Annegret Köster leitete 33 Jahre das Reisebüro an der Bahnhofstraße
Powerfrau auf ruhigem Kurs

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Zwei Mal hat sie mit ihrem Mann Rainer auf dem Zuckerhut gestanden. Jeden Kontinent hat Annegret Köster bereist. Wie viele Kreuzfahrten sie erlebt oder Länder sie gesehen hat, darüber kann sie im Nachhinein keine genauen Zahlen nennen.

Samstag, 31.08.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 31.08.2019, 06:50 Uhr
Annegret Köster liebt ihren Garten und ist gerne mit dem E-Bike in der Umgebung unterwegs. Sie geht im Sommer regelmäßig Schwimmen und hat Yoga für sich entdeckt. Gern besucht sie ihren Sohn in Frankfurt. Foto: Manuela Fortmeier

Nur eins kann sie genau sagen: »Es war eine wunderschöne Zeit. Ich habe sehr viel erlebt, gesehen und interessante Menschen und Kulturen kennen lernen dürfen.«

Früher Vielfliegerin und »immer unterwegs,« erkundet sie mit ihrem Mann Rainer jetzt »häufig und gerne« mit dem E-Bike die nahe Umgebung. »Hier gibt es so viele wunderschöne Gegenden, die ich noch nicht gesehen habe.«

1983 hat Annegret Köster allein ihr kleines Reisebüro neben Baak an der Bahnhofstraße eröffnet. In all den Jahren selbst sehr viel gereist, konnte sie ihre Erlebnisse und Erfahrungen an ihre Kunden weitergegeben. Später nutze die gelernte Reiseverkehrskauffrau die Chance, sich am heutigen Standort des Thomas Cook Reisebüros zu vergrößern.

Eine tolle Zeit gehabt

»In den 33 Jahren hatten wir eine tolle Zeit. Unser Team war klein und familiär und aus manchen Kunden wurden sogar Freunde«, sagt Annegret Köster. Zum 60. Geburtstag hatte sie deshalb damals nicht nur sich, sondern auch ihren Mitarbeiterinnen eine Freude bereitet. »Wir waren alle zusammen für vier Tage in New York.« Ein Erlebnis, an das sie sich gerne erinnert.

»Aus voller Überzeugung, weil es genau der richtige Zeitpunkt war,« hat sie ihr Reisebüro Anfang 2017, kurz nach ihrem 70. Geburtstag, an ihre langjährige Mitarbeiterin, Bianca Steinhoff, die auch bei ihr gelernt hat, »in gute Hände« gegeben.

Damals habe sie ihre Selbstständigkeit mit einem weinenden und einem lachenden Auge beendet. Heute, zweieinhalb Jahre später, sagt sie: »Die Zeit mit den anderen Geschäftsleuten an der Bahnhofstraße war klasse, wir haben zusammen viel erreicht und jede Menge Spaß gehabt. Aber ich habe alles richtig gemacht. Mein Mann und ich wollen noch viel Zeit zusammen verbringen, solange wir gesund sind. Das ist nicht selbstverständlich.«

Das gemütliche Zuhause genießen

Während das Reisen für sie und ihren Mann über Jahrzehnte eine große Leidenschaft darstellte, können beide heute das gemütliche Zuhause genießen. »Der schöne Garten, der Teich, Fahrradtouren in die nahe Umgebung. Zu all den einfachen, aber schönen Dingen hat uns damals die Zeit gefehlt,« blickt Köster zurück. Eine lieb gewonnene Tradition ist inzwischen morgens ihr erster Kaffee auf der Bank im Garten. »Herrlich, die Natur in all ihren Facetten zu beobachten«.

Eine Freude sind auch stets die Treffen mit dem großen Freundeskreis und Besuche bei der Familie ihres Sohnes Ralph in Frankfurt. Sportliche Betätigung bietet dem Paar das Golfspielen beim Senne-Golf-Club Gut Welschoff.

Im Sommer beginnt Köster ihren Tag mit einer Runde Schwimmen im Verler Freibad. »Danach frühstücken wir ganz in Ruhe und starten langsam in den Tag. Seit vielen Jahren hat die Schloß Holterin auch Yoga für sich entdeckt. »Man lernt sich viel besser selbst kennen, lernt in dieser lauten Zeit, die Stille zu genießen und zur Ruhe zu kommen.«

Für eine Powerfrau, die heute noch immer unternehmungslustig ist und die mehr als ein Vierteljahrhundert täglich alles gegeben hat, »gar nicht so einfach«.

Zur Serie

Die Serie »Unternehmer im Unruhestand« beschäftigt sich mit Persönlichkeiten aus Schloß Holte-Stukenbrock. Bisher erschienen:

Heinrich Fromme (1. Juni),

Wolfgang Zindler (15. Juni),

Manfred Oekenpöhler

(27. Juli).

Klaus Niebel (7. August),

Sonja Hassenewert (16. August).

 

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