Stadt übernimmt Trägeranteil und spart sogar dabei
Spielhaus wird Kindergarten

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Zwei Mal hatte sich die Elterninitiative Holtebrocker Spielhaus bereits um die Trägerschaft eines Kindergartens beworben, zwei Mal hat der Bildungs- und Familienausschuss einem andern Träger den Vorzug gegeben. Jetzt wird die Elterninitiative Kindergarten, ohne sich darum beworben zu haben.

Mittwoch, 03.07.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 03.07.2019, 06:50 Uhr
Das Holtebrocker Spielhaus wird Kindergarten. Bärbel Hanke, Vorsitzende der Elterninitiative, Yvonne Kleinehagenbrock, Leiterin des Spielhauses, und Stellvertreterin Sabrina Büchner (von rechts) haben das Spielhaus auf finanziell sichere Beine gestellt. Foto: Monika Schönfeld

Bärbel Hanke, seit Gründung des Elternvereins Holtebrocker Spielhaus im Jahr 2000 Vorsitzende, ist am Ziel ihrer Wünsche. »Wir hatten immer wieder finanzielle Engpässe und konnten die Erzieherinnen nie angemessen bezahlen, weil die Zuschüsse immer an Zahlen gebunden waren«, sagt Bärbel Hanke. Die Stadt war allerdings von der Arbeit im Holtebrocker Spielhaus überzeugt und hat deshalb jährlich 66.000 Euro in den Haushalt eingestellt – ein Zuschuss, den das Holtebrocker Spielhaus stets gebraucht hat. Da die Stadt die Elterninitiative immer unterstützt hat, konnte Bärbel Hanke nie so recht nachvollziehen, warum der Verein bei der Bewerbung um eine Trägerschaft eines Kindergartens, zuletzt in Kooperation mit der Diakonischen Stiftung Ummeln, nicht berücksichtigt wurde.

Jetzt auf finanziell sichere Füße gestellt

Dass das Holtebrocker Spielhaus jetzt auf finanziell sichere Füße gestellt wird, verdankt Bärbel Hanke den zuständigen Mitarbeiterinnen im Kreis- und im Landesjugendamt. Das Holtebrocker Spielhaus wird ab 1. August eine anerkannte Kindertagesstätte mit 1,5 Gruppen, Gruppenform II (Kinder im Alter von unter drei Jahren), mit insgesamt 15 Kindern betreiben. Bisher hat das Spielhaus zwei Zwei-Tagesgruppen (9 bis 12 Uhr) und zwei Fünftages-Gruppen mit je zehn Kindern von 7.30 bis 16 Uhr betreut. Wegen der Größe des Spielhauses an der Holter Straße 253 (altes Kino) dürfen jetzt nur noch 1,5 Gruppen mit insgesamt 15 Kindern betreut werden. »Das Landesjugendamt hätte gerne, dass wir mittelfristig eine altersgemischte Gruppe werden. Zurzeit betreuen wir Kinder im Alter von vier Monaten bis drei Jahren. Der Übergang in einen Kindergarten hat bisher aber immer geklappt.«

Im Holtebrocker Spielhaus arbeiten fünf Erzieherinnen, davon zwei in Vollzeit, eine Ergänzungskraft, eine FOS-Praktikantin und ein Bufdi (Bundesfreiwilligendienst). Die Mitarbeiter werden bleiben. Leiterin des Spielhauses ist Yvonne Kleinehagenbrock, ihre Stellvertreterin Sabrina Büchner. Der Vorstand des Trägervereins besteht aus Bärbel Hanke, Stellvertreterin Barbara Rieping und Kassiererin Sonja Rothkamm.

Stadt übernimmt Betriebskosten

Der Familien-, Demografie- und Integrationsausschuss hat am Montag einstimmig beschlossen, den Trägeranteil von 100 Prozent der förderfähigen Betriebskosten zu übernehmen.

Die Kindertagesstätten in Schloß Holte-Stukenbrock werden seitens der Stadt laut Ratsbeschluss mit der freiwilligen Übernahme des Trägeranteils an den förderfähigen Betriebskosten unterstützt. Im Falle des Holtebrocker Spielhauses handelt es sich um eine Elterninitiative.

Elterninitiativen erhalten seitens des Jugendamtes einen Zuschuss in Höhe von 96 Prozent. Die restlichen vier Prozent, die die Stadt jetzt übernimmt, ergeben für die Stadt wesentlich weniger Kosten als mit dem bisher gezahlten Zuschuss.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Es ist schon bemerkenswert, wie sich Bärbel Hanke von der Elterninitiative Holtebrocker Spielhaus durch alle Widrigkeiten durchgebissen hat. Im Jahr 2000 war die Betreuung der Kinder im Alter unter drei Jahren in der Stadt nicht üblich. Erst nach und nach mussten alle Kindergärten umrüsten, um noch Fördermittel zu bekommen. Trotz aller finanzieller Unwägbarkeiten war das Spielhaus ständige Anlaufstelle für die Eltern, die ihre Kleinstkinder gut betreut wissen wollten.

Zwei Mal wurde die Elterninitiative als Träger eines Kindergartens abgelehnt. Warum, weiß kein Mensch.

Die Zeiten ändern sich, Betreuung der Kleinsten ist gefragter denn je. Mit fast 20 Jahren Erfahrung kann das Spielhaus jetzt wuchern.

 

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