Gymnasium präsentiert Politikern Medienkonzept und digitale Pionierarbeit
Lehrer könnten direkt loslegen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Gymnasium wird bis zu den Herbstferien in allen Räumen WLAN haben. Mit der Digitalisierung der Schulen macht die Stadt ernst. Politiker haben sich am Dienstag am Gymnasium Beispiele des Unterrichts mit digitalen Medien angesehen.

Donnerstag, 03.10.2019, 06:00 Uhr
Die Digital-Spezialisten im Gymnasium: (von links) Schulleiter Dr. Michael Kößmeier, Christina Gellert (Englisch/Erdkunde), Dirk Mügge (Mathematik/Physik), Michael Rohde (Sport/Sozialwissenschaften) und Lars Quisbrock (Mathematik/Sport). Foto: Monika Schönfeld

Das Gymnasium hat dem Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss jetzt sein Medienkonzept erläutert. Die Politiker haben sich in drei Klassenzimmern schlau gemacht, wie digitale Medien im Unterricht angewendet werden können. Schulleiter Dr. Michael Kößmeier und Stellvertreterin Heike Bug und die Medienbeauftragten der Schule, Lars Quisbrock, Dirk Mügge, Michael Rohde und Christina Gellert zeigten Beispiele aus ihren Fachbereichen.

Von 1. Klasse bis zum Abitur

Inzwischen hat jede Schule der Stadt das geforderte Medienkonzept entwickelt. Grund- und weiterführende Schulen stimmen sich ab, erklärte Norman Nefiodow, Leiter der Michaelschule (Grundschule in Liemke). Er war 2018 angetreten, um die Medienkompetenz in die Schule zu tragen. Inzwischen ist diese Grundschule und die Elbrachtschule mit WLAN ausgestattet, das Gymnasium wird mit Ende der Herbstferien überall im Gebäude damit arbeiten können. An der Pollhansschule wird es mit Abschluss der Umbauarbeiten soweit sein. An der Grauthoffschule, der Katholischen Grundschule Stukenbrock und an der Gesamtschule hapert es noch aufgrund der mangelnden Glasfaseraustattung, sagt Fachbereichsleiterin Kerstin Steinmeier. Im neuen Westflügel der Gesamtschule am Hallenbad werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, mit der Sanierung des Altbaus dann auch am Rest des Standorts. Schwierig sei es am Standort Jahnstraße der Gesamtschule.

Mit Projektionsflächen

In einem Trakt des Gymnasiums arbeiten die Lehrer bereits mit Projektionsflächen. Die Schüler schalten sich mit iPads dazu und arbeiten interaktiv. Die alte Kreidetafel ist noch da, in den meisten Fällen wird aber dort die digitale Fläche benutzt.

Die Schulen und damit auch die Stadt als Schulträger sind über den Medienkompetenzrahmen NRW dazu verpflichtet, alle Schüler an den Chancen des digitalen Wandels teilhaben zu lassen und ihnen die Schlüsselqualifikationen, damit die berufliche Orientierung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Medienkompetenz bedeutet, die Geräte und Programme bedienen und anwenden, sie zum Recherchieren zu benutzen, damit zu kommunizieren und kooperieren. Inhalte sollen so produziert und präsentiert, analysiert und reflektiert werden. Alle Schulen im Kreis Gütersloh arbeiten im kreisweiten Projekt »Schule und digitale Bildung«. Aus dem »Digitalpakt Schule« erwartet Schloß Holte-Stukenbrock 800.000 Euro, um die Schulen fit zu machen.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Im privaten Bereich geht alles schneller. Über PC, Laptop, Tablet oder Smartphone holen sich bereits Grundschüler, was sie an Information brauchen. Das ist nicht immer sicher, Versuch und Irrtum stehen an Stelle der Medienkompetenz. Der Umgang mit digitalen Medien wird immer früher wichtig für die Schüler. Die Lehrer scharren mit den Füßen, sind ganz heiß drauf, endlich damit zu arbeiten. Es hapert noch an der technischen Ausstattung. Die Plattform, auf der Lehrer datensicher arbeiten sollen, leistet nicht immer, was sie verspricht. Schule hängt dem wirklichen Leben oft hinterher. Das geht in diesem Fall gar nicht anders. Es muss schul- und schulformübergreifend eine Linie von der ersten Klasse bis zum Abitur durchgezogen werden.

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