Schließzeiten der Bahnschranken bereits verkürzt – Ampeln überprüft
Stadt ringt um jede Sekunde

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wer als Autofahrer vor der geschlossenen Bahnschranke steht, weiß, wie lange Minuten und Sekunden dauern können. Das Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hat, zeigt Erfolge. Die Schließzeit der Schranken ist erheblich verringert worden.

Mittwoch, 03.04.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 06:50 Uhr
Wie hier an der Bahnschranke an der Oerlinghauser Straße sind die Schließzeiten verringert worden. Im Stellwerk Lage löst ein Mitarbeiter die Schranken manuell aus. Die Stadt versucht jetzt, auch die Ampelphasen zu optimieren. Foto: Monika Schönfeld

Pascal Lideck, zuständig für Verkehrsfragen in der Stadtverwaltung, berichtete im Ordnungsausschuss am Montag, dass die Schließzeiten von 7 Minuten im Extremfall auf heute maximal 2 Minuten und 32 Sekunden verringert worden sind. Er hat die Zeiten an den Schranken an der Oerlinghauser Straße und an der Holter Straße gemessen. »Die Auswirkungen dort sind besonders extrem, weil die Schranken direkt an den Ampeln der beiden Hauptkreuzungspunkte in Schloß Holte sind.« Die Situation hatte sich verschärft, als der Takt der Sennebahn auf halbstündlich verdoppelt und die Strecke auch für Tempo 100 ausgebaut worden war.

Gutachter hinzugezogen

Als die Situation unerträglich wurde, hat die Stadt den unabhängigen Gutachter Martin Vieregg vom Büro »Vieregg-Rössler Innovative Verkehrsberatung« beauftragt, nach Lösungen zu suchen. Der hatte im Februar 2018 seine Ergebnisse vorgestellt. Lideck berichtete, dass im Oktober 2018 das Gutachten Vertretern der DB AG bei der VVOWL Bielefeld vorgestellt worden ist. »Eine neue Erkenntnis für uns: Ein Fahrdienstleiter im Stellwerk in Lage löst die Schranken manuell aus, nachdem ihm die Annäherung des Zuges durch Kontakte im Gleis angezeigt wird. Dadurch kann es zeitliche Verzögerungen geben. Das Überfahren des Einschaltpunktes führt daher nicht zu einem Automatismus der Schrankenschließung.«

Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn haben zugesagt, dass die Mitarbeiter genauer instruiert werden. »Das ist erledigt«, sagt Lideck. Er hatte das nachgemessen und präsentierte die Werte anhand von Tabellen für die Oerlinghauser und die Holter Straße. An der Holter Straße ist die kürzeste Schließzeit 30 Sekunden, wenn der Zug Richtung Bielefeld fährt, Richtung Paderborn zwei Minuten bis 2:30 Minuten. An der Oerlinghauser Straße ist die Schranke maximal 2:16 Minuten geschlossen, fährt der Zug Richtung Bielefeld, Richtung Paderborn knapp 2 Minuten und weniger.

»Der Faktor Mensch ist ausschlaggebend«, sagt Lideck. Die Zeitspannen haben im Januar und Februar stark geschwankt, die Sicherheitsreserve habe teils eine Minute betragen. Allerdings sind die Schließzeiten der Bahnschranken nicht gleichzusetzen mit der Zeit, die die Autofahrer an der Ampel warten müssen. »Die Signalschaltung kann so verändert werden, dass 6 bis 17 Sekunden gewonnen werden.«

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Soll keiner sagen, das habe sich nicht gelohnt! Dass es allerdings überhaupt nötig war, einen unabhängigen Gutachter zu bestellen, ist ein Unding. Bei allen anderen Vorhaben müssten die Auswirkungen dargestellt werden. Es muss klar gewesen sein, dass der Straßenverkehr beeinträchtigt wird, als 2014 der Halbstundentakt der Sennebahn aufgenommen worden ist. Aber erst wurde die Geduld der Autofahrer so überstrapaziert, dass sie sich zu gefährlichen Manövern verleiten ließen.

Die Stadt musste einen unabhängigen Gutachter finden. Die wachsen nicht auf Bäumen. Der Mann war aber jeden Cent wert, den er gekostet hat. Gut, dass die Stadt weitere Stellschrauben sucht, um die Wartezeiten zu verkürzen. Jede Sekunde zählt.

 

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