Klasse 8a der Gesamtschule beteiligt sich an den GT-Clips
Vier Stunden für 90 Sekunden

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wie aus dem Leben gegriffen, könnte man sagen: Zwei beste Freundinnen sind in den gleichen Jungen verliebt. Und plötzlich sagen sie sich nicht mehr die Wahrheit. Das stellt die Freundschaft auf eine schwere Probe.

Dienstag, 04.06.2019, 10:45 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 11:00 Uhr
Auf dem Schulhof treffen die Freundinnen und Konkurrentinnen aufeinander. Von links: Leonie Keuchel und Lara Siek (vorne), Leyan Aktas, Jean Radowsky, Lukas Hielscher, Osman Arslan und Bilal Bostan (hinten). Foto: Matthias Kleemann

Eine Geschichte, so alltäglich wie die Gespräche auf dem Pausenhof, aber wie erzählt man so etwas, und zwar in Filmform, kurz und bündig, nicht länger als 90 Sekunden?

Im Rahmen des Projektes GT-Clips können Schüler sich kreisweit mit dem Medium Video auseinandersetzen. Drei Gruppen der Gesamtschule Schloß Holte-Stukenbrock sind diesmal dabei, alle kommen sie aus der Klasse 8a. »Fake« lautet das übergeordnete Thema.

Dreiecksgeschichte

Was ist der Fake an der Dreiecksgeschichte mit den zwei Mädchen und einem Jungen? »Fake ist, dass sie mir sagt, dass sie mit ihm Schluss gemacht hat, es aber doch nicht gemacht hat«, erklärt Lara Siek. Sie ist zusammen mit Leonie Keuchel Hauptdarstellerin des Clips, der gestern auf dem Gelände rund die Schule entstanden ist.

Vier Stunden für 90 Sekunden, ein ganz schöner Zeitaufwand. »Das ist für die jungen Leute ungewohnt«, sagt Lukas Hielscher, freier Mitarbeiter des Kreismedienzentrums Gütersloh. Filmen bedeute Warten, alle Szenen mehrmals hintereinander drehen und dabei konzentriert bleiben. Ein wenig Abwechslung kommt für die Teilnehmer dadurch auf, dass die Mitglieder der sechsköpfigen Gruppe sich abwechseln. Weil die meisten auch vor der Kamera stehen, darf jeder auch mal die Technik bedienen.

Lachkrampf vor der Kamera

Lara und Leonie finden es schwierig, eine andere Person zu spielen, selbst wenn ihnen das Thema vertraut ist. Lara hat eine ähnliche Geschichte selbst erlebt, sagt sie. Aber es darzustellen, sei etwas anderes, als es zu durchleben. Und so hatten die beiden vor der Kamera auch schon einen Lachkrampf.

»Bei den Themen, die das Medienzentrum vorgibt, geht es häufig um Gefühle – Glück, Liebe Trauer. Die Schüler müssen Empathie empfinden, wenn sie sich in die Rollen hineindenken«, sagt Lukas Hielscher.

Sein Kollege Juri Kröker betreut eine weitere Gruppe der Klasse 8a. Sie hat sich eine Geschichte rund um einen Jungen ausgedacht, der für einen Wettkampf ein Dopingmittel nimmt, weil er als Staffelläufer unbedingt schnell sein muss. »Um jeden Preis«, lautet der Titel. Der Druck in der Gruppe ist so groß. »Bei uns gab es viele praktische Fragen«, sagt Kröker. Die Welt der Videoclips, sie ist Jugendlichen eigentlich nicht fremd. Aber wie geht man so ein Projekt praktisch an?

»Wir haben an der Schule das Wahlpflichtfach ›Darstellen und Gestalten‹«, sagt Klassenlehrerin Sylvia Granitza. Auch aus der 8. Klasse gibt es Schüler, die dort mitmachen. Das sei ganz hilfreich. »Wir haben die Gruppen so verteilt, dass in jeder Gruppe mindestens ein Schüler aus dem DuG-Kurs ist.«

»Doppelleben«

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Silke Müller und Karsten Sieweke, der als pädagogische Fachkraft die Inklusionsschüler betreut, hat Sylvia Granitza das Thema Videoclips in den Unterricht eingebaut. Seit den Osterferien haben sich die Schüler auf den gestrigen Filmdreh vorbereitet. Wie denke ich mir eine Story aus? Wie schreibe ich ein Drehbuch? Hilfreich sei es, dass Konrektorin Daniela Hartmann wertvolle Tipps geben konnte, weil sich eine Realschulklasse von ihr bereits vor einigen Jahren am Wettbewerb beteiligt hat.

Die dritte Gruppe dreht übrigens einen Film über einen Jungen, der zu Hause brav und angepasst, in der Schule aber der größte Gangster ist. »Doppelleben« soll der Clip heißen.

Geschnitten wurden die Clips gestern gleich im Anschluss an den Dreh. Bis zu fünfzehn Sequenzen werden für anderthalb Minuten aneinander gereiht.

Wie immer gibt es schließlich einen Filmtag im Gütersloher »Bambi«, wo die Clips aller beteiligten Gruppen gezeigt werden, und zwar am Dienstag, 9. Juli, ab 16 Uhr. Die besten drei Videos werden prämiiert. Und die DVD kann man hinterher ausleihen oder kaufen.

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