Gabriele Eisenhuth, Leiterin der AWO-Kindertagesstätte Laubfrosch, geht in Ruhestand »Unser Blick hat sich geändert«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Das ist ein Privileg. Das geht nicht jedem so.« Gabriele Eisenhuth, seit 22 Jahren Leiterin der AWO-Kita Laubfrosch, geht in den Ruhestand. Wenn auch nicht so ganz.

Von Monika Schönfeld
Gabriele Eisenhuth (Mitte), Leiterin der AWO-Kindertagesstätte Laubfrosch am Rathaus, geht (fast) in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerinnen sind Stefanie Pollerberg (links) und Barbara Strobender , die sich die Leitung teilen.
Gabriele Eisenhuth (Mitte), Leiterin der AWO-Kindertagesstätte Laubfrosch am Rathaus, geht (fast) in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerinnen sind Stefanie Pollerberg (links) und Barbara Strobender , die sich die Leitung teilen. Foto: Monika Schönfeld

»Ich habe in den letzten Jahren schon weniger gearbeitet. Flexi-Rente heißt das. Es ist für mich ganz gut, scheibchenweise zu gehen.« Ende Dezember ist dann Schluss. Ab 1. Januar ist dann aber ihre Erfahrung gefragt. Für den AWO-Bezirksverband wird sie Kindergartenleitungen coachen, zu Themen beraten und Bewerbergespräche führen.

Ihre Nachfolge in der Leitung des Laubfrosches übernehmen ihre bisherige Stellvertreterin Barbara Strobender gemeinsam mit Stefanie Pollerberg. »Ich bin froh, dass das geklappt hat. Beide haben viel mit Partizipation und Kinderrechten gearbeitet. Entscheidungen im Team sind einfacher und demokratischer«, sagt Gabriele Eisenhuth. »Für die Kinder, Eltern und Mitarbeiter gibt es deshalb keine große Umstellung.«

Ihr Herz hängt an der Kita

Gabriele Eisenhuth sagt, ihr Herz hänge an der Einrichtung. »Wir leisten hier richtig gute Arbeit und arbeiten im Team sehr gut zusammen.« Dass das nicht nur so dahingesagt ist, zeigt das Abschiedsgeschenk, das die Mitarbeiterinnen ihrer Chefin gemacht haben. »Über ein Jahr haben die Mitarbeiter das geplant. Sie haben mich für ein verlängertes Wochenende auf meine Lieblingsinsel Langeoog eingeladen. Mit dem Team und Ehemaligen waren wir 17 Leute. Wir sind Fahrrad gefahren und haben viele Gespräche geführt. Das entschleunigt so schön.« Langeoog ist für fünf Tage auch immer das Ziel der »Schulkinder«, also der Kinder, die im Sommer in die Schule kommen.

Kinderrechte und Mitbestimmung

Das Besondere der AWO-Kita Laubfrosch seien die familienfreundlichen Öffnungszeiten, das naturnahe Außengelände, dass die Kinder umfassend mitbestimmen und teilnehmen. »Eine Kollegin hat sich in Sachen Kinderrechte und Kindeswohl weitergebildet.« Neu sei auch, dass das Personalkonzept in der Hand der Einrichtung liege. Immer seien auch viele Praktikanten oder Mitarbeiter da, die ein freiwilliges soziales Jahr machen. »Wir gehen regelmäßig schwimmen und arbeiten mit einem Musikpädagogen.«

»Kinder sind immer noch Kinder«, sagt Eisenhuth nach 22 Jahren. »Unser Blick auf sie hat sich aber geändert. Wir sprechen Kindern mehr Mitbestimmung zu. Das haben wir hier von Anfang an so gehalten.« Die Kindheit habe sich aber verändert – vor allem die Medienerziehung sei wichtig geworden. Eine Kollegin habe sich zur Fachkraft für Medienpädagogik weitergebildet. »Kindergartenkinder haben zwar noch kein Handy, nutzen aber den Fernseher, spielen am Tablet oder Computer. Wir nutzen im Kindergarten Fotografie, Film und Sprachaufnahmen für Geschichten. Das stürmt auf die Kinder ein. Wir sind in der Verpflichtung, das aufzufangen – zum Beispiel in Projekten mit Kindern und Eltern.«

Leitungs-Sharing

Die Leitung der AWO-Kita Laubfrosch am Rathaus teilen sich künftig Barbara Strobender und Stefanie Pollerberg. Dieses so genannte Leitungs-Sharing ist bei Stellennachbesetzungen möglich. Beide Frauen arbeiten in Teilzeit mit je einer 77-Prozent-Stelle.

Barbara Strobender ist 35 Jahre alt und hat bei der Arbeiterwohlfahrt ihre Ausbildung gemacht und als Erzieherin in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet. Sie hat auch studiert und den Bachelor-Abschluss als Mentorin im sozialen Gesundheitswesen. Von 2011 bis 2014 war sie Leiterin einer Bielefelder Kita, seit zwei Jahren ist sie Stellvertreterin in Schloß Holte-Stukenbrock. Sie hat drei Kinder. Stefanie Pollerberg (30) ist seit 2011 bei der AWO und hat zwei Einrichtungen in Bielefeld und Leopoldshöhe geleitet. Berufsbegleitend hat sie Sozialpädagogik und Management in Bielefeld studiert und kommt aus zweijähriger Elternzeit zurück.

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