Bewegende Worte zur Trauerfeier für den Safaripark-Chef Fritz Wurms
»Er hat unser Herz höher schlagen lassen«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Da ist ein Großer gestorben. Ein Patriarch in gutem Sinne.« Das hat Monsignore Wolfgang Bender am Montag in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist Stukenbrock gesagt. Mehr als 700 Gäste nahmen Abschied von Safaripark-Chef Fritz Wurms.

Montag, 04.02.2019, 18:49 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 19:41 Uhr
Die Neffen, der Enkel und enge Vertraute tragen den Sarg mit der sterblichen Hülle des Safaripark-Chefs Fritz Wurms von der St.-Johannes-Baptist-Pfarrkirche zur letzten Ruhestätte auf den Stukenbrocker Friedhof. Mehr als 700 Trauergäste nehmen Anteil.

Trauerfeier für Safaripark-Chef Fritz Wurms

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  • Trauerfeier für Safaripark-Chef Fritz Wurms
Foto: Matthias Kleemann
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»Fritz hat unser Herz höher schlagen lassen – in jeder Beziehung, wie unsere Mutter immer sagte. Was ich hier sehe, das hätte meinen Bruder mit Stolz erfüllt.« Mit leiser Stimme nahm der ältere Bruder von Fritz Wurms, Dr. Ferdinand Wurms, in einer kurzen Trauerrede stellvertretend für die Familie Abschied. Er dankte Monsignore Pfarrer Wolfgang Bender für die authentische und ehrliche Beschreibung des vor einer Woche im Alter von 66 Jahren verstorbenen Fritz Wurms. »Das volle Haus hätte sein Herz höher schlagen lassen«, so der Bruder.

Die Kirche war voll besetzt, einige harrten auf dem Platz vor der Kirche, wo sie über Lautsprecher die Predigt verfolgen konnten. Fast 100 Kränze und Gestecke waren dort arrangiert. In der Kirche war der weiße Sarg mit roten und weißen Rosen in Herzform geschmückt. Dem Verstorbenen zu Füßen ein lebensgroßer weißer Stofftiger, verziert mit Krone und Blumen. Das Bild von Fritz Wurms vor dem Altar zeigte ihn auf den Transportkäfig für einen Geparden gelehnt.

Trost für die Familie

»Wir nehmen Abschied von einem besonderen Menschen«, sagte Wolfgang Bender, der bei der Trauerfeier vom Schausteller- und Zirkuspfarrer Sascha Ellinghaus unterstützt wurde. »Darauf war niemand vorbereitet. Mit 66 Jahren ist Fritz Wurms viel zu früh gestorben.«

Seinem Enkel Marcel sprach Bender Trost zu. »Du hast alles richtig gemacht, als du versucht hast, ihn wiederzubeleben.« Den wenigsten sei bekannt gewesen, dass Fritz Wurms krank war. Vor zwei Jahren, nach einem Krankenhausaufenthalt, habe Wurms aber schon die Nachfolge und Fortführung des Parks geregelt.

Patriarch in gutem Sinne

Fritz Wurms sei Chef, Macher, Motor und ein harter Hund gewesen, sagte Wolfgang Bender. »Mit klarer Kante konnte er auch unbequem sein und anecken. Er war aber ein sensibler Mensch mit weichem Kern, ein Patriarch in gutem Sinne.« Wurms habe sich gekümmert – um die Tiere, um die Familie, um die Mitarbeiter. Höhepunkte seines Lebens seien die Eröffnung der Raubtierzucht mit Siegfried und Roy, die Geburt seiner Tochter, die seines Enkels und die Liebe zu seiner Frau Elisabeth gewesen, die fast 30 Jahre lang »seine Elli« gewesen sei.

Fritz Wurms habe gewollt, dass es Menschen gut geht, dass sie unterhalten werden und dass sie lachen. »Kindergeschrei war Musik für ihn. Er wurde selbst wieder zum Kind, wenn sie dazu angestiftet hat, Schimpfworte zu sagen.« Er sei aber auch nachdenklich und religiös gewesen. »Ich erinnere mich an manches tiefsinnige Gespräch – auch an der Theke.« Alle Fahrzeuge des Parks seien mit dem Christopherus-Zeichen geschützt, die Park-Gottesdienste mit Sascha Ellinghaus und seinen Vorgängern mit Hochzeiten und Taufen seien legendär.

Ein Haudegen

Franz Althoff, ehemaliger Chef des Zirkus’ Williams-Althoff, berichtete, wie er Fritz Wurms gekannt habe, bevor er ihn je gesehen hatte. Die Eltern waren gute Freunde. »Ich kam nach einer fünfjährigen Amerikatournee zurück nach Hause und meine Eltern schleppten mich zu Fritz. Ich fühlte mich etwas zurückgesetzt«, sagt Althoff.

Bis zum Tod seines Vaters Robert habe er Fritz Wurms als Haudegen gekannt. »Als er das Erbe antrat, wurde aus ihm der Unternehmer, der seine Mitarbeiter nie als Menschen zweiter Klasse behandelt hat, sondern immer mit Respekt und Wertschätzung. Zwischen uns ist eine unglaublich tiefe Freundschaft entstanden. Wir haben viel miteinander gelacht.«

 

Mit Bannern voran

Dasselbe berichten die Männer vom Mitteldeutschen Schaustellerverband Herford, in dem Fritz Wurms 36 Jahre lang Mitglied war, vom Patenverein Rote Erde Dortmund und vom Schaustellerverein Minden-Lübbecke, die mit Fahnenabordnungen voran gingen.

Fritz Wurms hat immer ein Herz für Familien und Kinder gehabt. Die Kollekte geht an das Kinderhospiz Bethel, das Fritz Wurms gemeinsam mit dem Bauunternehmer Michael Förster unterstützt hat. Förster und seine Kollegen vom Chopper-Club Paderborn gaben Wurms in Kutte das letzte Geleit.

Treffend war die Musik ausgesucht worden: Zur Kommunion hörten die Trauergäste die Musik aus »Jenseits von Afrika«, zum Auszug »König der Löwen«. Dick Böhmer sang »My Way«, Remino spielte am Saxophon »Smile«. Dominik Mersch begleitete die Trauerfeier an der Orgel.

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