Realschüler bieten heimischen Kunden den Tausch an 40 Plastiktüten weniger

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Stoffbeutel gegen Plastiktüte, dieses Angebot haben die Schüler der Klasse 9d der Realschule gestern den Kunden von Marktkauf, Takko, Rossmann, Aldi und Ernsting’s Family gemacht.

Von Matthias Kleemann
Irakli Mitchedlichvili aus Georgien ist nur zu Besuch in Schloß Holte-Stukenbrock, nimmt das Tauschangebot von Annabell und Cheyenne (von links) aber gerne an, trotz Sprachschwierigkeiten.
Irakli Mitchedlichvili aus Georgien ist nur zu Besuch in Schloß Holte-Stukenbrock, nimmt das Tauschangebot von Annabell und Cheyenne (von links) aber gerne an, trotz Sprachschwierigkeiten. Foto: Matthias Kleemann

Die Aktion fand im Rahmen des Projektes »Plastiktütenfreie Stadt« statt. »Die Umweltbeauftragte, Stefanie Schäfer, hat die Schulen zum Mitmachen aufgefordert, und daraufhin haben wir uns zu einer Aktion bereit erklärt«, sagt Birgit Wetzke, die die 9d in Wirtschaft und Politik unterrichtet.

Sechs Teams standen vor den Eingängen der erwähnten Geschäfte und sprachen Kunden an, die mit einer Plastiktüte den Laden verließen.

Erste Erkenntnis: In Schloß Holte-Stukenbrock haben schon viele Leute umgedacht. Sie bringen Körbe oder Taschen mit oder sie laden die Ware direkt vom Einkaufswagen ins Auto. Doch wer dennoch einen Plastikbeutel benutzte, zeigte sich offen. Rund 40 Taschen wurden so getauscht – 1 zu 1, das ist ein besserer »Kurs«, als im Rathaus, wo man erst für 15 Beutel eine Stofftasche bekommt.

In Rollenspielen hatten die Schüler vorher das Ansprechen geübt, trotzdem stellte es sich in der Praxis als etwas schwieriger heraus, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Viele, die unterwegs waren, hatten es eilig.

Und während es vor Rossmann und Takko gut lief, tauchte vorm Aldi niemand mit einer Plastiktüte auf. Doch dann wendete sich das Blatt und die Schülerinnen konnten 16 Aldi-Kunden zum Taschen-Tausch überreden. Gute Argumente hatten die jungen Leute ebenfalls, schließlich hatten sie sich informiert, beispielsweise darüber, dass eine Plastiktüte bis zu 30 Jahre braucht, um zu verrotten, oder dass 80 Prozent des Mülls im Meer aus Plastik besteht.

Dazu hatten die Schüler große Plakate gestaltet und Müllbehälter gebastelt, in denen die zurückgegebenen Plastiktüten gesammelt wurden. Die Aktion wurde bereits Ende vergangenen Jahres im Unterricht vorbereitet. »Wir wollten das eigentlich eher machen, aber das Wetter war lange nicht gut genug«, sagt Birgit Wetzke.

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