Glanzlicht: Prominente Schauspieler schenken sich in »Kunst« nichts
Geistreich dynamisch

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Knisternde Spannung liegt in der Aula am Gymnasium, als sich der Vorhang für die Komödie »Kunst« öffnet. 341 Zuschauer haben sich am Sonntagabend das »Glanzlicht«, eine geistreiche und dynamische Inszenierung, angesehen.

Dienstag, 05.02.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 06:50 Uhr
Geniale Darsteller bringen das Publikum in der Aula am Gymnasium zum Lachen: (von links) Luc Veit, Heinrich Schafmeister und Leonard Lansink. Die Komödie »Kunst« handelt von der Brüchigkeit einer Männerfreundschaft. Foto: Uschi Mickley
Spaß mit Schauspieler Heinrich Schafmeister: Ein Autogramm »Zum 17. Geburtstag« gibt es für Ursula Büttner.

Spaß mit Schauspieler Heinrich Schafmeister: Ein Autogramm »Zum 17. Geburtstag« gibt es für Ursula Büttner. Foto: Uschi Mickley

Die Vorstellung ist mit drei aus zahlreichen Fernseh- und Theaterrollen bekannten Darstellern besetzt: Leonard Lansink (Wilsberg), Heinrich Schafmeister (Comedian Harmonists) und Luc Veit (Tatort).

Die preisgekrönte Komödie von Yasmina Reza beschreibt die Brüchigkeit einer Männerfreundschaft, die durch den Kauf eines Bildes ins Wanken gerät. Der Stein des Anstoßes: Der nervöse Dermatologe Serge hat sich ein weißes Bild mit weißen Querstreifen auf weißem Untergrund gegönnt.

Mit Perspektiven

Serges Kumpel, der nörgelnde Ingenieur Marc (Leonard Lansink), teilt hingegen dessen grotesken Kunstgeschmack keineswegs. Sein klares Urteil: »Es ist eine weiße Sch…«. Der gemeinsame Freund Yvan (Heinrich Schafmeister), ein weinerlicher Papierhändler, will den Streit schlichten. Doch seine unbeholfenen Vermittlungsversuche (»Ihr seid doch beide bescheuert«) machen alles nur noch schlimmer.

Unvermittelt wird der seinen Freunden intellektuell unterlegene Hypochonder selbst zur Zielscheibe böser Anschuldigungen und flippt aus. Es ist vor allem Heinrich Schafmeister, der im Publikum mit seiner sich ständig überschlagenden Stimme für Gelächter sorgt. »Meine Perspektive: Heirat – Kinder – Tod«, sagt er.

Serge regt sich über Paula, Marcs Ehefrau, auf. Die Frau mit dem runzeligen Gesicht und der ewigen Zigarette. »Schade, dass du an eine solch negative Frau geraten bist«, ruft Serge ihm zu. Es kommt zu einem Handgemenge zwischen den beiden. Das eigentliche Opfer ist am Ende Yvan, der schusselig im Weg steht und eine Wunde verpasst bekommt. Doch schlussendlich siegt die Freundschaft.

Zur Höchstform aufgelaufen

Die Darsteller schenken sich nichts, laufen zur Höchstform auf und erhalten am Ende verdienten Applaus. Mehrheitlich verlassen die Zuschauer die Aula mit lachenden Gesichtern. Doch es gibt auch einige kritische Stimmen: »Das war gar nicht mein Geschmack«.

Ursula Büttner, die die Vorstellung mit ihrer Schwester Ulrike genossen hat, nutzt während der Autogrammstunde die Gelegenheit, ein paar Worte mit den bestens aufgelegten Darstellern zu wechseln. Sie ist begeistert: »Eine großartige schauspielerische Leistung. Es war äußerst amüsant, die Darsteller so aufgeregt in ganz anderen Rollen zu sehen.« Zuschauerin Michaela Wibekke: »Eine überraschende Wende. Ich habe Tränen gelacht«.

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