Polizei bittet um Hinweise nach Vorfall in Schloß Holte-Stukenbrock
Unbekannter spricht Jungen an

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein Siebenjähriger soll am Mittwoch an der Pollhansschule in Schloß Holte-Stukenbrock von einem Unbekannten angesprochen worden sein. Der Mann hatte den Jungen aufgefordert, mit ihm mitzukommen.

Donnerstag, 09.05.2019, 11:26 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 11:28 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Das hat die Polizei am Donnerstag mitgeteilt. Die Eltern des Kindes hatten die Beamten am Mittwochabend über den Vorfall informiert. Der etwa 20-Jährige soll den Jungen gegen 11.40 Uhr an den Fahrradständern der Schule an der Jahnstraße angesprochen und gefragt haben, ob er mitkommen wolle. Der Junge ging darauf jedoch nicht ein und fuhr mit dem Rad davon.

Der Unbekannte soll etwa 1,75 Meter groß und schlank sein, er spracht Deutsch ohne Akzent. Bekleidet war er mit einer Jeans und weißer Mütze. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 05241/8690 entgegen.

Verhaltenstipps der Polizei

Die Beamten haben folgende Verhaltenstipps, wenn ein Kind von einem Vorfall berichtet, bei dem es von einer fremden Person angesprochen und sogar bedrängt wurde:

- Erlauben Sie Ihrem Kind ausdrücklich, dass es »Nein« sagen darf,wenn ihm etwas komisch vorkommt, es sich unwohl fühlt oder es sich in Gefahr wähnt.« Die Botschaft ist: »Keiner darf etwas von dir verlangen, was du nicht möchtest!«

- Nehmen Sie sich Zeit, mit Ihrem Kind über seinen Tagesablauf, über seine Sorgen und Nöte zu sprechen. Täter bereiten ihre Taten oftmals vor und eine kleine Beobachtung Ihres Kindes oder ein “komisches” Gefühl könnten wichtig sein, um Vorbereitungen zu erkennen und Weiteres abzuwehren. Kinder müssen lernen, ihrenGefühlen vertrauen zu können.

Nicht vor Fremden warnen, sondern vor Taten

- Üben Sie mit Ihrem Kind in kleinen Rollenspielen, wie es sich verhalten kann. Es sind »Was-tue-ich-wenn«-Spiele.

- Warnen Sie dabei nicht vor Fremden, sondern vor Taten. Kinder wissen mit dem Erwachsenen-Begriff »fremd« oftmals nichts anzufangen. Für Kinder ist schon derjenige nicht mehr fremd, der sich mit Namen vorstellt oder das Kind mit dessen Namen anspricht (»Der kennt mich doch«).

- Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll. Es soll weglaufen, andere Erwachsene ansprechen, um Hilfe bitten oder auch laut um Hilfe schreien.

- Ermuntern Sie Ihr Kind, um Hilfe zu bitten, wenn es Hilfe braucht.

Kinder sollten den Polizeiruf 110 kennen

- Überlegen Sie mit Ihrem Kind, wo und bei wem es sich im Notfall Hilfe holen kann.

- Ihr Kind sollte den Polizeiruf 110 kennen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass es bei Gefahr ohne Geld und ohne Telefonkarte von jeder öffentlichen Telefonzelle und mit jedem Handy aus die Polizei rufen kann.

- Sie sollten wissen, wo und mit wem Ihr Kind die Freizeit verbringt.

- Legen Sie mit Ihrem Kind Wege und Orte fest, an denen es sich aufhalten darf.

Absprachen sollten eingehalten werden

- Halten Sie Ihr Kind zur Pünktlichkeit an. Treffen Sie Absprachen! Halten Sie selbst ebenfalls getroffene Absprachen ein, denn das Kind lernt »am Modell«! Erklären Sie dem Kind, wohin Sie gehen und wann Sie zurückkehren. Ein Kind muss wissen,wo es Sie erreichen kann.

- Nach Möglichkeit sollte Ihr Kind in Gruppen mit anderen Kindern zur Schule gehen und sich zum Beispiel auf Spielplätzen aufhalten.

- Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wer es von der Schule oder vom Kindergarten abholen darf und mit wem es mitgehen darf. Das sollten nur maximal drei bis vier vertraute Personen sein. Die Regel gilt: »Geh nur mit diesen Menschen und mit niemand sonst!«

In Akutsituationen sofort den Notruf wählen

- Verständigen Sie in Akutsituationen sofort über Notruf 110 die Polizei, damit weitere Maßnahmen schnell eingeleitet werden können.

- Informieren Sie auch dann die Polizei, wenn die Tat schon einige Stunden zurückliegt.

- Die Polizei nimmt Ihre Schilderung immer ernst. Dazu sind detaillierte Angaben Ihres Kindes zu den Tatumständen und zur Täterbeschreibung erforderlich.

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