Heimatforscher Potthoff: Jede Veröffentlichung bringt neue Erkenntnisse
Erfolgreiche Namenssuche

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nach jeder Veröffentlichung alter Fotos des Fotografen Josef Hörster melden sich etwa fünf bis zehn Einwohner, die Heimatforscher Günter Potthoff weiter helfen.

Samstag, 12.05.2018, 10:45 Uhr aktualisiert: 12.05.2018, 10:50 Uhr
Das Foto könnte in Liemke entstanden sein. Zum Entstehungszeitpunkt und den Namen ist nichts bekannt. Foto: Joseph Hörster

So kann Potthoff zu vielen Fotos die Namen ergänzen und dabei noch manche Geschichte in Erinnerung bringen. So weiß er jetzt alle Namen, der auf dem am 24. April dieses Jahres veröffentlichten Schulentlassungsfoto abgebildeten Personen. Zu sehen ist darauf auch Heinz Baak. Als Jugendlicher hatte er Flugblätter gegen Hitler verteilt und wurde zum Tode verurteilt. Nach ihm ist der Heinz-Baak-Weg in

Dieses rechte Foto zeigt eine Gruppe aus Sende, vermutet Günter Potthoff. Er hat Pfarrvikar Schulte (2. von rechts) erkannt, da er bereits ein altes Foto von ihm in einem Buch veröffentlicht hatte.

Dieses rechte Foto zeigt eine Gruppe aus Sende, vermutet Günter Potthoff. Er hat Pfarrvikar Schulte (2. von rechts) erkannt, da er bereits ein altes Foto von ihm in einem Buch veröffentlicht hatte. Foto: Joseph Hörster

Stukenbrock benannt. Das bestätigt im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT auch Rosemarie Wittkemper geb. Baak. »Das wurde damals totgeschwiegen.« Er sei ihr Vetter gewesen. Höchstens 17 Jahre alt sei der Bäckerlehrling damals gewesen, als er verurteilt wurde. Viele Jahre später sei der Weg in Stukenbrock nach ihm benannt worden.

»Das wusste ich so auch nicht«, sagte am Freitag Günter Potthoff. Er freut sich, dass er so viele Informationen erhält. Weitere Hinweise nimmt er unter Telefon 05207/8395 gerne entgegen.

Hinweise nimmt Günter Potthoff unter Telefon 05207/8395 gerne entgegen.

Für den fünften Teil der Folge über die historischen Fotos des Fotografen Josef Hörster hat er zwei Fotos herausgesucht, zu denen so gut wie gar nichts bekannt ist. Das linke Foto könnte in Liemke entstanden sein, weil aus diesem Ortsteil einige Nonnen kamen. Auf dem Foto aus Sende ist Potthoff nur Pfarrvikar Schulte (2. von rechts) bekannt. Es ist vermutlich nach 1941 entstanden. Wer kennt die anderen Personen und den Vornamen Schultes?

Was Louise Schröder (87) zu den russischen Gefangenen weiß, ist ihm so wichtig, dass er ihre Erinnerungen als Zeitzeugen-Interview aufnehmen und so der Nachwelt erhalten will. Sie wurde in Stukenbrock-Senne geboren und ist dort aufgewachsen. Sie hat der Gedenkstätte Stalag einen Holzteller gestiftet, den »Russen geschnitzt haben«, so Potthoff. Er habe den Teller mit einer Aufschrift »Gott gebe unser tägliches Brot« von ihr erhalten und weitergegeben. »Wenn alte Menschen die alten Fotos sehen, dann kommen die Erinnerungen«, hat Potthoff mehrfach erlebt. Es komme auch vor, dass er weitere Erinnerungsstücke erhalte, zum Beispiel Postkarten mit Motiven der Hövelrieger Fotografen Johann Altemeyer und dessen Sohn Norbert. Zu sehen sind darauf Motive des Sozialwerks.

Doch erst einmal werden die zahlreichen Werke von Josef Hörster, der von 1895 bis 1971 in Schloß Holte lebte, ausgestellt. Eröffnet wird die Ausstellung im Kulturforum am Sonntag, 2. September, um 14 Uhr. Organisiert wird sie von der Archivgruppe des Fördervereins Industriemuseum in Kooperation mit dem Kulturkreis.

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