Ortsgemeinschaft Schloß Holte plant Abendmärkte und das Straßenfest »Summertime«
Leben ins Holter Zentrum holen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Ortsgemeinschaft Schloß Holte will in diesem Jahr noch mehr Leben in den Ortsteil bringen. Geplant sind eine weitere Ausgabe des Straßenfestes »Summertime« sowie vier Abendmärkte auf dem Holter Kirchplatz.

Samstag, 04.05.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 06:50 Uhr
Gemeinsam mit den Händlern Isbell Ventura, Anne Westermann, Barbara Jürgens (von links) und Sprecher Kurt Pohlmeyer (rechts) wollen Hartmut Preuß (4. von links) und Wolfgang Gerbig von der Ortsgemeinschaft die Abendmärkte veranstalten. Foto: Matthias Kleemann

Vorbild für die Abendmärkte ist der Abendmarkt auf dem Klosterplatz in Bielefeld. Das Konzept ist einfach: Der Wochenmarkt wird bis 21 Uhr verlängert. Ab 17 Uhr gibt es Live-Musik, Speisen und Getränke. Für die erste Ausgabe, die am Freitag, 7. Juni, über die Bühne gehen soll, ist schon alles in trockenen Tüchern.

 

Wein aus Spanien

Neben einem erweiterten Marktangebot mit einem Käsestand und einem Olivenstand wird der Pächter des Casalfonso in Stukenbrock Tapas, Paëlla und frisch gezapftes spanisches Bier anbieten. An einem weiteren Stand gibt es spanischen Wein. Kirstens kleine Küche kommt mit spanischer Suppe, es wird die Riesenfeuerwaffeln geben, die auf dem letzten Weihnachtsmarkt so erfolgreich waren, und die Fleischerei Sander bietet Leckeres vom Grill an.

 

Musik aus Kuba

Drei Mal wird der Musiker Osvaldo Hernández mit seiner Band »Clave de dos« auf einer kleinen Bühne auftreten. »Es ist uns gelungen, die Markthändler ins Boot zu bekommen«, sagt Wolfgang Gerbig, Vorsitzender der Ortsgemeinschaft. Sollten die vier Veranstaltungen jeweils am ersten Freitag des Monats erfolgreich sein, können sich alle eine Fortsetzung im kommenden Jahr vorstellen. Auch die zusätzlichen Markthändler wollen wiederkommen, wenn es lukrativ genug ist.

Neue Stromsäulen

»Wir konnten der Stadtverwaltung zwei weitere Stromsäulen abringen, die in Kürze installiert werden sollen«, sagt Gerbig. Seit neue Laternen aufgestellt wurden, fehlen die Abschlüsse, die in den Masten untergebracht waren. Stattdesen wurden schon zwei separate Stromsäulen aufgestellt. »Das ist wesentlich günstiger als Stromkästen zu mieten«, sagt Gerbig. Dagegen sei es schwieriger, Ladestationen für E-Bikes aufzustellen. »Das müssten abschließbare Boxen sein, in die man den Akku legen kann«, erklärt Wolfgang Gerbig.

Summertime soll auch wieder steigen, Termin: 4. August, von 11 bis 21 Uhr. Für die Live-Musik konnten schon drei Bands verpflichtet werden: die inklusive Werkhausband der Lebenshilfe Bielefeld (Deutschrock), die Uriah-Heep-Coverband »Heep Reloaded« und die weibliche ACDC-Coverband »She’s got Balls«.

 

Summertime mit Flohmarkt

Zum fröhlichen Treiben mit Spiel und Spaß, Essen und Musik soll sich auf vielfachen Wunsch wieder ein Kinderflohmarkt unter den Arkaden entlang der Ladenstraße gesellen.

 

Gastronomie schwierig

Apropos Bürgerwünsche: Viele Anregungen hat die Ortsgemeinschaft vom Summertime-Fest im vergangenen Jahr mitgenommen. Die durfte dort jeder an einer Pinnwand manifestieren. Mehr Gastronomie und mehr Farbe auf den Kirchplatz waren zwei davon. Das mit der Gastronomie sei schwierig, sagt Gerbig. Entgegen anderslautenden Gerüchten sei Gastronomie jedoch im Holter Zentrum erlaubt. Man sei im Gespräch und versuche, Interessenten und Anbieter von passenden Immobilien zusammenzubringen und gebe die Hoffnung nicht auf.

