Auf Klimareise: Gesamtschüler werben am Stand im Marktkauf für umweltfreundlichem Einkauf
»Wir essen Mikroplastik mit«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Deutlicher geht es kaum: Plastik landet im Meer, Fische fressen es, sterben daran oder werden gefangen und von den Menschen gegessen. So landet Mikroplastik im menschlichen Organismus.

Donnerstag, 04.07.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 06:50 Uhr
Andrea Ristau von der Marktkauf-Verwaltung (links) zeigt, das es umweltfreundliche Alternativen bei Marktkauf gibt: ein wiederverwendbares Netz für Obst und Gemüse und die Tablett-Lösung an der Bedientheke. Kunden bringen ihre Behältnisse mit und stellen sie zum Befüllen auf ein Tablett. Verpackungsplastik wird eingespart. Die Schüler Leonie Mahlke, Malte Sussiek und Maxim Luzenko (rechts) bieten selbst gehäkelte, waschbare Kosmetikpads, plastikfreies Peeling und selbst gemachte Marmelade in umweltfreundlichen Gläsern an. Foto: Bernd Steinbacher

Gesamtschüler haben diese Plastikproblematik auf einem Plakat dargestellt und machen mit Kunst auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam. »Wir essen Mikroplastik mit«, sagt Lehrerin Natalie Kohlmann. Sie betreut die Klimareise der Schüler. Die schädlichen Auswirkungen von Plastikmüll und Alternativen, wie es besser geht, waren am Mittwoch an einem Stand im Marktkauf-Eingangsbereich zu sehen.

Erstmals ist eine Schule aus Schloß Holte-Stukenbrock an der 2015 von Kommunen und der Kommunal-Agentur NRW erfundenen Klimareise dabei. Klimamanagerin Stefanie Schäfer hatte Schulleiterin Christel Kuch und Stellvertreterin Daniela Hartmann angesprochen.

55 Schüler der Kurse Klima und Naturwissenschaften unter der Leitung der Lehrerinnen Natalia Kohlmann und Johanna Holtmann und der Kunstkurs von Claudia Brhel haben sich mit dem Klima beschäftigt. Generell ist Umweltschutz fächerübergreifender Inhalt in der Jahrgangsstufe 9.

Abschminkpads aus Baumwolle gehäkelt

Schüler haben umweltfreundliches Peeling hergestellt. Mehrere Mädchen häkelten Abschminkpads aus Baumwolle, plastikfrei, waschbar und dadurch wieder verwendbar. Den Kunden bieten sie Flyer über die plastikfreie Stadt an, weisen auf die selbst gemachten Produkte und einen Fragebogen hin. Jeder kann damit sein persönliches Einkaufsverhalten auswerten. »Mehr als die Hälfte der Kunden war interessiert«, sagt Christine Friese, Schülerin der 9c. Sie verteilt Flyer und Fragebögen.

Claudia Brhel findet es gut, dass der Marktkauf den Stand ermöglicht hat und wir »kritisch zu Wort kommen können«. »Wir verkaufen die Dinge, um die es geht«, sagt Andrea Ristau von der Marktkauf-Verwaltung. Sie weist auf umweltfreundliche Alternativen hin, erklärt, dass das Obstnetz beim Abwiegen berücksichtigt wird, ebenso die mehrfach verwendbaren Behältnisse an der Bedientheke.

Die Klimareise von 30 Schülern führte zu den Unternehmen ARI und Froli. Bei ARI erfuhren sie etwas über die Energiescouts, die Einsparpotenzial aufdecken. Bei Froli wird Kunststoff aus Sonnenblumenkernschalen eingesetzt. »Das war sehr interessant«, sagt Liv Mathäus, die auf der zwölf Kilometer langen Radtour zu den Unternehmen dabei gewesen ist. Auch Noorani Bawari ist begeistert: Die Unternehmen probieren viel aus, um besser und umweltfreundlicher zu werden.«

Ein Kommentar von Bernd Steinbacher

Plastik lässt sich an vielen Stellen ersetzen. Oft scheitert der Ersatz aber an der Macht der Gewohnheit und fehlenden Informationen, was es an Alternativen gibt. Marktkauf erlaubt es, dass ein Stand mit kritischen Inhalten aufgestellt wird. Das ist mutig und gut. Das Unternehmen selbst macht Schritte, Plastik zu vermeiden, zum Beispiel die Tablett-Lösung. Jetzt müssen mehr Kunden mitziehen, auf Baumwolltaschen und die seit Jahrzehnten vorhandene Papiertüte setzen und Mehrwegflaschen kaufen. Viele kleine Schritte helfen.

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