»Ich engagiere mich«: Klaus Seichter lebt für den Heimatgedanken
Der Überzeugungstäter

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »So eine Aufgabe ist allein nicht zu schultern«, sagt Klaus Seichter, seit 24 Jahren Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Schloß Holte-Stukenbrock (HVV), und verweist auf seine engagierten Mitstreiter. Mittelpunkt des Vereins sind die drei Heimathäuser am Pastorat.

Freitag, 02.08.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 02.08.2019, 07:01 Uhr
Klaus Seichter ist seit 24 Jahren Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Schloß Holte-Stukenbrock. Eine solche Aufgabe sei nie alleine zu schultern, verweist der 82-Jährige auf seine Vorstandskollegen und anpackenden Mitglieder. Foto: Bernd Steinbacher

»Ich mag es zu gestalten und Ideen umzusetzen, ich möchte mitreden und auch Einfluss haben«, betont Klaus Seichter, der sich im Verein seit gut 50 Jahren ehrenamtlich engagiert. Zunächst als Mitglied, später als Wander- und Wegewart zusammen mit Johannes Mersch verantwortlich für 50 Ruhebänke. »Damals hatte der Verein begonnen, neun Rundwanderwege einzurichten und 50 Bänke aufzustellen«, erinnert sich Seichter an diese Zeit.

Ich kann aber auch sauer werden, wenn etwas nicht klappt.

Klaus Seichter

Er war seinerzeit in den Verkehrsverein Stukenbrock eingetreten. Nach dem Zusammenschluss von Stukenbrock und Schloß Holte zur Großgemeinde Schloß Holte-Stukenbrock wirkte er an der Vereinigung des Verkehrsvereins und des Heimatvereins Schloß Holte zum Heimat- und Verkehrsvereins mit. »Da war viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Das liegt mir, wenn ich von einer Sache überzeugt bin. Ich war schließlich im Außendienst tätig«, sagt er. Allerdings sei auch immer Kompromissbereitschaft und eine offene Informationspolitik gefragt, um einen Verein führen zu können. »Ich kann aber auch sauer werden, wenn etwas nicht klappt.«

Klaus Seichter kümmert sich um den Verein, hat das Entstehen der drei Heimathäuser mitgestaltet. Das erste konnte im Jahr 1978, das zweite 2004 und das dritte, die Remise, 2013 eröffnet werden.

Verein ohne Schulden

Stolz ist der Vorsitzende darauf, dass der Verein mit seinen derzeit 435 Mitgliedern keine Schulden hat. »Die Finanzierung für alle Vorhaben muss immer gesichert sein«, betont er. Aufwändig sei die Erledigung aller Anträge gewesen, bis das alte Fachwerkhaus als Heimathaus 2 an die heutige Stelle versetzt werden konnte. Die Remise, die baufällig und fast vergessen ganz in der Nähe stand, habe zur Abrundung des Ensembles beigetragen und Platz für zusätzliche Ausstellungsstücke gebracht.

Die Baumaßnahmen, die Unterhaltung der Gebäude und Wege brachten und bringen viel Arbeit für Mitglieder und Vorstand. »Als ich mit 58 Jahren in den Vorruhestand gehen konnte, habe ich im Verein richtig losgelegt«, sagt der heute 82-Jährige. Zuvor sei er als Hauptfachberater im Außendienst für die Firma Henkel sehr viel unterwegs gewesen und habe vergleichsweise wenig Zeit für Vereinsarbeit aufbringen können.

Beruflich in die Stadt gekommen

Der Beruf war es schließlich auch, der Seichter nach Stukenbrock brachte. Er ist zwar in Bielefeld geboren und aufgewachsen, doch der Malermeister wohnte ein paar Jahre in Mannheim, da er für den süddeutschen Raum und Hessen zuständig war, danach für OWL und Teile von Niedersachsen. Ab 1969 wohnte er in Stukenbrock, seit 1986 in Schloß Holte. Seine Lebensgefährtin Renate Rudolph gehört zu den Frauen, die sich ebenfalls im Heimat- und Verkehrsverein engagieren. Bei Veranstaltungen, und davon gibt es übers Jahr eine ganze Menge, sorgen sie für die Verköstigung der Besucher.

Mit Renate Rudolph teilt Klaus Seichter neben dem ehrenamtlichen Engagement ein weiteres Hobby: das Reisen. In Ländern auf allen Kontinenten waren sie zu Besuch. Von Australien, USA und Brasilien schwärmt Seichter besonders.

Bei allem Spaß an der ehrenamtlichen Arbeit – »Ich mache das ganz gerne, so lange ich kann« – betont er, das es schwierig sei, einen Nachfolger zu finden. Da müsse sich aber demnächst eine Lösung finden lassen.

Zur Serie

Ohne Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, würden weite Teile des gesellschaftlichen Lebens nicht funktionieren. Doch viele Vereine und Organisationen suchen händeringend nach weiteren Mitstreitern, um Positionen besetzen und damit Angebote aufrecht erhalten zu können. Das WESTFALEN-BLATT stellt in loser Folge ehrenamtliche Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen vor. Der erste Teil über Lina Kirchner , ehrenamtliche Mitarbeiterin im Jugendcafé, ist erschienen am 25. Juli.

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