Farbe für den Kirchplatz

Bunter Kirchplatz – das wird einfacher. Die katholische Gemeinde habe sich sofort bereit gefunden, ihre Grünfläche hinter dem Mäuerchen am Platz ansprechend zu bepflanzen. In Kürze soll es losgehen. Darüber hinaus will die Ortsgemeinschaft große Blumentöpfe aufstellen, wie es sie in Verl oder Gütersloh schon gibt.

Das sei jedoch ein finanzieller Kraftakt. »Wir haben uns Angebote von mehreren Gärtnereien geholt«, sagt Gerbig. Für den Anfang sollen zwanzig Töpfe auf dem Kirchplatz, der Holter, Kaunitzer und Bahnhofstraße verteilt werden. »Es funktioniert aber nur, wenn sich Freiwillige finden, die die Blumen auch regelmäßig gießen.«

Freiwillige – das ist das Stichwort. Die Ortgemeinschaft freut sich über alle, die in ihren Reihen helfen wollen. Wer anpacken will schreibt eine E-Mail an Wolfgang Gerbig: wubgerbig@aol.com.

Infotafeln und Hundewiese

Die Ortsgemeinschaft ist jetzt auch ein eingetragener Verein. »Das ist wichtig, beispielsweise, wenn es darum geht, Fördergelder zu bekommen oder bestimmte Risiken abzusichern«, sagt Vorsitzender Wolfgang Gerbig.

Fördergelder sind auch schon beantragt, und zwar für ein Projekt, das die Ortsgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Industriemuseum betreiben möchte, nämlich das Aufstellen von Informationstafeln an historisch interessanten Stellen im Ort.

Solche Tafeln oder Säulen gibt es zum Beispiel auch in der Nachbarstadt Verl. Vorsitzender Gerbig legt Wert darauf, dass das Stadtmarketing bei diesem Projekt nicht übergangen wird.

Zu den Bürgerwünschen, die während des Festes Summertime 2018 formuliert wurden, gehört auch die Einrichtung einer Hundewiese. »Wir haben bei Facebook und in den Tiergeschäften den Bedarf abgefragt«, sagt Schriftführer Hartmut Preuß.

Die Resonanz sei überwiegend positiv, jedoch müsse eine solche abgezäunte Wiese gepflegt und verwaltet werden, sei es ein öffentliches oder ein privates Gelände. »Wir helfen gern bei der Organisation, das Tagesgeschäft müssen andere übernehmen. Vielleicht findet sich ja eine Interessengemeinschaft für diesen Zweck zusammen.«

Ein Kommentar von Matthias Kleemann

ie Ortsgemeinschaft Schloß Holte gibt es noch nicht mal ein Jahr, doch die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen. Summertime im vergangenen Jahr war ein Publikumsmagnet, und der Weihnachtsmarkt hat ein weitaus geringeres Defizit eingefahren als im Jahr davor. »Die Stadt hat 2017 noch 16.000 Euro dazu gelegt, mit uns im Jahr 2018 waren es nur noch 5000 Euro«, berichtet Wolfgang Gerbig stolz. Und in diesem Jahr soll kein Zuschuss mehr fließen, wobei die Ortsgemeinschaft jedoch neuerdings – wie alle anderen Dorfvereine – einen allgemeinen Zuschuss von 4000 Euro aus dem Stadtsäckel erhält.

Man sieht, ehrenamtlicher Einsatz lohnt sich, zum Wohle aller. Freilich lässt Gerbig durchblicken, dass die Ortsgemeinschaft ohne weitere Unterstützung nicht weit kommen wird. »Wir brauchen aber vor allem Macher«, sagt er. Das geht los beim Gießen der Blumen, die zur Verschönerung des Ortes beitragen. Das sollte zu leisten sein, sollte man meinen, aber es ist schwierig. Wer den Aktiven zuhört, merkt, wie aufreibend es ist, andere Menschen zu aktivieren.

Leute, lasst die Ortsgemeinschaft jetzt nicht im Stich! Meldet euch, macht mit! Gute Ideen sind auch immer willkommen, vor allem jedoch muss angepackt werden. Damit das Leben im Ort bleibt.

 

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6584759?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Richter verbieten Sonntagsöffnung
“Sorry we’re closed” (Leider Geschlossen): Das gilt voraussichtlich an allen schon geplanten oder noch ungeplanten verkaufsoffenen Sonntagen in NRW. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker