Nachbarschaftsfest am Haus am Habichtweg
Ein Zuhause zum Wohlfühlen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Großes Interesse, viel Lob und strahlende Gesichter: Ursula Pankoke hat am Samstag rund um das neu errichtete »Haus am Habichtweg« ein nachbarschaftliches Willkommensfest ausgerichtet. Anlass ist der Europäische Protesttag zur Gleichstellung für Menschen mit Behinderungen.

Montag, 06.05.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 07:01 Uhr
Ursula Pankoke (rechts) überreicht Taschen mit der Skyline des Schlosses als Geschenke an (von links) Stefanie Reker, Patrick Lehmann, Lea Wienke und Tobias Pott, die jetzt in das Haus am Habichtweg eingezogen sind. Foto: Uschi Mickley

Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter, Betreuer, Anwohner und Mitglieder von Selbsthilfegruppen feiern den Tag gemeinsam. Ursula Pankoke, städtische Beauftragte für Menschen mit Beeinträchtigungen, möchte damit erreichen, dass die jungen Erwachsenen und Nachbarn miteinander in Kontakt kommen. Sieben stationär und acht ambulant betreute Menschen mit Handicap sind dort vor Kurzem eingezogen.

Larissa Rüterbories strahlt. Sie genießt es, Gäste durch ihre erste eigene Wohnung zu führen, in der sie seit einigen Wochen lebt. Sie kam als Frühchen zur Welt und ist in ihrer Entwicklung verzögert. Drei Stunden nimmt sie wöchentlich ambulante Hilfe in Anspruch. Sie ist stolz darauf, dass sie ansonsten alle Belange ihres Lebens eigenständig regeln kann. Ihr helles Zimmer in der zweiten Etage hat sie sich gemütlich eingerichtet. Es verfügt über Bad und Küchenzeile. Auf dem Etagenbett hat bereits eine Freundin übernachtet.

Ungewohnt, aber schön

»Es ist noch etwas ungewohnt, aber ich fühle mich hier wohl. Schließlich möchte ich vieles selbstständig machen«, sagt die 22-jährige. Dazu gehört auch, dass sie für die Versorgung ihres Wellensittichs »Pia« jetzt allein zuständig ist. Ihre Eltern wohnen in der Nähe und den Weg zu ihrem Arbeitsplatz, den Holter Regelarmaturen, legt sie meist mit dem Fahrrad zurück. »Wir suchen noch Paten, um den Bewohnern die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen«, sagt Ursula Pankoke.

Zudem wird Unterstützung im Alltag und beim Kennenlernen des neuen Umfelds benötigt. Als Willkommensgeschenk überreicht sie jedem Bewohner eine Tasche mit Stadtplan, Bus- und Bahnfahrplänen und nützlichen Utensilien.

Familiär und herzlich

Die Atmosphäre ist familiär und herzlich. Bewohner und Interessierte – die meisten kennen sich schon lange – haben Freundschaften geschlossen. Flohmarktstände und kreative Aktionen bieten Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Bereits vor der offiziellen Einweihung nehmen zahlreiche Menschen das zweigeschossige Gebäude in Augenschein. »Ein gelungenes Konzept mit wohnlichen Räumlichkeiten«, sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr. Besonders angetan ist er von den Gemeinschaftsräumen: »Es ist großartig, dass die Bewohner auf jeder Etage etwas zusammen machen können.« Das Wohnprojekt wurde 2011 in Elterninitiative auf den Weg gebracht. Träger ist die Diakonische Stiftung Ummeln.

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