Feuerwehrleute beim Treppenlauf
Extrem-Tour für einrotes T-Shirt

Schloß Holte-Stukenbrock/Köln (WB). »Wir laufen nächstes Jahr wieder«, ist sich das Feuerwehr-Quartett sicher. Jörg Steinbeck, Kevin Meloh, Tim Hano und Fabian Seja haben einen Ex­tremlauf hinter sich: 39 Stockwerke, das sind 714 Stufen, sind sie mit Maske vorm Gesicht hochgelaufen.

Dienstag, 06.08.2019, 05:00 Uhr
Mit je 30 Kilogramm Ausrüstung haben (hinten von links) Jörg Steinbeck, Kevin Meloh, (vorn von links) Tim Hano und Fabian Seja die 714 Stufen des Köln-Towers bezwungen. Foto: Sara Steinbeck

Den Treppenlauf auf den Köln-Tower, ein Büro-Hochhaus, hat die Feuerwehr der Stadt Köln am Sonntag zum siebten Mal ausgerichtet. Deshalb sind 700 der 1250 Starter auch Feuerwehrleute gewesen. Erstmals dabei waren vier Schloß Holte-Stukenbrocker.

Die vier Feuerwehrleute aus Schloß Holte-Stukenbrock vor dem Start.

Die vier Feuerwehrleute aus Schloß Holte-Stukenbrock vor dem Start. Foto: Sara Steinbeck

Die Idee, dabei mitzumachen, hatte Fabian Seja (27), der bei der Berufsfeuerwehr Paderborn arbeitet und im Löschzug Schloß Holte tätig ist. Er hat seine Kollegen infiziert, die zwar gerne laufen, aber Treppen steigen? Fabian Seja bildete mit Jörg Steinbeck (41) ein Team, die beiden jungen Leute, Tim Hano und Kevin Meloh (beide 18), das zweite. Immerhin Platz 2 hat das junge Team bei den Männern bis 30 Jahren mit einer Zeit von 9:48 Minuten erreicht. Die beiden Oldies haben mit 14:01 Minuten den 46. Platz der Männer bis 60 Jahre erreicht. »Darüber brauchen wir nicht zu reden«, meint Sara Steinbeck, die als Ehefrau mit ihren Söhnen Jonas (18), Silas (12) und Silian (6) die Männer begleitet hat. »Meine beiden Großen wollen nächstes Jahr mitlaufen.«

Ich dachte, es wird schwierig mit drei Holtern. Aber es war eigentlich ganz okay.

Kevin Meloh, Löschzug Stukenbrock

Der Beschluss stand, nachdem Fabian Seja in Düsseldorf im ARAG-Haus einen ähnlichen Lauf mitgemacht hat. »Dann mussten alle trainieren«, berichtet Sara Steinbeck. Während Fabian Seja das Trainingsgelände der Berufsfeuerwehr und das Universitätsgebäude nutzte, war Jörg Steinbeck auf den drei Etagen der Realschule unterwegs – oder er lief die 244 Stufen der »Himmelsleiter« in Oerlinghausen. »Jörg trainierte mit Gewichtscheiben im Rucksack.« Fabian Seja und Tim Hano nutzen den Sternchenlauf des Schwarz-Weiß Sende (in voller Montur) für die Vorbereitung.

Sie waren durchgeschwitzt und strahlten glücklich. Es werden Wiederholungstäter.

Sara Steinbeck

Den Zeitmesser hatte einer der beiden aus dem Team. Der musste als Zweiter ins Ziel laufen, durfte zu seinem Teamkollegen aber nur einen Treppenabsatz Distanz haben. »Alle vier wollten ihre persönliche Grenze kennenlernen«, sagt Sara Steinbeck. Einig seien sich alle vier gewesen, dass das 3. Stockwerk das schlimmste gewesen sei. »Weil sie noch 36 vor sich hatten.« Das beste sei das 29.: »Nur noch zehn vor uns.« Tim Hano und Kevin Meloh seien noch einige Zeit oben geblieben und hätten die Aussicht auf Köln genossen. Jörg Steinbeck und Fabian Seja wollten nur nach unten. »Später haben sie sich geärgert, dass sie die Aussicht nicht mitgenommen haben.«

Und wofür das Ganze? »Für das rote T-Shirt, das jeder Teilnehmer erhalten hat.« Jörg Steinbecks Ehefrau findet es gut, dass Feuerwehrleute kameradschaftlich gemeinsam ein Ziel haben. »Und nicht nur in extremen und oft gefährlichen Situationen. Vielleicht machen 2020 ja noch mehr mit.«

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