Deutsche und ausländische Frauen gestalten ein Kochbuch
Nicht nur Liebe geht durch den Magen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Das schmeckt!« Giesela Hörster schließt die Augen und genießt. Die Schwestern Siber und Sipal Hasan Ahmed strahlen. Ihr Biriyani hat es jetzt schon ins Kochbuch der Kulturen geschafft, das die deutschen und ausländischen Frauen herausbringen wollen.

Montag, 04.03.2019, 03:00 Uhr
Deutsche und ausländische Frauen kochen gemeinsam und sammeln die Rezepte für ein Kochbuch der Kulturen. Foto: Monika Schönfeld

Giesela Hörster (78) ist Leiterin der Ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe St. Johannes Baptist und leidenschaftliche Köchin. Sie weiß, dass nicht nur Liebe durch den Magen geht. »Beim Kochen können die Frauen Spezialitäten ihrer Heimat zeigen, auf die sie stolz sind. Über das Essen wird Verständnis erzeugt – Verständnis für andere Kulturen, aber auch Sprachverständnis. Die Frauen sprechen auf Deutsch über Zutaten und Tradition der Gerichte.«

Das duftet so lecker, dass man der Versuchung nicht widerstehen kann, mal zu kosten: Siber Hasan Ahmed (links) und Sipal Hasan Ahmed (rechts) haben Biriyani gekocht. Giesela Hörster, die den Kochabend leitet und das Kochbuch plant, ist begeistert.

Das duftet so lecker, dass man der Versuchung nicht widerstehen kann, mal zu kosten: Siber Hasan Ahmed (links) und Sipal Hasan Ahmed (rechts) haben Biriyani gekocht. Giesela Hörster, die den Kochabend leitet und das Kochbuch plant, ist begeistert. Foto: Monika Schönfeld

Beim Internationalen Frauenfrühstück

20 Frauen aus Deutschland, Syrien, dem Iran, dem Irak, aus Usbekistan oder der Türkei sind dabei. Einige Frauen sind Flüchtlinge, andere anerkannte Zuwanderer, einige sind inzwischen Deutsche, einige waren nie etwas anderes. Manchmal sind es auch noch mehr Frauen, die sich einmal im Monat in der Küche der Realschule treffen, um Neues zu zeigen, auszuprobieren oder kennenzulernen.

»Nach den Sommerferien werde ich wieder einen neuen Antrag stellen, die Küche nutzen zu dürfen«, sagt Giesela Hörster. Zurzeit probieren die Frauen aus, was sie zum Internationalen Frauenfrühstück am Samstag, 9. März, mit in die Aula am Gymnasium bringen, um ihr Herkunftsland kulinarisch vorzustellen.

Pfeile strukturieren Notizen

Christiane Schütte-Ernst hat einen anstrengenden Job. Sie notiert die Rezepte. Für Biriyani, ein kurdisches Gericht, wird ein Huhn gekocht, das Fleisch ausgelöst und angebraten. Vier große Kartoffelen werden geschält und gebraten mit Basmati-Reis und Suppennudeln, Rosinen, Erbsen und Mandeln vermischt. »Ich hoffe, ich steige später noch durch meine Notizen durch«, zeigt Schütte-Ernst auf die Pfeile, die die Reihenfolge der Handgriffe verdeutlichen sollen. Bei den verwendeten Gewürzen wird’s manchmal kompliziert. Die Frauen haben das Gewürz mitgebracht, etikettiert ist es auf Arabisch, da muss schon mal eine Riechprobe Aufschluss bringen.

Bulgur mit Hackfleisch wird zu Taschen geformt und mit gebratenem Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt und frittiert: Hanan Hame und Iman Kischo (von links) kochen mit Alexandra Pesce (rechts). Christiane Schütte-Ernst notiert die Rezepte.

Bulgur mit Hackfleisch wird zu Taschen geformt und mit gebratenem Hackfleisch und Zwiebeln gefüllt und frittiert: Hanan Hame und Iman Kischo (von links) kochen mit Alexandra Pesce (rechts). Christiane Schütte-Ernst notiert die Rezepte. Foto: Monika Schönfeld

Praktisch als Ringbuch

In einem Backofen garen Schafskäse-Spieße mit Tomaten, an einer Pfanne stehen Frauen und frittieren Bulgur mit Fleisch und Zwiebeln. Berühmt sind die südlichen Länder für die leichte Küche, die überaus gesund und schmackhaft ist. Legendär aber auch die Süßspeisen. Zum Nachtisch gibt es Blätterteig mit Walnüssen und Zucker.

»Das Kochbuch wird wohl in Form eines Ringbuchs erstellt, das ist praktisch zum Kochen. Und mit dem Erlös werden wir Frauen uns mal einen Wellnesstag ohne Kinder gönnen«, sagt Hörster.

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