Projekttage an den Heimathäusern – LWL-Pädagoge hilft
Schüler mahlen Roggen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Museumspädagoge Ulrich Neseker hat extra kleine Kinderdreschflegel mitgebracht. Damit dürfen die Schüler der Klasse 4b der Grundschule Stukenbrock das Dreschen von Roggen üben.

Dienstag, 03.09.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 07:00 Uhr
Projekttage an den Heimathäusern mit der Klasse 4b der Grundschule Stukenbrock und den Vertretern des Heimatvereins Erhard Daudel, Heribert Faupel, dem LWL-Museumspädagogen Ulrich Neseker und Lehrer Julius Büscher (hinten von links). Foto: Bernd Steinbacher

Das ist gar nicht so einfach, merken die Kinder schnell, und auch das Mahlen des Getreide mit einer Steinmühle in der Steinzeit ist anstrengend. Selbst mit Hilfe einer Kaffemühle ist viel Kraft erforderlich, bis genügend Mehl für ein Brot gemahlen ist. Sie erfahren viel zu den verschiedenen Getreidesorten. Sie lernen beispielsweise, dass der Mais aus Amerika stammt.

Am Montag, Dienstag und am Mittwoch ist je eine Klasse der Grundschule Stukenbrock an den Heimathäusern, um den Weg vom »Korn zum Mehl«, so der Titel der Projekttage, zu erleben und selbst anzupacken.

Weiterbildung

Während Grundschüler aus Stukenbrock die Heimathäuser schon regelmäßig besuchen, war Ulrich Neseker zum ersten Mal dabei. Der Museumspädagoge vom Museumsamt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe aus Münster hatte Geräte und Anschauungsmaterial für die Kinder mitgebracht. Er erklärte den Schülern die Veränderungen der Landwirtschaft im Laufe der Zeit. Ein Foto zeigt einen Bauernhof um 1900. Da lebten und arbeiteten mehr als 20 Menschen dort. 1970 arbeiteten an gleicher Stelle wegen der Mechanisierung nur noch drei, Knechte und Mägde gab es nicht mehr. »Unser Ziel ist es, den Kindern zu zeigen, dass Maschinen und große landwirtschaftliche Flächen benötigt werden, um die Bevölkerung in Deutschland zu ernähren«, sagte der Museumspädagoge.

Er kümmert sich aber nicht nur um die Kinder, sondern schult auch die beiden ehrenamtlichen Kräfte des Heimat- und Verkehrsvereins (HVV), Heribert Faupel und Erhard Daudel. Sie betreuen die Schüler und wollen sich entsprechend weiterbilden. »Das Museumsamt leiht Geräte und Material an Vereine zu bestimmten Themen kostenlos aus und bietet Weiterbildung an.«

Enge Zusammenarbeit

Heribert Faupel freut sich über die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule Stukenbrock und möchte weitere Grundschul- und auch Kindergartengruppen der Stadt ermuntern, die Heimathäuser zu besuchen. Gleichzeitig weist der 78-Jährige daraufhin, dass der HVV für die Arbeit mit den Kindern noch »rüstige Rentner« als Ehrenamtliche sucht. »Die Arbeit mit Kindern macht Riesenspaß, und wenn die Mädchen und Jungen etwas selbst tun können, merken sie es sich viel besser.«

Julius Büscher, Klassenlehrer der 4b, findet es ideal, dass die Kinder der benachbarten Grundschule die Geschichte direkt vor Ort in den Heimathäusern erleben können. »Wir beschäftigen uns zur Zeit mit dem Thema Herbst. Da geht es um die Ernte und um den Wald. Wir besuchen auch noch den Förster.«

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