zu geben. Darin enthalten sind der Einbau einer Leichtbauwand, die Erneuerung der Elektrik und Malerarbeiten.

Giesela Hörster hatte eine Aufstellung geliefert , was ihrer Meinung nach notwendig ist. Erichlandwehr sagte, die Flüchtlingshilfe erhalte einen separaten Zugang und feste Räume. Ein Angebot für Probenräume werde auch geschaffen.

Lars Pankoke (CDU) sagte, er stimme dem Plan zu. Er behält sich aber vor, den Buschkrug abzureißen und zu überplanen, wenn die Flüchtlingshilfe das Haus nicht mehr brauche. Thorsten Baumgart (FDP) begrüßte die Planungssicherheit für die Flüchtlingshilfe. „Wir müssen das jetzt vom Tisch haben“, so Martin Wildemann (CSB).

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Es hat den Anschein, dass eine Menge Verärgerung, Unsicherheit und das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden, hätte vermieden werden können. Hätte man mal ein offenes Wort unter vier Augen gesprochen.

Im stillen Kämmerlein muss etwas passiert sein. Im Haupt- und Finanzausschuss ist unerwartet sachliche Diskussion und Entscheidung möglich. Die CDU stört sich nicht einmal mehr an dem Wort „ Bürgertreff “. Offenbar will keiner den Frieden stören, niemand karrte nach. Die Flüchtlingshilfe bekommt für ihre Arbeit Räume im Buschkrug. Und nur dieses Ergebnis zählt.

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