Projektil schlägt neben Mutter und Tochter auf der Terrasse ein
Wer schießt auf diese Familie?

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nur knapp hat ein Geschoss vermutlich aus einem Luftgewehr am Montagabend eine Mutter (45) und ihre Tochter (15) verfehlt. Beide saßen auf der heimischen Terrasse, als beim Kartenspielen ein Schuss fiel und an der Hausfassade abprallte. Die Kriminalpolizei ermittelt in dem Fall.

Dienstag, 03.09.2019, 19:03 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 19:28 Uhr
Ricarda und ihre Eltern Tanja und Jürgen Dresselhaus fürchten, dass jemand absichtlich auf sie geschossen hat. Die 15-jährige Tochter zeigt auf ihrem Handy ein Foto des Projektils, das sie auf der Terrasse entdeckt hat. Foto: Christian Müller

Tanja Dresselhaus und ihre jugendliche Tochter Ricarda machten es sich am Montagabend auf ihrer rückwärtigen Terrasse gemütlich. Beim Kartenspielen fiel um etwa 20.30 Uhr ein Schuss, erklärt die Mutter. »Der Knall hörte sich ganz anders an als die Schüsse, die wir vom Truppenübungsplatz gewohnt sind. Wir suchten den Boden ab und fanden eine Patrone. Ich habe sofort die Polizei verständigt.«

Polizei hofft auf Zeugenhinweise

Wie Katharina Felsch, Sprecherin der Gütersloher Polizei, auf Anfrage bestätigte, nahmen Polizisten am Abend des Vorfalls Spuren auf und stellten das Projektil sicher. Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich dabei um ein Diabolo 500 handeln. »Unsere Ermittlungen dauern an. Eine Befragung der Anwohner im Nahbereich ergab keine Hinweise. Diese erhoffen wir uns von Augenzeugen, die etwas beobachtet haben«, erklärt Katharina Felsch. Zeugen werden geben, sich bei der Polizei zu melden.

Das Geschoss stammt wohl aus einem Luftgewehr.

Das Geschoss stammt wohl aus einem Luftgewehr. Foto: Müller

Vermutlich wurde das Geschoss über eine längere Distanz von mindestens einhundert Metern abgefeuert. Vor der Terrasse befinden sich eine Wiese und ein Waldstück. Als Vater Jürgen Dresselhaus (46) von seiner Frau über den Knall informiert wurde, reagierte er erschrocken: »So einen Härtefall habe ich noch nie erlebt. Ich möchte mir nicht vorstellen, wenn das Projektil das Auge meiner Tochter getroffen hätte. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine gezielte Attacke handelte. Auf die Terrasse werden wir uns vorerst nicht mehr setzen.« Laut Dresselhaus hat niemand einen Grund gehabt, hier zu schießen.

Zu dieser Erkenntnis kommt auch Heiner Siegenbrink (70). Er ist Jäger und ein guter Freund der Familie. »Nach den Beschreibungen der Familie muss der Schuss von der anderen Geländeseite gekommen sein. Das sind einige Meter, die das Geschoss überwinden musste. Aus anderen Positionen kann der Schuss nicht gefallen sein, da Bäume die Sicht versperren.«

Für ein Luftgewehr braucht es meist keine Erlaubnis

Die Familie fand im Internet heraus, dass es sich bei dem Geschoss um ein Diabolo 500 handeln muss. Diese Projektile werden üblicherweise in Luftgewehren eingesetzt. Das Schießen ist in Deutschland bis zu einer bestimmten Geschossenergie für volljährige Personen erlaubnisfrei. Vorausgesetzt, dass auf dem eigenen Grundstück geschossen wird und das Projektil nicht darüber hinausfliegt. Bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen der Polizei ergeben. »Wir hoffen, bald wieder ohne Angst auf der Terrasse sitzen zu können«, ist sich die Familie einig.

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