Margret Fromme stellt im Kulturforum »Zwischenräume« aus Inspiration kommt beim Malen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Abstraktes und gegenständliche Motive hängen dicht nebeneinander. Margret Fromme liebt Strukturen und den Zufall im Entstehungsprozess. 36 ihrer Bilder sind ab Sonntag im Kulturforum am Altenkamp zu sehen.

Von Matthias Kleemann
Margret Fromme vor ihren beiden Bildern »Farbflash« und »Wasserwelten«. Neben farbkräftigen Bildern sind aber auch in Pastell oder monochromen Tönen gehaltene Werke in der Ausstellung zu sehen, die an diesem Sonntag eröffnet wird.
Margret Fromme vor ihren beiden Bildern »Farbflash« und »Wasserwelten«. Neben farbkräftigen Bildern sind aber auch in Pastell oder monochromen Tönen gehaltene Werke in der Ausstellung zu sehen, die an diesem Sonntag eröffnet wird. Foto: Matthias Kleemann

»Oft fange ich an zu malen und stelle irgendwann fest: Das sieht so oder so aus.« Und dann wird aus dem ungewollten Motiv ein gewolltes. Eine Tür, in der ein Fuß steht, zum Beispiel. Oder ein Fisch oder ein Wald.

Es gibt aber auch Bilder, für die es eine Vorlage gegeben hat, oder eine Inspiration. Margret Fromme deutet auf ein in ausschließlich hellen Tönen gehaltenes Bild. »Das ist eine Bushaltestelle am Meer in Australien. Es war unglaublich heiß an dem Tag, als ich das gesehen habe.« Die »weißen Farben« lassen die Darstellung wie ein hoffnungslos überbelichtetes Foto wirken.

»Ich habe ungeheure Freude am Malen«, sagt Margret Fromme. Den Bildern sieht man das an. Kräftige Farben, opulent wie eine überbordende Symphonie: »Farbflash« lautet der Titel. Direkt daneben dominieren gelbgrüne und blaue Töne: »Wasserwelten«.

Doch Margret Fromme will dem Betrachter nicht vorschreiben, was er sieht. Das wird auch durch den Titel der Ausstellung deutlich: »Zwischenräume«. »Ein Zwischenraum ist eine Lücke, ein Spalt, der sich auftut. Dort kann der Betrachter selbst auf Entdeckungsreise gehen.« Uneingeschränkt stimmt die Künstlerin dem Satz »Kunst ist Dialog« zu.

Bilder zum Anfassen

Acryl ist ihre bevorzugte Technik, Margret Fromme verwendet aber auch Ölfarben, die sie gerne dick aufträgt. »Ich mag Strukturen«, sagt sie. Fast könnte man von Bildern zum Anfassen sprechen.

Zu den gegenständlichen Werken zählt eine Handvoll weiblicher Aktbilder und ein großformatiges Frauenportrait. »Ich mag starke Frauen«, sagt Margret Fromme.

Ihre Bilder hat sie bislang nicht verkauft, sondern nur verschenkt. »Ich freue mich, wenn ich anderen eine Freude machen kann.« Und so hängen ihre Bilder in den Wohnungen von Freunden, im eigenen Unternehmen in Liemke oder eben in dieser Ausstellung.

Es ist die dritte Ausstellung seit 2015, und sie kam absolut spontan zustande. Die Musiker Osvaldo Hernández und Juan Bautista Sáenz gehören zu Frommes Freundeskreis und geben am kommenden Sonntag, 13. Mai, ein Konzert im Kulturforum. »Wäre es nicht toll, wenn wir unsere Musik vor deinen Bildern machen würden?«, so lautete der Vorschlag der beiden.

Dieser Vorschlag kam beim Kulturkreis als Veranstalter ebenfalls gut an. Und weil in der vergangenen Woche gerade erst eine Ausstellung abgebaut wurde, bot es sich an, Frommes Bilder bereits jetzt aufzuhängen und an diesem Sonntag um 17 Uhr zu einer Vernissage einzuladen.

Übrigens auch mit Musik. Hanna Borgolte, eine Schülerin von Osvaldo Hernández, wird am Klavier zu hören sein. Gisela Springensguth wird eine Einführung geben.

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