Waldkauzpärchen im Schornstein des Holter Schlosses zu sehen
Ein seltener Moment

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Landschaftswächter Günter Potthoff ist begeistert. Das Foto mit dem Waldkauzpärchen hat Seltenheitswert. Gelungen ist es dem begeisterten Hobbyfotografen Jostbernd Brock aus Verl.

Dienstag, 05.03.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 06:50 Uhr
Nur sehr selten ist das Waldkauzpärchen im Schornstein an der Ostseite des Holter Schlosses zu sehen. Landschaftswächter Günter Potthoff beobachtet die Tiere, die im Jagdschloss wohnen, bereits seit mehreren Jahren. Foto: Jostbernd Brock

»Ganz selten ist ein Waldkauz im Schlossschornstein auf der Ostseite des Gebäudes zu sehen. Noch viel seltener ist dort das Pärchen gleichzeitig zu entdecken«, sagt Günter Potthoff im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT.

Der Heimatforscher und Landschaftspfleger beobachtet die beiden Waldkäuze schon seit längerer Zeit. Sie brüten in einem der Türmchen auf der Nordseite des Schlosses. Doch sie gemeinsam im Schornstein sitzen zu sehen, sei ein ganz besonderer Moment. Über das Verhalten von Vögeln habe er in seiner Jugend viel gelernt.

Ehrenamtlicher Naturschützer

Der ehrenamtliche Naturschützer hat schon seit Jahrzehnten besondere Freude an Eulen und anderen Greifvögeln. Als junger Mann kümmerte sich Günter Potthoff um verunglückte Vögel und um verlassene Jungtiere. »Es ist häufiger vorgekommen, dass Einwohner verletzte Tiere zu mir brachten«, sagt Potthoff. Er habe damals – da war das erlaubt – eine Art kleine Auffangstation betrieben. So habe er beispielsweise einen schwer verletzten Waldkauz aufgepäppelt, ihm mit Fallen Mäuse gefangen und ihn, als er größer war, in die Adlerwarte Berlebeck gebracht. Ein schwer verletzter Baumfalke sei nach der Genesung in den Tierpark Olderdissen gekommen.

Früher Greifvögel aufgepäppelt

»Es war besonders aufwändig, eine Waldohreule aufzuziehen«, erinnert sich der Landschaftswächter an eine besondere Unglückseule. Das noch nackte Tier war nämlich mitsamt dem Nest von einem Baum gestürzt, war völlig unterkühlt, aber lebte noch. Dank kleiner Fleischstücke überlebte es und fand eine neue Heimat in Berlebeck.

Aus beruflichen Gründen konnte sich Günter Potthoff später nicht mehr um verunglückte Tiere kümmern – doch seit er im Ruhestand ist, forscht er verstärkt zur Heimatgeschichte und ist einer der Aktiven im Förderverein Industriemuseum Schloß Holte-Stukenbrock.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6447277?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
Debatte über Kurzzeit-Lockdowns zum Brechen der Corona-Welle
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte am Dienstag davor, dass Deutschland in Situationen kommen könnte, «die ausgesprochen schwierig sind».
Nachrichten-Ticker