Friedhelm Pott geht in den Ruhestand
Hausmeisterdurch und durch

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Friedhelm Pott verlässt die Michaelschule nach 25 Jahren in den Ruhestand. Ein eigenes Straßenschild wird noch lange an den Hausmeister erinnern.

Samstag, 06.04.2019, 10:45 Uhr aktualisiert: 06.04.2019, 10:50 Uhr
Die Lehrer der Michaelschule haben Hausmeister Friedhelm Pott Danke für 25 Jahre Einsatz gesagt und ihn zum Ruhestand mit einem Straßenschild geehrt. Der Weg heißt jetzt Friedhelm-Pott-Allee.

»Ich muss noch mal kurz zur Schule.« Diesen Satz sagte Friedhelm Pott in den vergangenen 25 Jahren ständig – ob nach dem Besuch in der Kirche nebenan, an Feiertagen – und sogar an seinem eigenen Geburtstag. Bevor er Geschenke öffnete, radelte Pott zur Michaelschule und hisste dort die Fahne. Pott hat am 1. Mai Geburtstag, dem Tag der Arbeit. Dass die Fahnen schon früh morgens hängen müssen, stand fest – fast 25 Jahre lang. In diesem Jahr wird Friedhelm Pott am 1. Mai ausschlafen können, in Ruhe seinen Kaffee schlürfen und sich dann im Kreise seiner Familie feiern lassen – ohne einen Gedanken an die Schule zu verschwenden.

Das Loslassen fällt schwer

Wobei das leichter gesagt ist als getan. »Ein bisschen schwer wird es mir schon fallen loszulassen«, räumt Pott ein, der am Freitag in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der Umstand, dass er ein Haus direkt gegenüber besitzt, wird das Loslassen nicht einfacher machen.

Die Michaelschule ist ein wichtiger Teil seines Lebens – so wie auch er als langjähriger Hausmeister ein wichtiger Teil der Schule war – und noch lange Zeit bleiben wird. Schließlich haben ihm die Lehrer zum Abschied ein eigenes Straßenschild geschenkt. Angebracht haben sie es auf dem Weg zwischen Parkplatz und Schulhof. Er heißt jetzt offiziell »Friedhelm-Pott-Allee« und würdigt – so wie andere Straßennamen an berühmte Komponisten, Politiker oder Wissenschaftler erinnern – einen besonderen Hausmeister. Das Schild wird noch lange an »Herrn Pott« erinnern.

Immer da, wenn er gebraucht wurde

25 Jahre lang holte er Bälle vom Dach, teilte Pflaster aus, versorgte die Kinder mit Milch oder Obst und war immer da, wenn man ihn brauchte – und auch wenn man ihn vielleicht nicht brauchte.

»Wenn ich dort vorbeikam, habe ich immer kurz ein paar Türen kontrolliert. Ich fühlte mich dafür verantwortlich, egal ob ich frei hatte oder nicht«, erzählt Friedhelm Pott.

Obwohl es schwer sein wird, sich von dieser Verantwortung zu lösen, freut er sich auf seine Zeit als Rentner. Er will Haus und Garten auf Vordermann bringen – er ist eben ein Hausmeister. Durch und durch.

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