20. Krippenausstellung im Pfarrheim Stukenbrock mit privaten Darstellungen Ein Stück Familiengeschichte

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Jeder, der hier seine Krippe aufstellt, gibt etwas aus seinem Inneren preis.“ Manfred und Roswitha Robrecht gehen respektvoll mit den Krippen um, die ihnen für einen Tag anvertraut werden. Zum 20. Mal sind am Sonntag im Pfarrheim Stukenbrock von 10 bis 17 Uhr 60 Krippen und die Figuren zu sehen, die die Geburt Christi darstellen.

Von Monika Schönfeld
Die Krippen hat der verstorbene Manfred Becker mit Tochter und Enkel gebaut: (von links) Enkel David Brinkmann, Tochter Janine Brinkmann und seine Witwe Veronika Becker haben sich vorgenommen, alle seine Krippen in der Ausstellung zu zeigen.
Die Krippen hat der verstorbene Manfred Becker mit Tochter und Enkel gebaut: (von links) Enkel David Brinkmann, Tochter Janine Brinkmann und seine Witwe Veronika Becker haben sich vorgenommen, alle seine Krippen in der Ausstellung zu zeigen. Foto: Monika Schönfeld

Opas Krippe ist die schönste, sagte Jannek vergangenes Jahr. Mit Großvater Wolfgang Pischel hat er jetzt die Figuren aufgestellt. Foto: Schönfeld

„Wir hören häufig, dass sich die Besucher hier ihre Adventsstimmung holen“, sagt Manfred Robrecht. Wieder einmal ist dem Ehepaar und ihren vielen Helfern gelungen, Menschen zu bewegen, ihre Krippe zu zeigen. Ein kleiner Erläuterungstext sagt viel aus, der Rest spielt sich beim Betrachten im Kopf ab. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Allerdings bitten die Organisatoren um eine Spende für die Missionsprojekte „Peruanische Seelsorgeschwestern“ und „Villa Cabello“. An diese beiden Projekte geht auch der Erlös des Flohmarkts, den Tochter Christiane Robrecht im Foyer anbietet. Es ist quasi ein Flohmarkt der Doppelspender: Gespendet sind die weihnachtlichen Dekorationen, die gegen eine Geldspende den Besitzer wechseln (Sonntag 10 bis 14 Uhr).

Edelgard und Siegfried Babucke mit Enkelin Clara Lüke (7) haben sich in Arbeiten von Lotte Sievers Hahn aus Bokel verliebt. Foto: Schönfeld

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Opa, deine Krippe ist viel schöner.

Jannek (5)

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„Opa, deine Krippe ist viel schöner“, hat der damals vierjährige Jannek vor einem Jahr zu Wolfgang Pischel gesagt, als er mit ihm die Ausstellung besucht hat. Das hat den Opa in Zugzwang gesetzt. Mit Jannek hat er am Freitag den Stall aufgebaut, den er vor acht Jahren mit dessen inzwischen zwölf Jahre alten Bruder Collin gebaut hat. „Die Figuren habe ich gekauft“, sagt Wolfgang Pischel. Lagerfeuer und Lampe im Stall sind batteriebetrieben.

Manfred Becker hat mit Kind und Enkel Krippen gebaut. Als er vergangenes Jahr gestorben ist, hat seine Witwe Veronika beschlossen, die Krippen bei der Ausstellung im Pfarrheim zu zeigen. Tochter Janine Brinkmann hilft beim Aufbau und deren Sohn David (20) ebenfalls. Hier lohnt der Blick aufs Detail: Josef war Zimmermann, also ist ein Schild am Stall angebracht.

In Figuren verguckt

Edelgard und Siegfried Babucke haben sich vor knapp 30 Jahren in die Arbeiten der Künstlerin Lotte Sievers Hahn aus Bokel verguckt. Die Familie ihrer Tochter hat übrigens die gleichen Figuren. Enkelin Clara Lüke (7) hilft beim Aufbau. „In der Versöhnungskirche sind Krippenfiguren dieser Künstlerin – nur größer“, sagen Edelgard und Siegfried Babucke.

Ursula Knoke hat den Stall vergangenes Jahr beim Weihnachtsflohmarkt im Foyer gekauft und präsentiert darin die Tonfiguren, die sie in Verl bei einem Kurs im Droste-Haus selbst bemalt hat.

Ikonen und Playmobil

Das ist noch nicht alles: Manfred und Roswitha Robrecht sammeln selbst Krippen und fertigt welche aus Papier oder anderem Material. „Ich will zeigen, wie einfach es ist, mit Kindern Figuren zu basteln.“ Ingo Röder aus Bückeburg stellt zum zehnten Mal aus. Zu sehen sind auch Ikonen und ein Ikonostatikon aus Äthiopien, Krippen mit Playmobil-Figuren oder aus Perlmutt.

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